Lufthansa Rekordstreik lässt Passagier- und Frachtzahlen sinken

Weniger Passagiere, weniger Fracht: Der Streik der Flugbegleiter hat bei der Lufthansa für eine deutlich geringere Auslastung gesorgt. Im November waren 4700 Flüge ausgefallen.

Flugbegleiter streiken am Flughafen Düsseldorf: Die Lufthansa verzeichnet einen starken Rückgang bei Passagieren und Fracht
DPA

Flugbegleiter streiken am Flughafen Düsseldorf: Die Lufthansa verzeichnet einen starken Rückgang bei Passagieren und Fracht


Bei der Lufthansa hat der siebentägige Streik der Flugbegleiter die Anzahl an Passagieren und Fracht im November stark sinken lassen. Zusammen mit ihren Töchtern Germanwings, Swiss und Austrian Airlines beförderte Europas größte Fluggesellschaft 7,2 Millionen Fluggäste und damit 8,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Bei der bestreikten Kernmarke Lufthansa, bei der die Germanwings-Flüge eingerechnet sind, fiel der Rückgang mit 12,5 Prozent noch deutlicher aus. Die Sitzauslastung verschlechterte sich konzernweit um 0,6 Prozentpunkte auf 75,3 Prozent.

Auch im Cargo-Geschäft ging es deutlich abwärts. Konzernweit beförderte die Lufthansa 156.000 Tonnen Fracht und Luftpost, ein Minus von 12,3 Prozent. Die Auslastung ging um 5,3 Prozentpunkte auf 69,3 Prozent zurück.

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo hatte ihre Mitglieder im November an sieben Tagen in den bislang härtesten Arbeitskampf in der Geschichte der Lufthansa geführt. Nach Angaben des Unternehmens fielen rund 4700 Flüge aus, auf die rund 550.000 Passagiere gebucht waren. Drei weitere Streiktage wurden angedroht, aber nicht vollzogen.

Zentraler Streitpunkt in dem Streik war die Alters- und Übergangsversorgung. Zwar sollten die Flugbegleiter wie bisher mit 55 Jahren ausscheiden können, allerdings mit Abschlägen bei der Übergangsversorgung. Ein zweiter Streik der Flugbegleiter konnte nach Spitzengesprächen mit dem Lufthansa-Vorstand noch abgewendet werden.

Über die offenen Rentenfragen soll noch verhandelt werden, bis am 19. Januar Matthias Platzeck als Schlichter tätig wird. Er hatte bereits mit einer Schlichtung bei der Deutschen Bahn Erfolg. Für das Bodenpersonal sind die Verhandlungen bereits abgeschlossen, während sich bei den ebenfalls streikfreudigen Piloten noch kein Ende des Tarifkonflikts abzeichnet.

sfm/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
weltenbummler20 09.12.2015
1. Es wird nicht der letzte Streik bei LH gewesen sein
Damit wird es auch noch in Zukunft weitere Verluste für Deutschlands größter Airline geben. Leider kommen die Piloten und Flugbegleiter anscheinend nicht zur Vernunft. Doch Spohr muss hart bleiben, und - wie bisher - keinerlei Verhandungsspielraum den Streikenden bieten. Nur so kann bei dem enormen wirtschaftlichen Druck und übermächtiger Konkurrenz die Airline auch noch in Zukunft existieren
zire777 09.12.2015
2. @weltenbummler20
Aus genau diesem Grund gehen einst Stolze Deutsche Unternehmen den Bach runter. Jahrelange Misswirtschaft, das offensichtlich ignorieren von Tatsachen durch das Management. Damit am Schluss vollkommen Kopflos und als einzige reaktion, das Personal leiden soll... Dazu erlaubt sich der Vorstand auch nur darüber nachzudenken das Gehalt dieses, vollkommen überforderten Management, um 15% zu erhöhen. Ein unglaublicher Schlag ins Gesicht derer die zum Sparen aufgefordert werden, da es dem Unternehmen ja so wahnsinnig schlecht geht. Man leistet sich für tausende von EUR am Tag McKinnsey Berater (wofür möchte der Vorstand dann mehr Geld?) Der VW leistet sich einen eigenen Sprecher (ein DAX Unternehmen braucht sowas aber nicht der VV) Das gejammert man würde ja unterdurchschnittlich bezahlt hinkt, da kein anderes Luftfahrtunternehmen im DAX vertreten ist. Die AN Vertreter der Kabine und des Cockpits haben in den letzten beiden Jahren Verhandlungsbereitschaft gezeigt und mehrfach nachhaltige Einsparungen angeboten, die alle vom Vorstand kassiert wurden. Da werden CLH Piloten umgeschult (kostet) Externe Trainer für 5stellige Monatsgehälter fürs Cockpit der EW engagiert... Das soll alles billiger sein. Reine Augenwischerei. 2 Jahre verhandelt das sind 730 Tage davon wurden 13 Tage vom Cockpit bestreiten und 6 Tage von der Kabine. Bitte wieder anfangen zu jammern das die AN doch alle das Unternehmen kaputt Streiken würden. Bisher ist kein einziges Unternehmen durch die AN ruiniert worden, jedoch 1000Unternehmen durch falsche Unternehmensführung. Armes Deutschland
redwed11 09.12.2015
3.
Zitat von weltenbummler20Damit wird es auch noch in Zukunft weitere Verluste für Deutschlands größter Airline geben. Leider kommen die Piloten und Flugbegleiter anscheinend nicht zur Vernunft. Doch Spohr muss hart bleiben, und - wie bisher - keinerlei Verhandungsspielraum den Streikenden bieten. Nur so kann bei dem enormen wirtschaftlichen Druck und übermächtiger Konkurrenz die Airline auch noch in Zukunft existieren
Da ruiniert ein völlig überforderter Vorstand ein Unternehmen, vernichtet eine gute Marke, indem man gegen die Beschäftigten eine brutale Haltung zeigt und ansonsten versucht aus LH einen Billigheimer zu machen. Und dann die Krönung. Für das Versagen verlangt der jetzt schon überbezahlte Vorstand eine völlig unangemessene Erhöhung seiner Einkommen. So geht die einst so stolze Lufthansa durch das Versagen der Vorstände den Bach runter. Wie schon viele deutsche Unternehmen, die von den Vorständen vernichtet wurden. Hubschrauber-Middelhoff lässt grüßen. Er hat in Spohr einen würdigen Nachfolger.
conrath 09.12.2015
4. Die Elite der Lufthanseaten. ..
...ist uneinsichtig, maßlos und narzisstisch. Sie kennt nur die eigenen Maßstäbe an. Lufthansa wird so Opfer der eigenen Hybris und Brut. Klug ist hier weder Management noch Mitarbeiterschaft. Sie sind Seiten der gleichen Münze für die man sich immer weniger kaufen kann. Evolution sieht anders aus.
pirx64 09.12.2015
5. zumachen
Macht den Laden dicht, die wollen nicht arbeiten und welcher Kunde, ob Passagier oder Frachtkunde will Lotto spielen?
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