Tarifstreit Lufthansa macht neues Angebot - Piloten lehnen ab

Die Lufthansa hat ihren streikenden Piloten ein neues Tarifangebot unterbreitet. Es sieht 4,4 Prozent mehr Geld und bis zu 1000 Neueinstellungen vor. Der Vereinigung Cockpit ist das nicht genug.

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Im Tarifstreit mit ihren Piloten versucht die Lufthansa weitere Streiks zu verhindern. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, habe man ein verbessertes Angebot vorgelegt, das 4,4 Prozent höhere Vergütungen und eine Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern vorsehe. Außerdem wolle man bis zu 1000 Nachwuchspiloten neu einstellen.

Die Gewerkschaft prüfte das Angebot noch am Freitagabend - und lehnte es ab. Die Lufthansa fordere weiterhin eine Nullrunde für sechs Jahre sowie weitere Zugeständnisse der Piloten, teilte die Pilotenvereinigung mit. Aus Rücksicht auf die Kunden werde es aber am Sonntag keinen Streik der Piloten geben.

Das Unternehmen bezweckte mit seinem neuen Tarifangebot, auch alle anderen Tarifthemen wie die Betriebs- und Übergangsrenten in neuen Verhandlungen zu lösen, möglicherweise mit Hilfe eines Mediators, wie Personalchefin Bettina Volkens erklärte. Verhandlungen hätten noch an diesem Wochenende aufgenommen werden können. Mit dem Angebot knüpfe man an Gespräche mit der Vereinigung Cockpit aus dem September an.

"Unsere großen Differenzen in den gescheiterten Verhandlungen zum Vergütungstarifvertrag resultieren offensichtlich auch aus unterschiedlichen Auffassungen über die künftige Weiterentwicklung des Konzerns", meinte Lufthansa-Managerin Volkens. "Aus Gesprächen mit unseren Piloten wissen wir jedoch, dass es ihnen auch um viele andere ungelöste Tariffragen geht" - nicht nur um die Vergütung.

Die Gewerkschaft fordert rückwirkend ab 2012 eine Lohnerhöhung von 3,7 Prozent im Jahr. Die Lufthansa hatte bisher 2,5 Prozent über eine Laufzeit von gut sechs Jahren geboten.

Der bereits seit Mittwoch laufende Streik der Pilotenvereinigung Cockpit macht der größten deutschen Fluggesellschaft zu schaffen. Die Lufthansa veranschlagt die Einbußen eines kompletten Streiktags auf der Kurz- und Langstrecke mit zehn Millionen Euro.

Am Freitag hatten die Flugzeugführer den Streik abermals um einen Tag verlängert. Als Reaktion strich die Airline für Samstag bereits 140 Strecken, darunter 88 Interkontinentalflüge

stk/sun/dpa/Reuters



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