Managementgehälter Roche-Chef verdient in Europa am meisten

Roche-Chef Severin Schwan verdient weniger als im Vorjahr - aber trotzdem mehr als alle anderen Vorstände in Europa. Nur ein Deutscher ist unter den Top-10.


Roche-Vorstandschef Severin Schwan behauptete seine Position als Bestverdiener unter Europas führenden Managern. Und das, obwohl er etwa 200.000 Euro weniger Direktvergütungen bekommen hatte als noch im Vorjahr. 13 Millionen Euro zahlte der Schweizer Konzern dem 50-jährigen Österreicher im Jahr 2017 - Prämien noch nicht inbegriffen. Das ergeben Berechnungen der Vergütungsberatung hkp.

Traditionell bezahlen Schweizer Konzerne ihre Chefs am besten: Mit UBS-Chef Sergio Ermotti (12,5 Millionen Euro) und Joseph Jimenez (10,7 Millionen) von Novartis liegen zwei weitere Vorstände von Schweizer Firmen auf den Rängen drei und fünf. "Die Schweiz ist das Vergütungsparadies in Europa", sagt Michael Kramarsch von hkp.

Auf Platz zwei der Liste steht der Brasilianer Carlos Brito (12,5 Millionen Euro), der für die belgische Brauerei Anheuser-Busch InBev arbeitet. Als einziger Chef eines deutschen Konzerns schafft es SAP-Chef Bill McDermott mit knapp elf Millionen Euro auf Rang vier. Der ehemalige Volkswagen-Chef Matthias Müller schaffte es als einziger Deutscher unter die Top-10. In seinem letzten Amtsjahr bei Volkswagen verdiente er knapp zehn Millionen Euro - ohne Boni. Eine Frau sucht man vergeblich unter den Top-10.

Top-10-Direktvergütungen von CEOs/ Vorstandsvorsitzenden in Europa 2017

Rang Unternehmen (CEO) Land Vergütung (in TEUR)
1 Roche (Severin Schwan) Schweiz 13.000
2 Anheuser-Busch (Carlos Brito) Belgien 12.530
3 UBS (Sergio Ermotti) Schweiz 12.520
4 SAP (Bill McDermott) Deutschland 10.962
5 Novartis (Joseph Jimenez) Schweiz 10.730
6 British American Tobacco (Nicandro Durante) Großbritannien 10.234
7 Inditex (Pablo Isla Alvarez de Tejera) Spanien 9.960
8 Volkswagen (Matthias Müller) Deutschland 9.948
9 Sanofi (Olivier Brandicourt) Frankreich 9.754
10 L'Oréal (Jean-Paul Agon) Frankreich 9.580

Quelle: hkp

Die Analyse bezieht sich auf die Vorstands-Vergütungen in den 73 Unternehmen der Börsenindizes Stoxx Europe 50 und Euro Stoxx 50. Am schlechtesten bezahlen traditionell französische Großkonzerne - was an den hohen Staatsbeteiligungen liegt.

Im Vergleich zu ihren US-Kollegen fallen die Millionen-Vergütungen der Vorstandschefs in Europa dennoch bescheiden aus: Bestbezahlter Firmenchef in den USA war 2017 Walt Disney-Chef Robert Iger, dem der Unterhaltungskonzern umgerechnet 28 Millionen Euro zahlte. "Die USA sind immer noch von einem anderen Vergütungs-Stern", sagt Kramarsch. Allerdings schwanken die Gehälter dort deutlich stärker.

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Bekommen die Europäer im Schnitt gut ein Viertel ihrer Vergütung als festes Grundgehalt, bestehen die Vergütungen in den USA zu 90 Prozent aus Boni und Aktienoptionen. Doch selbst das Schlusslicht der Rangliste in den USA, Apple-Chef Tim Cook (acht Millionen Euro), liegt noch über dem Schnitt der 15 Stoxx-Unternehmen aus Deutschland.

Europaweit sind die Direktvergütungen der Vorstandschefs im vergangenen Jahr im Schnitt um 2,7 Prozent gestiegen. "Die Kritik von Investoren an großen Vergütungspaketen hat in Großbritannien deutlich zugenommen", sagt Kramarsch.

ire/Reuters

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