Lufthansa-Streik Bodenpersonal ruft zu Anti-Piloten-Demo auf

Mit ihrem Tarifstreit ziehen sich die Lufthansa-Piloten den Unmut von Teilen des Bodenpersonals zu. Der Betriebsrat ruft zur Kundgebung gegen die "zerstörerischen Streiks" auf.

AFP


Unter Mitarbeitern des Lufthansa-Konzerns formiert sich Widerstand gegen die streikenden Piloten der Airline. Der Betriebsrat des Frankfurter Bodenpersonals hat für Mittwoch zu einer Gegendemonstration an der Unternehmenszentrale aufgerufen.

Zeitgleich will die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) für die Belange der Piloten demonstrieren. Die Gewerkschaft hatte für Dienstag und Mittwoch erneut zur Niederlegung der Arbeit aufgerufen, um ihrer Forderung nach deutlich mehr Geld Nachdruck zu verleihen. An den beiden Tagen sollten erneut rund 1700 Flüge der Kernmarke Lufthansa Chart zeigen ausfallen.

Der Boden-Betriebsrat fordert in seinem Aufruf ein schnelles Ende des "zerstörerischen Streits" und verlangt von der VC, in eine Schlichtung einzuwilligen. Die Durchsetzung von Partikularinteressen gehe auf Kosten aller anderen Kollegen. "Vielmehr muss es darum gehen, den notwendigen Konzernumbau im Sinne aller Lufthanseaten konstruktiv und in die Zukunft gerichtet zu begleiten. Tarifforderungen müssen sich den realen Marktbedingungen stellen", heißt es in dem nicht namentlich unterzeichneten Aufruf.

Der Bodenbetriebsrat Frankfurt wird von vier Mitarbeitergruppen geführt. Neben der DGB-Gewerkschaft Ver.di sind die Vereinigung Boden, die Unabhängigen Lufthanseaten sowie die Vereinigung Luftfahrt vertreten. Zum Bodenpersonal gehören etwa die Beschäftigten in der Passagierabfertigung, Ticketabrechnung und Wartung.

Die Kabinengewerkschaft Ufo distanzierte sich dagegen von der Demonstration gegen die Piloten. Der Aufruf sei ein "bitteres Armutszeugnis".

beb/dpa

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joey55 29.11.2016
1.
Man kann nur hoffen, dass die Piloten in eine Schlichtung einwilligen. Damit würden Sie Kompromisbereitschaft signalisieren.
stefanmargraf 29.11.2016
2. Tja, weniger privilegierte Mitarbeiter der LH hoffen auf ein Überleben der Airline
das wird aber schwer. Da ist ja Alitalia zuverlässiger. Wer ankommen will wählt Ryanair und andere Carrier...
Ossi! 29.11.2016
3. Wen interessiert's?
Mich wundert schon seit längerem warum es ein Pilotenstreik bie einer mittelgroßen Luftlinie immer wiedr auf Platz eins in allen Nachrichten schafft. Wenn 1000 Flüge ausfallen, sind 100000 Passagiere betroffen, das sind relativ zur Bevölkerung nur Promille, aber anscheined die richtigen: Politiker, Wirtschaft und Journalisten, also Spesenritter. Ich habe in 30 Jahren nicht eine Person kennengelernt, die Lufthansa flog und das Ticket selbst bezahlen mußte.
joe50502005 29.11.2016
4. Angst frisst CHarakter auf
Es ist mehr als ein "bitteres Armutszeugnis", wie Ufo diesen unglaublichen Vorgang nennt. Es ist ein Sieg der Dummheit über den Charakter, wenn Arbeitnehmer, die in den letzten Jahren durch ständiges Umfirmieren ihres Arbeitgebers entrechtet und um jeden verdienten Cent des mit erarbeiteten Mehrwertes des Unternehmens sich dumpfer Angst heraus gegen die eigenen Kollegen wenden. Und das auch noch unterstützt von sogenannten Arbeitnehmervertretern, die wohl offenbar die Seite gewechselt haben. Ich bin selbstständig und Vielflieger, stehe aber aus Überzeugung zum elementaren Recht, die Arbeitnehmerinteressen durch Streik durchzusetzen. Mit dieserr Haltung bin ich nicht alleine: Viele Fluggäste sind bereit, für gute Leistung gutes Geld zu bezahlen. Und das sollte auch dort landen, wo es erarbeitet wird.
Zambi 29.11.2016
5. Schon Seit Jahren
nutzen die Piloten ihre Macht, sehr zum Nachteil der übrigen Beschäftigten. Der Vorstand hätte schon längst mit weiteren Billigfluglinien, deren Piloten dann zu anderen Tarifen fliegen, eine Konkurrenz im eigenen Hause schaffen müssen. Sodann braucht man die ewig streikenden nur gegen diese Billiglinie antreten lassen und ihnen die Aufträge wegnehmen und wegen mangelnder Rentabilität kann man sie dann entlassen.
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