Lufthansa Kein Kartellverfahren - trotz hoher Ticketpreise

Nach der Insolvenz der Billigfluglinie Air Berlin hat die Lufthansa die Preise auf innerdeutschen Strecken zeitweise um 25 Prozent erhöht. Das Kartellamt plant trotzdem kein Missbrauchsverfahren.

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Das Bundeskartellamt hat Beschwerden wegen Preiserhöhungen der Lufthansa zurückgewiesen. Das teilte die Behörde am Dienstag mit.

"Lufthansa Tickets waren nach der Insolvenz von Air Berlin im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich um 25 bis 30 Prozent teurer", räumte Kartellamtschef Andreas Mundt zwar ein. Dieser Preisanstieg sei zwar erheblich, rechtfertige aber nicht die Einleitung eines Missbrauchsverfahrens.

Nach der Pleite von Air Berlin hatte die Lufthansa auf einigen innerdeutschen Strecken für ein paar Monate ein Monopol inne. Durch konsequente Kontrollen sei aber der Markteintritt von easyJet ermöglicht worden, schrieb das Kartellamt in einer Pressemitteilung. Im Anschluss seien die Preise umgehend gefallen und lägen ungefähr wieder auf dem Preisniveau, das vor dem Ausscheiden Air Berlins festgestellt worden sei.

"Die Entwicklung der Flugpreise wäre bestimmt nicht so günstig verlaufen, wenn die Lufthansa dauerhaft Monopolist auf diesen Strecken geworden wäre", urteilt Mundt.

Air Berlin hatte im Oktober 2017 den Flugbetrieb eingestellt. Das Unternehmen wurde daraufhin in verschiedene Teile aufgeteilt. Zahlreiche Flugzeuge sowie die dazugehörigen Start- und Landerechte gingen an easyJet. Auch die Lufthansa wollte wesentliche Unternehmensteile erwerben, dies scheiterte jedoch in Bezug auf die Air-Berlin-Tochtergesellschaft Niki am Widerstand der Europäischen Kommission.

Das Kartellamt hat nach eigenen Angaben die Preisentwicklung auf den 13 passagierstärksten innerdeutschen Strecken untersucht. Auf diesen Strecken seien stichprobenartig insgesamt 412 Flüge an 44 Stichtagen analysiert worden. Insgesamt seien 56.064 Einzeltickets von Lufthansa und Eurowings in die Auswertung eingeflossen.

Das Bundeskartellamt will die Entwicklungen auf den innerdeutschen Flugmärkten weiterhin "intensiv beobachten". Bei etwaigen Hinweisen auf missbräuchlich überhöhte Preise, werde das Amt erneut eine Verfahrenseinleitung prüfen.

ssu



insgesamt 12 Beiträge
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spon-facebook-1261351808 29.05.2018
1. Abgekartetes Spiel!
Das alles war und ist ein abgekartetetes Spiel der Lufthansa. Noch trauriger ist es, dass der Service bei Lufthansa und Eurowings um Längen schlechter ist als bei der ehemaligen airberlin. Ich habe selten so missgelauntes Personal erlebt... Am besten gleich eine ausländische Airline nutzen.
frider 29.05.2018
2. Preise und Pleiten.
Es gibt einen Zusammenhang zwischen niedrigen Flugpreisen bei AIR Berlin und der Pleite. Wer jahrelang keine Gewinne erwirtschaftet weil die Ticketpreise unter den eigenkosten liegen verschwindet zu Recht vom Markt. Ich denke das es höchste Zeit wird daß durch Landegebühren die innerdeutschen Flüge so verteuert werden das die Flüge nicht mehr konkurrenzfähig gegenüber der Bahn sind. Auch sind Feinstaubbelastung und Lärmbelästigung in Köln, Frankfurt Berlin eine erhebliche Größe. Kerosin und Diesel sind bei den Verbrennungsrückständen sehr ähnlich. Weniger Flugbewegungen insgesamt sind sicherlich ein sinnvoller Umweltschutz.
zensurgegner2017 29.05.2018
3.
Oh nein, Kosten steigen, wenn sich die Anzahl der anbieter verringert Wer hätte das gedacht Zudem: Warum stiegen denn die Preise? Liegts vielleicht daran, dass AirBerlin nicht kostendeckend kalkuliert hat? Oder haben die die Verluste durch Vorstandsgehälter eingefahren;-)
moabitmoe 29.05.2018
4. Straflos abzocken
Ein 'kurzer' Missbrauch bleibt also straflos. Nicht einmal die abgezockten Gewinne werden teilweise abgeschöpft. Dann sollte es eigentlich auch heißen: Wenn ich also nur kurz mal die zulässige Geschwindigkeit überschreite, dann drückt der Gesetzgeber ein Auge zu. Nicht? Oh, es sind also nicht alle vor dem Gesetz gleich, manche sind und bleiben gleicher.
zensurgegner2017 29.05.2018
5.
Zitat von spon-facebook-1261351808Das alles war und ist ein abgekartetetes Spiel der Lufthansa. Noch trauriger ist es, dass der Service bei Lufthansa und Eurowings um Längen schlechter ist als bei der ehemaligen airberlin. Ich habe selten so missgelauntes Personal erlebt... Am besten gleich eine ausländische Airline nutzen.
Das sehe ich genau so Die Lufthansa hat AirBerlin dafür bezahlt, jahrelang Ticketpreise unter den tatsächlichen Kosten anzubieten, um damit eine Begründung gehabt, die eigenen Kosten senken zu können. Dann hat die Lufthansa nochmal bezahlt damit AirBerlin pleite geht, und nun werden Milliarden, ach was, Trilliarden verdient Alles abgekartet
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