Düsseldorf - Der Machtkampf beim Handelskonzern Metro nimmt eine überraschende Wendung: Auch Großaktionär Haniel hat sich hinter Vorstandschef Eckhard Cordes gestellt. Die Familie Haniel sprach sich am Montag in einer Erklärung für die Verlängerung des im Oktober kommenden Jahres auslaufenden Vertrags von Cordes aus. In den vergangenen Wochen wurde über Cordes' Ablösung spekuliert, nachdem sowohl in Kreisen der Eigentümer als auch der Arbeitnehmervertreter Kritik laut geworden war.
"Wir möchten die öffentliche Diskussion um die Zukunft des Vorstandsvorsitzenden beenden", ließ Haniel-Aufsichtsratschef Franz Markus Haniel durch einen Sprecher mitteilen. Die Familie habe die Entscheidung sorgfältig überdacht, hieß es in der Mitteilung. Zuletzt hatte es im Haniel-Umfeld immer wieder geheißen, Cordes habe die Unterstützung von Teilen der Familie Haniel verloren.
Haniel ist mit 34 Prozent der größte Metro-Aktionär - und fürchtete nun offenbar die negativen Auswirkungen der Führungsdebatte. In der Erklärung heißt es weiter, die Diskussion der vergangenen Wochen sei geeignet, dem Unternehmen und seinem Vorstand Schaden zuzufügen. Die Metro AG stehe angesichts der nachlassenden Konjunktur vor großen Herausforderungen. "Um diese Aufgaben zu lösen, verdient der Vorstandsvorsitzende die Rückendeckung beider Großaktionäre."
Bereits am Wochenende hatte sich die Eigentümerfamilie Schmidt-Ruthenbeck für eine Verlängerung des Vertrags von Cordes ausgesprochen. Die Familie hält knapp 16 Prozent der Anteile an dem Unternehmen. Metro-Aufsichtsratschef Jürgen Kluge begrüßte laut Haniel-Mitteilung "die eindeutige Haltung der beiden Großaktionäre zu Personalfrage". Der Aufsichtsrat werde sie bei beider weiteren Beratung "berücksichtigen". Die nächste Aufsichtsratssitzung ist am 2. November.
fdi/dpa/Reuters
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