Dax-Aufsichtsräte Piëch verdient am meisten

Mehr Geld für Deutschlands Chefkontrolleure: Das Salär der Dax-Aufsichtsräte steigt in diesem Jahr durchschnittlich um vier Prozent. So viel wie Ferdinand Piëch verdient keiner - das Ranking im Überblick.

DPA

Hamburg - Mit mehr als einer Million Euro Gesamtverdienst führt er wieder die Gehaltsliste an: Der VW-Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch hat im Jahr 2014 so viel Geld verdient wie kein anderer Chefaufseher eines Dax-Konzerns. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Towers Watson dürfen sich die Top-Manager in diesem Jahr über eine knapp vier Prozent höhere Vergütung freuen. Durchschnittlich wird die Arbeit laut Towers Watson mit rund 365.500 Euro honoriert - im Vergleich zu 352.400 Euro im Vorjahr.

Die Spannbreite bei den Bezügen ist immens. Als Bestverdiener erhält Piëch für seine Arbeit rund 1,2 Millionen Euro. Mit einigem Abstand folgen Deutsche-Bank-Chefaufseher Paul Achleitner mit 900.000 Euro, Siemens-Topkontrolleur Gerhard Cromme mit 587.000 Euro und Joachim Milberg von BMW mit 539.300 Euro. Platz fünf der Topverdiener belegt mit 478.500 Euro Gesamtvergütung im Jahr 2014 der BASF-Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Hambrecht. Am wenigsten erhält mit aufs Jahr gerechnet 97.800 Euro Wolfgang Büchele vom Pharma- und Chemiekonzern Merck.

Doch längst nicht alle 30 Chefs der Kontrollgremien bekommen für ihre Tätigkeit mehr Geld überwiesen: Der Studie zufolge erhalten vier Aufsichtsratschefs so viel Gehalt wie im Vorjahr, für sieben sinkt die Gesamtvergütung sogar um durchschnittlich sechs Prozent. Einen größeren Sprung macht nur Deutsche-Post-Aufsichtsratschef Wulf von Schimmelmann, dessen Entlohnung sich mit 326.000 Euro mehr als verdoppelt, nachdem die Post ihre Aufsichtsräte nicht mehr am kurzfristigen Unternehmenserfolg beteiligt, sondern fix bezahlt.

Gehälter für Schweizer Aufsichtsräte deutlich höher

Im internationalen Vergleich verdienten die Dax-Aufseher der Studie zufolge "deutlich weniger" als ihre Kollegen im Ausland. So würden die Aufsichtsräte der Unternehmen des britischen Aktienindex FTSE 100 durchschnittlich rund 510.000 Euro verdienen. In der Schweiz liege der Durchschnittsverdienst mit rund 1,5 Millionen Euro sogar noch deutlich darüber. Das höhere Vergütungsniveau erkläre sich aber aus den unterschiedlichen Aufgaben der Aufseher: In der Schweiz und in Großbritannien sei der Aufsichtsrat "intensiver in die Unternehmensführung eingebunden", teilt Towers Watson mit.

Bei der von der Bundesregierung geforderten Frauenquote sind die Dax-Unternehmen ein kleines Stück vorangekommen. Der Frauenanteil in den Dax-Aufsichtsräten hat sich im Vorjahresvergleich leicht erhöht: um vier Prozentpunkte auf 24 Prozent; eine Aufsichtsratschefin gibt es mit Simone Bagel-Trah allerdings lediglich bei Henkel. Ab 2016 soll es nach dem Willen von Union und SPD eine verbindliche Frauenquote von 30 Prozent in den Kontrollgremien der börsennotierten Firmen geben.

bos/AFP/dpa



insgesamt 54 Beiträge
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deus-Lo-vult 11.11.2014
1.
Es wäre schön, wenn diese Leute bei Versagen auch persönlich haften müssten. Wenn ein Arbeitnehmer versagt, bekommt er seine Kündigung und muss u.U. mit seinem Privatvermögen haften. So sollte es auch für die hohen Herren gelten.
scissor 11.11.2014
2. Verdienen?
Doch wohl eher bekommen. Auch 1,2 Mio € kann man nicht verdienen. Wobei das wohl eher noch der kleinste Einkommensbestandteil von Piech sein sollte.
portisat 11.11.2014
3. Das Wort
gefällt mir im Zusammenhang mit diesen Herrschaften einfach nicht.
analyse 11.11.2014
4. Verdient,oder bekommt ?
Die Lösung wäre etliche Doktorarbeiten wert,finanziert von Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften !Sehr viele Untersuchungen wären erforderlich (dringender Bedarf!),um Leistung im Vergleich zum Lohn von 1000 verschiedenen Tätigkeiten zu ermitteln !Überraschungen sind garantiert !
wo_st 11.11.2014
5. Ich bin es auch leid..
Lieber deus-Lo-vult, da wird sich nichts ändern. Waren Aufsichtsräte haftbar, dann wurde ein anderes Konstrukt gemacht, damit Geld bestimmten Personen zufließt, aber niemals Geld weggenommen würde. Leider.
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