Gewinneinbruch MAN stellt sich auf harte Zeiten ein

Nur einen Euro pro Aktie - mehr bekommen MAN-Aktionäre für 2012 nicht. Der Lastwagenbauer hat ein durchwachsenes Jahr hinter sich und blickt skeptisch in die Zukunft. Ob im nächsten Jahr überhaupt noch Dividenden gezahlt werden, ist ungewiss.

Die Logos von Volkswagen und MAN: Der Mutterkonzern will die Kontrolle übernehmen
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Die Logos von Volkswagen und MAN: Der Mutterkonzern will die Kontrolle übernehmen


München - Nach Volvo und Scania hat auch der Lastwagenhersteller MAN ein schwaches Jahresergebnis vorgelegt. Der Gewinn der Lkw-Tochter von VW verringerte sich im vergangenen Jahr um rund ein Viertel auf 189 Millionen Euro, der Umsatz sank um vier Prozent auf rund 16 Milliarden. Im letzten Quartal wiesen die Trends in den meisten Bereichen des Konzerns zwar wieder nach oben, Umsatz und Gewinn werden im neuen Jahr aber wahrscheinlich trotzdem schrumpfen. Der gesamten Branche macht die schwache Wirtschaftsentwicklung in Europa zu schaffen.

"Auch 2013 wird für MAN ein schwieriges Jahr", sagte Konzernchef Georg Pachta-Reyhofen bei der Präsentation der Jahresbilanz in München. Er gehe zwar davon aus, dass es auch im nächsten Jahr eine Bilanzpressekonferenz geben werde. Welche Strukturen MAN dann aber haben wird, ob zumindest ein Teil an der Börse gehandelt oder ob die Dachgesellschaft MAN SE überhaupt noch existieren wird, konnte der Österreicher nicht sagen: "Darauf kann ich Ihnen noch keine konkrete Antwort geben." Die Verhandlungen mit VW über einen geplanten Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag stehen noch ganz am Anfang.

Zumindest für die 54.000 Mitarbeiter in den beiden Sparten Nutzfahrzeuge und Power Engineering mit dem Motoren- und Kraftwerksgeschäft soll sich nichts ändern. Unsicherer sind hingegen die Aussichten für die verbliebenen Aktionäre von MAN. Für sie könnte die Dividende von einem Euro je Aktie für 2012 bereits ein Abschiedsgeschenk gewesen sein.

VW ist der größte Aktionär bei MAN und will den Lastwagenhersteller komplett unter seine Fuchtel bringen. Damit soll die seit langem lahmende Kooperation mit dem schwedischen Hersteller Scania belebt werden.

kut/dpa



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