Konkurrenz durch Etihad Lufthansa streicht Abu Dhabi als Flugziel

Die Konkurrenz ist übermächtig: Lufthansa gibt Abu Dhabi als Flugziel auf. Von 2015 an überlässt die größte deutsche Fluglinie den Rivalen von Etihad Airways die Verbindungen nach Frankfurt.

Lufthansa-Maschinen in Frankfurt: Übermächtige Konkurrenz
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Lufthansa-Maschinen in Frankfurt: Übermächtige Konkurrenz


Frankfurt am Main/München - Der harte Verdrängungswettbewerb durch arabische Airlines zwingt die Lufthansa ausgerechnet an ihrem Heimatflughafen in Frankfurt zu drastischen Konsequenzen. Vom kommenden Sommer an will die Fluggesellschaft eigenen Angaben zufolge die Verbindung zwischen dem größten deutschen Airport und Abu Dhabi bis auf Weiteres komplett einstellen. Bislang bedient die Lufthansa die Strecke noch einmal am Tag.

Hintergrund ist die massive Konkurrenz durch die Fluglinie Etihad Airways. Die Araber fliegen zweimal täglich zu ihrem eigenen Hub, um die Passagiere von dort aus in alle Welt weiterzutransportieren. Im Codesharing-Verfahren gemeinsam mit Airlines wie Air Berlin Chart zeigen, Alitalia Chart zeigen und Air Serbia gibt es weitere tägliche Verbindungen. Insgesamt bietet Etihad so 49 wöchentliche Verbindungen zwischen Deutschland und Abu Dhabi an.

Zwar waren auch die Jets des deutschen Marktführers Lufthansa Chart zeigen bislang relativ gut ausgelastet. Das Überangebot auf der Route sorgte jedoch dafür, dass die erzielbaren Einnahmen auf der Strecke viel zu gering ausfielen, um Gewinne zu erwirtschaften. Nun zieht die Lufthansa Konsequenzen und überlässt die Verbindung dem Angreifer aus dem Nahen Osten.

Der Schritt ist auch als Protest gegen den unfairen Wettbewerb zu verstehen, den Etihad der deutschen Vorzeigefluglinie aus deren Sicht liefert. Lufthansa wirft den arabischen Fluggesellschaften vor, bewusst Flüge in die arabische Region zu verlagern, um die wichtigen Drehkreuze in Europa zu schwächen. In die gleiche Richtung zielt auch die Entscheidung des Luftfahrtbundesamts, 34 der Codesharing-Verbindungen von Air Berlin und Etihad von kommenden Jahr an zu untersagen. Hinzu kommt, dass Etihad beileibe nicht der einzige Konkurrent der Lufthansa auf den Verbindungen in die Golfstaaten ist. Emirates fliegt 63 wöchentliche Verbindungen, Qatar Airways bietet 35 Flüge pro Woche an.

did/fdi



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bananenpudding 16.10.2014
1. Die Konkurrenz ist besser
Die Konkurrenz durch Etihad ist nicht übermächtig. Sie ist einfach besser. Im Vergleich zu einem Business-Class-Flug bei Etihad Airways fühlt sich ein Business-Class-Flug bei Lufthansa nach einem Viehtransport an.
ddrbewohner 16.10.2014
2. Politisch so gewollt
Die Politik wollte doch mit der Luftverkehrsabgabe genau das erreichen, weniger Flugbewegungen, höhere Preise. Hat geklappt. Gut, natürlich hat sich die Politik gegen die eigene Wirtschaft und die eigenen Bürger gerichtet, aber das ist ja inzwischen normal. Wer von deutscher Politik profitieren will, zieht ins Ausland.
fatherted98 16.10.2014
3. wenn es geht...
...fliege ich nie LH...das Personal ist oberunfreundlich und zeitweise sogar unverschämt...die Holzklasse wird behandelt wie Passagiere auf einem Sklavenschiff...teilweise wird einem das Essen auf Langstrecke auf den Schoss geworfen, wenn man vergessen hat das Tablett runterzuklappen....ne danke.
KJB 16.10.2014
4. Die Konkurrenz ist nicht besser
Die Konkurrenz aus dem arabischen Raum wird nur übermächtig subventioniert, die komplette Belegschaft ist Rechtslos (geringer Arbeitsschutz, keine Betriebsräte, keine Fewerkschaften, schlechte soziale Absicherung) und deshalb sollten vor allem die drei großen Namen von dort massiv mit Auflagen in der EU bekämpft werden. Europäische Fluglinien haben aufgrund der institutionellen Rahmenbedingungen keinen Stich gegen die arabischen.
Jochen2002 16.10.2014
5. Nur weiter so!
Wozu überhaupt Flughäfen? Das gibt nur Lärm, Abgase und viel An- und Abreiseverkehr mit PKW und Zug. Ist doch total lästig. Lasst uns das doch lieber gleich sein und die "Ersparnis" aus den dann nicht mehr erforderlichen Investitionen gleichmäßig, also "gerecht" auf alle Bürger verteilen. Sozusagen als "Anti-Lärm-Dividende".
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