Absatzkrise MAN schickt Mitarbeiter in den Zwangsurlaub

Der Lkw-Hersteller MAN lässt seine Produktion an den Standorten München und Salzgitter in der kommenden Woche ruhen. Wegen der Absatzkrise in Europa werden 15.000 Mitarbeiter in den Zwangsurlaub geschickt, um Weihnachten herum könnte die Produktion weitere zwei Wochen geschlossen werden.


München - Die schwache Konjunktur hat den größten Lkw-Hersteller Europas erreicht: MAN wird seine Produktion an den Standorten München und Salzgitter in der kommenden Woche ruhen lassen und rund 15.000 Mitarbeiter in den Urlaub schicken, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Samstag in München und bestätigte einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung".

Möglicherweise würden zwischen Unternehmen und Betriebsrat für Weihnachten und den Jahreswechsel zwei weitere Wochen Produktionsschließung vereinbart. Kommende Woche gingen auch Verwaltungsmitarbeiter in den Urlaub.

Während des Stillstands in München und Salzgitter würden die betroffenen Mitarbeiter ihre Arbeitszeitkonten reduzieren oder Resturlaub nehmen, sagte der Unternehmenssprecher. Mit der Urlaubswoche - pünktlich zu den bayerischen Herbstferien - reagiere MAN auf die schwache Nachfrage in Europa. Wegen des relativ schwachen Gesamtmarkts müsse MAN die Produktion zurückfahren. Näheres werde der Vorstand am Dienstag bei der Vorlage der Quartalszahlen mitteilen.

MAN gehört mehrheitlich der Volkswagen AG und hat in Deutschland insgesamt 30.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen hatte bereits im August die Produktion in München und Salzgitter zeitweise auf eine Schicht eingeschränkt.

Die Lkw-Hersteller spüren einen Konjunkturabschwung besonders schnell: Geht der Warenabsatz zurück, muss auch weniger transportiert werden, in der Folge werden weniger Lastwagen verkauft.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf interne E-Mails berichtet, sind die Maßnahmen mit dem Betriebsrat abgestimmt. MAN will mit der Zwangspause demnach Kündigungen bei Festangestellten verhindern. Die Mitarbeiter könnten sich darauf verlassen, dass MAN ein "zuverlässiger Arbeitgeber" sei, zitiert die Zeitung eine E-Mail des Vorstandssprechers der Lastwagen- und Bussparte, Anders Nielsen.

Die Zeitarbeiter trifft es dem Bericht zufolge dagegen hart: In der Produktion wurden die Verträge bereits aufgelöst, in anderen Bereichen würden die Mitarbeiter spätestens bis zum Jahresende entlassen. Noch im Halbjahresbericht vom Juni gab das Unternehmen bekannt, über 2000 Leiharbeiter zu beschäftigen.

