Gehaltsplus trotz Sparzwang: Lufthansa zahlt Flugbegleitern vier Prozent mehr

Eine Gehaltserhöhung von vier Prozent, zweijähriger Kündigungsschutz und eine Einmalzahlung: Die Kabinengewerkschaft Ufo hat der Lufthansa im Tarifstreit hohe Zugeständnisse abgerungen. Dennoch dürfte sich der Kompromiss für die Airline auszahlen.

Schlichter Rürup (Mitte) mit Baublies (r.) und Gerber: Streik abgewendet Zur Großansicht
dapd

Schlichter Rürup (Mitte) mit Baublies (r.) und Gerber: Streik abgewendet

Wiesbaden - Eigentlich passt es nicht zum Sparkurs der Lufthansa: Die Fluggesellschaft hat ihrem Kabinenpersonal einen millionenschweren Tarifabschluss zugestanden. Der Konzern einigte sich am Dienstag mit der Gewerkschaft Ufo auf Gehaltserhöhungen um 3,95 Prozent bei einer Laufzeit von zwei Jahren. Falls die Gewerkschaftsmitglieder zustimmen, sind im Gegenzug Streiks vom Tisch.

Neben dem Lohnplus ab Januar erhalten die 18.000 Stewards und Stewardessen einen zweijährigen Kündigungsschutz und eine Einmalzahlung. Die Mehrkosten belaufen sich laut Lufthansa brutto auf 33 Millionen Euro.

Die Lufthansa hofft, die Ausgaben wieder hereinzukriegen, indem etwa die Flugbegleiter künftig flexibler eingesetzt werden können. Zudem laufe der Tarifvertrag lang, was Planungssicherheit gebe, sagte der Verhandlungsführer des Konzerns, Peter Gerber. Wichtigster Punkt aus Sicht der Lufthansa: Die regelmäßigen Gehaltserhöhungen, die es in den derzeitigen Tarifverträgen noch gibt, seien bei neuen Mitarbeitern nicht mehr so großzügig. Alle neuen Flugbegleiter bei der Lufthansa starten ab 2013 zwar mit höheren Tarifgehältern, können dafür aber nie mehr die Gehälter der Alt-Lufthanseaten erreichen.

Die Streitparteien hatten den früheren Wirtschaftsweisen Bert Rürup als Schlichter zu Hilfe gerufen. "Der Kompromiss ist für die Lufthansa sehr schmerzhaft", sagte Gerber. Ufo-Chef Nicoley Baublies erklärte, Gewerkschaft und Konzern könnten jetzt wieder nach gemeinsamen Wegen suchen, dem scharfen Wettbewerb zu begegnen.

Wenn mehr als 50 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder dem Tarifvertrag bis zum 10. Dezember zustimmen, sind weitere Streiks in der Adventszeit nun vom Tisch.

Lufthansa kann Billigtochter Germanwings ausbauen

Die Lufthansa hat sich Anfang des Jahres ein hartes Sparprogramm verordnet, mit dem der Gewinn bis 2014 um mindestens 1,5 Milliarden Euro steigen soll. "Vergütungserhöhungen sind da eigentlich ausgeschlossen", sagte Gerber.

Doch mit dem Tarifabschluss kann Europas größter Luftverkehrskonzern nun wie geplant seine Billigtochter Germanwings ausbauen und jahrelange Millionenverluste eindämmen. Lufthansa gibt 30 Maschinen an die Tochter ab - meist ohne das teure Personal, das weitgehend bei der Muttergesellschaft bleiben wird. Germanwings kann nun seinen Punkt-zu-Punkt-Verkehr abseits der Drehkreuze Frankfurt und München neue und damit kostengünstige Stewardessen zu den eigenen, deutlich niedrigeren Tarifen einstellen.

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1.
c++ 13.11.2012
Es wäre seriös, wenn man die Gehaltserhöhung per anno angeben würde. Die Inflationsrate, die bekannt gegeben wird, bezieht sich schließlich auch immer auf ein Jahr.
2. Lufthansa
Nachtheinigte 13.11.2012
Zitat von sysopEine Gehaltserhöhung von vier Prozent, zweijähriger Kündigungsschutz und eine Einmalzahlung: Die Kabinengewerkschaft Ufo hat der Lufthansa im Tarifstreit hohe Zugeständnisse abgerungen. Dennoch dürfte sich der Kompromiss für die Airline auszahlen. Lufthansa: Ufo handelt Lohnplus in Tarifstreit heraus - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/lufthansa-ufo-handelt-lohnplus-in-tarifstreit-heraus-a-867057.html)
Eine gute Nachricht, wenn es sicher auch ein Kompromiss ist. Doch eines ist auch klar, wie die Konzernbosse sich das so vorgestellt haben (achten Sie auf meinen Daumen) geht es Gott sei Dank doch noch nicht, obwohl die Regierung zielstrebig in diese Richtung arbeitet.
3. Wer hat sich nur diesen Rürup als Vermittler einfallen lassen?
Conny44 14.11.2012
Zitat von sysopEine Gehaltserhöhung von vier Prozent, zweijähriger Kündigungsschutz und eine Einmalzahlung: Die Kabinengewerkschaft Ufo hat der Lufthansa im Tarifstreit hohe Zugeständnisse abgerungen. Dennoch dürfte sich der Kompromiss für die Airline auszahlen. Lufthansa: Ufo handelt Lohnplus in Tarifstreit heraus - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/lufthansa-ufo-handelt-lohnplus-in-tarifstreit-heraus-a-867057.html)
Der ist nur erfolgreich, wenn er für die eigene Geldbörse arbeitet. Die Überschrift täuscht 4% vor, es ist aber weniger und das über 2 Jahre. Also wieder ein Ergebnis unter der Inflationsrate. :-((
4. über den Tisch
eigene_meinung 14.11.2012
Da hat sich die Gewerkschaft mal wieder über den Tisch ziehen lassen. Der Abschluss bedeutet (aufgrund der Laufzeit) eine Gehaltserhöhung unter der Inflationsrate. Da bleibt sicher wieder genug übrig, um den Vorständen Gehaltserhöhungen in zweistelliger Prozentzahl zu gewähren.
5. Es geht nicht ums Geld
zire777 14.11.2012
Bei diesem Abschluss ging es keinem Angestellten um die Lohnerhöhung. Das war auch der UFO klar, Franz ruft sparen aus( wobei niemand weiß was sein Beitrag zu SCORE ist) da kann niemand erwarten das dann eine Berufsgruppe in diesem Unternehmen wahnsinnige Lohnsprünge zugesprochen bekommt. Es ging den Angestellten von Anfang an darum auch in Zukunft einen Arbeitsplatz zu haben der nicht durch Leiharbeiter und Auslagerungen ständig betroht ist und der dem durchaus anspruchsvollen Anforderungen gerecht wird. Man kann Human Resource eben nicht ersetzen in einem Bereich wie Pilot, Flugbegleiter. Eben in allen Bereichen in denen es um Sicherheit geht. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
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