Containerschifffahrt Weltgrößte Reederei testet Einsatz von Drohnen

Drohnen sind bei Paketdiensten und Versandhändlern zunehmend beliebt. Auch die Schifffahrtsbranche hat die Fluggeräte entdeckt. Maersk will so die Lieferkosten für Ersatzteile und Medikamente senken.

Drohne im Einsatz für ein Maersk-Schiff
Maersk Tankers

Drohne im Einsatz für ein Maersk-Schiff


Die weltweit größte Containerschiff-Reederei Maersk testet den Einsatz von Drohnen. Die Fluggeräte sollen kleine Ersatzteile, Briefe oder Medikamente für die Besatzung an Bord bringen - und so die Kosten senken.

Der dänische Konzern kann ersten Analysen zufolge 9000 Dollar pro Schiff und Jahr einsparen. Das berichtet das "Wall Street Journal". Dem Bericht zufolge sei der Einsatz von Drohnen auch für andere Aufgaben wie die Inspektion von Schiffsrümpfen denkbar.

Derzeit nutzen Containerriesen eine Flotte von Kleinstschiffen und Schuten, um die Versorgung der Besatzung mit Nahrungsmitteln und anderen Gütern sicherzustellen - und müssen dafür beträchtliche Summen investieren. "Die Kosten für einen Lastkahn liegen im Durchschnitt bei 1000 US-Dollar, können aber auch je nach Region leicht auf 3000 US-Dollar und mehr steigen", sagt Markus Kuhn, Logistikspezialist bei Maersk.

"Drohnen bieten dagegen die einfache Möglichkeit, kleinere Ladungen schnell und flexibel von der Küste zum Schiff und umgekehrt zu versenden", ergänzt Tommy Thomassen, Technischer Direktor der Tankschiffsparte von Maersk. Allein Maersk Tankers besitzt rund 100 Schiffe. Der gesamte Konzern kommt auf mehr als 600 Schiffe.

Untersuchung von Tanks mit Drohnen wird geprüft

Maersks erster Versuch, eine Drohne einzusetzen, verlief nach Konzernangaben in der Nähe der dänischen Hafenstadt Kalundborg größtenteils erfolgreich. Im Januar transportierte die Drohne ein rund zwei Kilo schweres Paket über eine Distanz von 250 Metern und warf es aus fünf Metern Höhe über dem Deck eines Tankschiffs ab. Die im Paket enthaltenen Butterkekse blieben unversehrt. Statt von einem Lastkahn zu starten, sollte die Drohne allerdings ursprünglich vom Festland aus zum Schiff fliegen. Dieser Versuch sei aufgrund des schlechten Wetters abgesagt worden.

Maersk will künftig auch prüfen, ob sich das Innere von Tanks mit den fliegenden Kameras untersuchen lässt. Diese Drohnen müssen aber besonders sicher sein. So darf selbst bei einem Absturz kein Funkenschlag entstehen.

Zuvor hatten weltweit schon andere Unternehmen den Einsatz von unbemannten Fluggeräten erprobt. So brachte Ende 2013 eine Drohne von DHL testweise eine Lieferung mit Arzneimitteln über den Rhein in die Postzentrale. Auch eine Apotheke auf der Nordseeinsel Juist wurde von der Deutschen Post im Herbst 2014 in einem Pilotversuch per Drohnenflug mit Nachschub versorgt. Amazon stellte im November 2015 ein neues Design für seine Lieferdrohnen vor. Diese erinnern eher an kleine Flugzeuge, die senkrecht starten und landen können. Diese Fluggeräte sollen bis zu 24 Kilometer weit fliegen können und eine Geschwindigkeit von knapp 90 Kilometer pro Stunde erreichen.

msc

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insgesamt 8 Beiträge
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From7000islands 17.03.2016
1. Drohnen könnten vielseitig sein
Abgesehen von den Arbeitskräfte und Jobs sparenden Drohnen beim Transport (die shareholder freut's mal wieder) , sollte man die Drohnen bei der Abwehr gegen Piraten einsetzen. Was die Amerikaner in Afghanistan können , sollte auch auf See gegen die Kriminellen gehen.
hdudeck 17.03.2016
2. Ich koennte mir noch ein weiteres Feld
fuer die Drohnen vorstellen. Piratenabwehr. Eine Drohne, die Kreise (automatisch GPS Controled) um das Schiff fliegt kann Piratenschiffe frueher sichten als Radar oder der Ausguck. Damit bleibbt mehr Zeit, entweder fuer Hilfe zu rufen oder entsprechende Preparationen durchzufuehren.
Ursprung 17.03.2016
3. Kommende Drohnennormalitaet
Potentielle Drohnenabsicherungsschwaerme rund um Fracht- und Kreuzfahrtschiffe duerften zukuenftig normal werden. Auch Yachten werden sowas hinkuenftig mehr nutzen. Drohnen sind besser, als jeder Ausguck es sein kann, sichern die Umgebung vollautomatisch, erspaehen auch kleinste und moegliche Kollisionsgegner (von Paddler ueber Segler bis treibende Container), unterliegen in niedriger Hoehe auf See keiner Flugsicherungsbehoerde, sind mit Waffen Rettungsmitteln, Lautsprecher oder Warnsignalen bestueckbar. Briefe oder Arzneien fuer die Besatzung in Kuestennaehe oder Haefen zu expedieren ist dagegen eine fast Nebenbeianwendung, die man mitnehmen kann.
jujo 17.03.2016
4.
Zitat von hdudeckfuer die Drohnen vorstellen. Piratenabwehr. Eine Drohne, die Kreise (automatisch GPS Controled) um das Schiff fliegt kann Piratenschiffe frueher sichten als Radar oder der Ausguck. Damit bleibbt mehr Zeit, entweder fuer Hilfe zu rufen oder entsprechende Preparationen durchzufuehren.
Für die Piratenabwehr nur bedingt tauglich. Die Piraten benötigen relativ ruhige See um erfolgreich ein Schiff zu attackieren. Das heist aber auch daß das Radar sehr gut die Annäherung auch kleinerer Fahrzeuge darstellt.
hdudeck 17.03.2016
5. Dem wage ich zu wiedersprechen:
Radar reicht nur so weit, (Horizon) stellt ein Schiff nur als Dot dar, ohne eine Identifizierung des Objects. Ein kleines Holzboot zum Beispiel wirft so gut wie keine Radarwellen zurueck. Eine Drohne kann ein Bild uebermitteln und ein positive Identifizierung wie Bewaffnung, Mannstaerke Schiffsart uebermitteln. Es kann Information waerend der Enterung geben, ohne das sich Besatzungsmitglieder in Gefahr begeben muessen. Es kann eigenstaendig operieren (anders als Radar, das eine staendige Beobachtung durch Menschen erfordert) und das Schiff entsprechend verfolgen und aufzeichnen(ev. Beweismittel). Es kann zwischen vielen verschiedenen Objecten hin und her fliegen, weil Radar wie gesagt nur ein Dot gibt. Und man koennte auch Warnungen an die Piraten absetzten (Lautsprecher) das sie gesichtet sind und entsprechende Meldungen an die Internationale Flotte gegangen ist. Und das alles selbst bei Nacht. Nur extrem schlechtes Wetter waere ein Problem, aber ich vermute, dann sind Piraten auch nicht unterwegs, da eine Enterung bei schlechtem Wetter (Seegang) entsprechend schwierig wird. Bei the way, die Drohne koennte auch als Ergaenzung mit dem Radar arbeiten.
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