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Vereinigung Cockpit: Lufthansa-Piloten drohen mit jahrelangen Streiks

Ampel am Flughafen Frankfurt am Main: Streiks sollen noch intensiviert werden Zur Großansicht
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Ampel am Flughafen Frankfurt am Main: Streiks sollen noch intensiviert werden

Die Lufthansa-Piloten wollen mit einer Kampfansage Stärke demonstrieren: Sie drohen, ihre Streiks auf Jahre auszudehnen. Der Konzern ruft zur Fortsetzung der Gespräche auf.

Frankfurt am Main - Die Piloten machen Front gegen die Lufthansa. Der aktuelle Ausstand der Kapitäne ist schon ihr zwölfter Streik. Und - falls nötig - nicht der letzte, drohen sie nun dem Unternehmen.

"Wir können noch die nächsten paar Jahre streiken", sagte ein Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Die Lufthansa müsse endlich akzeptieren, dass man auf Regelungen im Konzerntarifvertrag bestehe. Die Haltung des Vorstands, angesichts der schwierigen Marktlage dem Personal überhaupt keine Zusagen mehr machen zu wollen, sei für die VC nicht hinnehmbar. Die kommenden Streiks würden daher noch intensiviert.

Die Gewerkschaft hat ihre Mitglieder für Mittwoch zu einem weiteren Streik bei der Lufthansa aufgerufen. Deutschlandweit werden ganztägig Kurz- und Mittelstreckenflüge bestreikt. Flüge der Lufthansa-Tochter Germanwings sind vom aktuellen Arbeitskampf nicht betroffen.

Die Lufthansa hatte vor wenigen Tagen eigenen Angaben zufolge ein verbessertes Angebot zur Übergangsversorgung der rund 5400 nach dem Konzerntarifvertrag bezahlten Piloten vorgelegt. Die Fluggesellschaft warf der Pilotengewerkschaft nun vor, die Streikankündigung entbehre jeder Verhältnismäßigkeit. Man sei Cockpit deutlich entgegengekommen. Das Unternehmen rief zur unverzüglichen Fortsetzung der Gespräche auf.

Die Vereinigung Cockpit begründete den Arbeitskampf unter anderem damit, dass bei den Verhandlungen Mitte vergangener Woche keine Fortschritte erzielt worden seien. Das Lufthansa-Management beharre laut VC auf seiner Position einer deutlichen Verschlechterung für junge Piloten bis hin zur Abschaffung der Übergangsversorgung. Das sei nicht akzeptabel.

Die Piloten hatten in den vergangenen Monaten wiederholt bei den Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings gestreikt. Streikanlass ist die umstrittene Übergangsversorgung der Piloten bis zur gesetzlichen Rente. Es gibt aber auch eine Vielzahl weiterer ungelöster Tarifthemen - und einen heftigen Streit über den künftigen Kurs bei Europas größtem Luftfahrtkonzern.

Wegen des geplanten Pilotenstreiks sagte die Lufthansa für Dienstag geplante Gehaltsverhandlungen ab. Die Arbeitsniederlegung zeige die mangelnde Bereitschaft der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) eine Lösung in dem Konflikt zu finden, kritisierte Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens.

"Deshalb hat Lufthansa die heutigen Gespräche mit der VC abgesagt und ihr Angebot auf eine Erhöhung der Vergütung zurückgezogen", hieß es in einer Mitteilung der Airline. Ein Sprecher der Gewerkschaft warf der Fluggesellschaft im Gegenzug vor, nicht an einem Kompromiss interessiert sei. "Sie will gar keine Lösung."

bos/ssu/dpa/Reuters

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1. Wenn es Lufthansa nicht mehr gibt, ist auch VC weg !
Alfred Ahrens 17.03.2015
Zwei Fliegen mit einer Klappe, die Konkurrenz und die ehemaligen Businesskunden von Lufthansa wird es freuen. In der heutigen Zeit braucht man beide nicht mehr, weder LH noch VC !
2. Schluss damit!
doncarlos! 17.03.2015
Ich habe kein Verständnis für die Beibehaltung überkommener Pfründe aus einer Zeit, in der Fliegen wesentlich mehr bedeutete als Computer bedienen. Sollen sie streiken - ich hoffe, die LH hat schon eine Bechäftigungsgesellschaft zur Neueinstellung von Piloten, damit der Sumpf von Altbeschäftigten langsam ausgetrocknet werden kann...
3. VC handelt unverantwortlich
robit67 17.03.2015
Die Lufthansa mit abenteuerlichen Forderungen aus vergangenen Zeiten in die Bedeutungslosigkeit führen - und das mit teilweise unternehmenspolitisch motivierten Streiks, die ausdrücklich verboten sind. Was denkt sich VC?
4. Das will ich sehen.
static2206 17.03.2015
Mit jedem Streik gibt es einen Verdienstausfall für die Piloten, welcher von der Gewerkschaft kompensiert wird. Die Gewerkschaft finanziert sich aus den Mitgliedsbeiträgen welche die Piloten von ihren Gehältern bezahlen. Irgendwann sind dann die finanziellen Reserven der Gewerkschaft doch aufgebraucht oder etwa nicht? Lasst sie sich doch pleite Streiken.
5. Ausgezehrter Kranich
leser008 17.03.2015
Die Marktlage ist nicht schwierig. Aber wenn Lufthansa sich unbedingt als -global player- aufstellen will und sich ohne auf Rendite zu achten auf per se unrentablen Strecken mit Gegnern wie emirates anlegen muss, dann bleibt die Rendite eben auf der Strecke, da hilft auch die 100.e Umstrukturierung nichts. Das muss das management dann den Aktionären erklären, nicht den Piloten oder dem Flugpersonal. Wenn die zuletzt Dividendenrendite von 2,5 Proz wenigstens ins Unternehmen investiert würde, aber so wird das Unternehmen nur ausgezehrt.
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