nck/dapd

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insgesamt 53 Beiträge
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sagmalwasdazu 27.10.2012
1. Frohe Weihnachten für die Leiharbeiter...
Die Zeitarbeiter trifft es dem Bericht zufolge dagegen hart: In der Produktion wurden die Verträge bereits aufgelöst, in anderen Bereichen würden die Mitarbeiter spätestens bis zum Jahresende entlassen. Noch im Halbjahresbericht vom Juni gab das Unternehmen bekannt, über 2000 Leiharbeiter zu beschäftigen. erst dürfen sie für die hälfte des Lohnes der Festbeschäftigten arbeiten, dann sind sie die ersten die in die Arbeitslosigkeit geschickt werden. Verweigert endlich diese Art von Ausbeutung.
deb2011 27.10.2012
2. Ja, es geht wieder los:
Zitat von sysoppicture-alliance/ dpaDer Lkw-Hersteller MAN lässt seine Produktion an den Standorten München und Salzgitter in der kommenden Woche ruhen. Wegen der Absatzkrise in Europa werden 15.000 Mitarbeiter in den Zwangsurlaub geschickt, um Weihnachten herum könnte die Produktion weitere zwei Wochen geschlossen werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/man-schickt-mitarbeiter-wegen-absatzkrise-in-den-zwangsurlaub-a-863759.html
Da heißt es jetzt: Schnell den Job in einen Leiharbeiter-Job ummünzen, auf möglichst viel Geld verzichten, unbedingt Ruhe bewahren. Und die Industrie braucht mal wieder dringend eine Abwrackprämie. Und jährlich grüßt das Murmeltier des Kapitalismus.
silverhair 27.10.2012
3.
Zitat von sysoppicture-alliance/ dpaDer Lkw-Hersteller MAN lässt seine Produktion an den Standorten München und Salzgitter in der kommenden Woche ruhen. Wegen der Absatzkrise in Europa werden 15.000 Mitarbeiter in den Zwangsurlaub geschickt, um Weihnachten herum könnte die Produktion weitere zwei Wochen geschlossen werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/man-schickt-mitarbeiter-wegen-absatzkrise-in-den-zwangsurlaub-a-863759.html
Rezessionen fangen langsam immer an. Erst brechen kleine Teile des Konsums und weil in der Folge natürlich dann auch die sog. Investiionsgüter, Maschinen, Autos, nicht mehr benötigt werden breitet sich über die Zeit eine Welle aus, die sich immer stärker aufschaukelt! Ein Land was massiv in Industriegüter Export involviert ist wie Deutschland trifft es also immer später als die mehr Konsumorientierten , aber treffen wird es auch dieses Land eben! In diesem Sinne kann man nur allen die in den Foren immer posaunten das es doch Deutschland egal ist wie es den Menschen in anderen Ländern geht , und das Deutschland doch "Immer Gewinner" sein wird nur einen möglichst vergnüglichen und Langen Urlaub von der Arbeit wünschen - den der wird auch in Europa bald grosse Teile erfassen!
Inuk 27.10.2012
4. Lastwagen und Busse
Zitat von sysoppicture-alliance/ dpaDer Lkw-Hersteller MAN lässt seine Produktion an den Standorten München und Salzgitter in der kommenden Woche ruhen. Wegen der Absatzkrise in Europa werden 15.000 Mitarbeiter in den Zwangsurlaub geschickt, um Weihnachten herum könnte die Produktion weitere zwei Wochen geschlossen werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/man-schickt-mitarbeiter-wegen-absatzkrise-in-den-zwangsurlaub-a-863759.html
Die Maßnahmen, die Mitarbeiter Überstunden abbauen zu lassen, oder in den Zwangsurlaub zu schicken sind erstmal gut. Ich wünsche den MAN-Leuten, dass sie ansonsten wohlbehütet durch das kleine Konjunkturloch kommen. Leider geht aus dem Artikel nicht hervor, wie viel Leiharbeitnehmer dort beschäftigt sind, denn diese wird es in erster Linie am schnellsten hart treffen.
HuFu 27.10.2012
5.
Zitat von sagmalwasdazuDie Zeitarbeiter trifft es dem Bericht zufolge dagegen hart: In der Produktion wurden die Verträge bereits aufgelöst, in anderen Bereichen würden die Mitarbeiter spätestens bis zum Jahresende entlassen. Noch im Halbjahresbericht vom Juni gab das Unternehmen bekannt, über 2000 Leiharbeiter zu beschäftigen. erst dürfen sie für die hälfte des Lohnes der Festbeschäftigten arbeiten, dann sind sie die ersten die in die Arbeitslosigkeit geschickt werden. Verweigert endlich diese Art von Ausbeutung.
Na ja. Das ist aber doch der Sinn der Leiharbeit. Um Spitzen abzudecken und bei Flaute sollten sie auch zuerst gehen. Das sollte jeder Leiharbeiter auch wissen. Es wäre schlimm, wenn es anders wäre. Also wenn der Festangestellte fliegt und die Leiharbeiter bleiben!
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