Tarifstreit Piloten und Lufthansa vereinbaren Schlichtung

Die Piloten der Lufthansa und der Konzern haben sich im Tarifkonflikt auf eine Schlichtung geeinigt. Bis Ende Januar wollen sich beide Seiten verständigt haben - vorher wird nicht mehr gestreikt.

Enteisung am Flughafen Frankfurt
DPA

Enteisung am Flughafen Frankfurt


Die Piloten und das Management der Lufthansa haben sich in ihrem zähen Tarifkonflikt auf eine Schlichtung geeinigt. Die Schlichtung solle bis Ende Januar abgeschlossen werden, teilten die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit und Lufthansa mit. In der Zeit werde nicht gestreikt. "Nur am Verhandlungstisch können wir Lösungen finden, die für Mitarbeiter und Unternehmen Perspektiven bieten", sagte Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens. Zur Person des Schlichters sei Stillschweigen vereinbart worden.

Der seit Jahren schwelende Tarifstreik hatte sich Ende November in der 14. Runde zugespitzt, damals hatten die Piloten sechs Tage lang gestreikt und dem Unternehmen einen Schaden von rund 100 Millionen Euro zugefügt. Rund 4450 Flüge fielen aus, 525.000 Passagiere waren betroffen.

Das letzte Angebot der Lufthansa beinhaltete eine Lohnsteigerung von 4,4 Prozent sowie eine Einmalzahlung. Die Gewerkschaft fordert für die 5400 Lufthansa-Piloten ein Plus von insgesamt 22 Prozent, darin enthalten sind Nachzahlungen für vier Jahre.

Konzernchef Carsten Spohr hatte sich in der vergangenen Woche entschlossen gezeigt, nicht einzulenken. "Lieber ein paar Tage ohne Lufthansa als irgendwann ganz ohne Lufthansa", hatte er gesagt. Deutschland größte Airline könne nur fit für die Zukunft und den harten Wettbewerb gemacht werden, wenn sie ihre Strukturen ändere.

In der Schlichtung geht es nun ausschließlich um den Vergütungstarifvertrag. Bezogen darauf gelte die Friedenspflicht, teilte beide Seiten mit. Wegen Gehaltsfragen sind damit Streiks bis Ende Januar ausgeschlossen. Arbeitsniederlegungen der Piloten wegen anderer Streitthemen bleiben zwar theoretisch möglich, sind aber unwahrscheinlich. Dies würde die Gespräche belasten.

"Wir wollen gemeinsam mit der VC einen langfristigen Tariffrieden erreichen", sagte Volkens. Man sei zuversichtlich, eine Einigung zu finden. Ein Sprecher von VC sagte, mit der Konzentration auf die Vergütung seien die Verhandlungen nicht mehr so kompliziert. Zwar liege man bei den Gehältern noch weit auseinander, doch der 31. Januar sei ein "durchaus realistischer Zeitraum", um eine Lösung zu finden.

nck/Reuters/AFP

insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
i.dietz 16.12.2016
1. Ganz ehrlich ?
Für diese ganzen Pilotenstreiks hat der normale Arbeitnehmer absolut KEIN Verständnis ! Tarifverhandlungen müssen und sollen sein ! Aber Festhalten an alten Besitzständen und das NUR von einer sowieso privilegierten Arbeitnehmerschaft ist fast schon "asozial" zu nennen !
Steff BKK 16.12.2016
2. soll man buchen?
Entweder streikt Lufthansa oder deren Billigtöchter Germanwings und Eurowings fliegen nicht. Weil LH die meisten Europa Flüge an diese Billigtöchter abgetreten hat, weiss man nie richtig, wie, mit wem und ob man zum Ziel kommt. Auch wenn man LH business bucht. Service bei Annullierungen ist bei den zwei Billiggesellschaften "gleich NULL". Langstrecken darf man mit LH sowieso nicht planen geschweige denn buchen, weil man nie weiss, ob sie fliegen. Es gibt zum Glück gute Alternativen und man kann leicht auf den kranken Kranich verzichten. Die ganze Lufthansa ist dermassen fertig. Lösung: den Laden bankrott gehen lassen und nochmals von vorne anfangen. Bis zu diesem Neuanfang sicher keine Tickets mit dieser Firma buchen. Man wird nur betrogen, über den Tisch gezogen und enttäuscht (ich bin bei Star Alliance in den Top 1000 und weiss was zuverlässig viel-fliegen heisst).
whrsml 16.12.2016
3. Lufthansa? Nein, danke!
Trotz Schlichtung werde ich Lufthansa nicht mehr in meine Reiseplanung einbeziehen. Der Service hat stark nachgelassen. Lufthansa gilt für mich mittlerweile als extrem unzuverlässig. Viele MitarbeiterInnen des Konzerns sehen den Kunden als eine lästige Nebensache. Unmotiviert, gelangweilt, öde. Good-bye and Auf Wiederseh'n!
joff 16.12.2016
4. Arbeitnehmer mit Verständnis
Zitat von i.dietzFür diese ganzen Pilotenstreiks hat der normale Arbeitnehmer absolut KEIN Verständnis ! Tarifverhandlungen müssen und sollen sein ! Aber Festhalten an alten Besitzständen und das NUR von einer sowieso privilegierten Arbeitnehmerschaft ist fast schon "asozial" zu nennen !
Ich bin normaler Arbeitnehmer und habe vollstes Verständnis für den Arbeitskampf der Piloten. Deren "Besitzstände", wie sie es nennen, wurden hart erkämpft und sie wären dämlich, gäben sie sie auf. Wozu auch? Um die Boni der Vorstände zu erhöhen? Was hier passiert ist ein ganz nnormaler Tarifkonflikt, bei dem die Arbeitgeber geschickt mit der Öffentlichkeit und dem Bodenpersonal spielen. Indem sie an deren Neid appellieren und offentsichtlich funktioniert diese Strategie. "Was ich nicht habe, gönne ich niemand anderes"
loncaros 16.12.2016
5.
Zitat von i.dietzFür diese ganzen Pilotenstreiks hat der normale Arbeitnehmer absolut KEIN Verständnis ! Tarifverhandlungen müssen und sollen sein ! Aber Festhalten an alten Besitzständen und das NUR von einer sowieso privilegierten Arbeitnehmerschaft ist fast schon "asozial" zu nennen !
Sprechen Sie nur für sich, ich habe Verständnis. Aber ich bin kein normaler Arbeitnehmer, ich falle schon in diese "prekäre" Beschäftigung. Weiß jetzt nicht ob das einen Unterschied macht, bitte um Aufklärung.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.