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Tarifkonflikt bei Lufthansa: Die endlose Provokation der Piloten

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Lufthansa-Maschinen in Frankfurt am Main: Der nächste Streik kommt Zur Großansicht
REUTERS

Lufthansa-Maschinen in Frankfurt am Main: Der nächste Streik kommt

Der Ausstand der Lufthansa-Piloten ist zwar beendet, der Konflikt aber noch lange nicht gelöst. Die Piloten zeigen sich geradezu provokativ kampfbereit und legen es auf einen weiteren Streik an - mit bizarren Argumenten.

Sie reden wieder miteinander. Wie schön. So oder so ähnlich lauteten erste Reaktionen, nachdem die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) der Lufthansa-Führung am vergangenen Donnerstag Terminvorschläge für Gespräche zum Thema Übergangsversorgung gemacht hatte.

Wird jetzt alles gut? Nein, nichts wird gut. Im Gegenteil: Jetzt geht es erst richtig los im bislang härtesten Tarifkonflikt in der 60-jährigen Lufthansa-Geschichte.

Über die Billigtochter Eurowings wollen die Gewerkschaftsfunktionäre mit dem Vorstand künftig überhaupt nicht mehr reden - nachdem Richter des Hessischen Landgerichts moniert hatten, das Thema sei unterschwellig (und zu Unrecht) zum Hauptstreikgrund avanciert.

Stattdessen lädt die Pilotengewerkschaft ihren Tarifpartner ein, an frühere Gespräche anzuknüpfen und nur noch über die zugegeben komfortablen Regeln zur Frühverrentung der Konzernpiloten zu verhandeln. Die wollen die VC-Unterhändler künftig sogar noch üppiger gestalten. Ein Akt der Dreistigkeit? Formal ja, aber in Wahrheit ein geschickter Schachzug, mit dem die VC so schnell wie möglich wieder streikfähig werden möchte.

Und das funktioniert so: Indem die Pilotengewerkschaft unrealistische Forderungen stellt, die der Konzern nicht erfüllen kann und will, werden die avisierten Treffen innerhalb kurzer Zeit scheitern. Das aber ist genau das, was die Pilotenfunktionäre brauchen und wollen: einen Grund, um möglichst schnell wieder zu einem Ausstand aufrufen zu können. Den könnten dann nicht einmal mehr die Gerichte verhindern, weil er formal in Ordnung wäre.

Inhaltlich wäre der Streik allerdings mehr als bizarr. Schließlich hatten sich die Streitparteien zuletzt gerade bei diesem Thema schon weit angenähert. Ein ranghoher VC-Funktionär kommentiert das geplante Vorgehen trocken: "Wir haben vielleicht ein Gegentor kassiert, aber das Spiel ist noch lange nicht zu Ende."

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 217 Beiträge
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1. Sonderbares Gerichtsurteil
Mike1267 13.09.2015
Der Richter des LAG Hessens ist zufälligerweise Dozent an der European Business School, die großzügig von der Lufthansa gefördert wird. Wen wundert da noch was? Medien, Politik, Justiz unabhängig? Weit gefehlt...
2. Bizarr wäre es...
Mike1267 13.09.2015
...wenn die Lufthansa es schaffen würde ohne Gegenwehr gegen gültige Tarifverträge zu verstoßen, ohne dass sich die Mitarbeiter wehren. Die Firma hat die Schlammschlacht initiiert und die Piloten und wahrscheinlich bald auch die restlichen Mitarbeiter sind die Bösen. Verkehrte Welt!
3. Das Spiel ist zu Ende
guspe 13.09.2015
... wenn Lufthansa finanziell am Ende ist, zerschlagen wird und ein Traditionsunternehmen von der Gier einiger weniger zerstört wurde.
4. Zeiten ändern sich
j.vantast 13.09.2015
Vorbei sind die Zeiten in denen man als Pilot noch etwas ganz besonderes war. Und damit sind auch die Zeiten vorbei in denen man üppige Versorgungsleistungen und Übergangsgelder bekam. Die IT-Branche hat das auch hinter sich. Die fetten Zeiten sind vorbei. Die Piloten sollten das vielleicht auch endlich einmal realisieren.
5. Die endlose Gegenwehr der Piloten
Mike1267 13.09.2015
Wäre die richtige Überschrift oder "Die endlose Provokation der Lufthansa". Die Leute glauben leider alles, was die Wirtschaft den Medien diktiert.
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