Dauerbaustelle: Hochtief-Manager bemängelt Vertrag zur Elbphilharmonie

Elbphilharmonie: Zehnmal so teuer wie geplant Fotos
DPA

Die Dauerbaustelle Elbphilharmonie ist ein Ärgernis für Steuerzahler, nun regt sich offenbar auch beim Baukonzern Hochtief Unmut. Grund ist laut einem Magazinbericht der neue Vertrag mit der Stadt Hamburg, der einen Festpreis für das Konzerthaus vorsieht - und womöglich Risiken birgt.

Essen/Hamburg - Der neue Vertrag zum Bau der Elbphilharmonie sorgt beim Baukonzern Hochtief für Kritik. "Früher hätte man uns so einen Vertrag um die Ohren gehauen", zitiert die "Wirtschaftswoche" einen Manager des Konzerns. "Die Garantien, die wir da übernehmen, sind hoch riskant. Niemand kann heute sagen, in welcher Höhe Hochtief dafür zahlen muss."

Anfang März hatte die Stadt Hamburg mit der Baufirma einen Vertrag geschlossen, wonach der Essener Konzern künftig sämtliche Risiken übernimmt und das Konzerthaus bis Ende Oktober 2016 zum "Globalpauschalfestpreis" von 575 Millionen Euro zu Ende baut. Nicht berücksichtigt waren dabei jedoch unter anderem die Finanzierungs- und Baukosten für den kommerziellen Teil und die Vorplanungskosten. Laut dem Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) soll der Bau insgesamt 789 Millionen Euro kosten.

Auf Seiten von Hochtief habe den Vertrag Konzernchef Marcelino Fernández ausgehandelt, berichtet die "Wirtschaftswoche". Der Konzern verpflichte sich darin, alle Baurisiken zu übernehmen und verzichte auf alle "jetzt oder künftig Hochtief zustehenden Mehrforderungen, gleich aus welchem Rechtsgrund, ob bekannt oder unbekannt". Das Unternehmen habe "etwaige Mängel der Planungsgrundlagen zu beseitigen, unabhängig davon, ob diese von ihm verursacht wurden oder nicht".

Ein Hochtief-Sprecher wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren. Die "Wirtschaftswoche" berichtet jedoch, ein Sprecher habe eingeräumt, dass eine so hohe Verantwortung bei Bauverträgen unüblich sei.

Wegen der Verträge sei es zur Zerreißprobe zwischen Hochtief-Chef Fernández und der früheren Führungsriege der Tochter Hochtief Solutions gekommen, heißt es in dem Bericht.

Im April waren zwei Manager aus dem Vorstand der Hochtief-Tochter Solutions ausgeschieden. Die Vorstandsmitglieder Ullrich Reinke und Wolfgang Homey hätten das Unternehmen wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Geschäftspolitik verlassen, hatte das Unternehmen mitgeteilt - ohne nähere Angaben zu machen.

stk/dpa

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insgesamt 125 Beiträge
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1. optional
carlo02 04.05.2013
575 Mio für ein Haus. Wahnsinn.
2. Haha
tusche22 04.05.2013
Hamburg wäre sonnst wohl ausgestiegen aus dem ursprünglichen Vertrag und hätte sich überlegt, Hochtief zu verklagen... ^^ Sollen die mal machen. Ist sowieso 10 mal teurer geworden.
3. ....
jujo 04.05.2013
Zitat von sysopDie Dauerbaustelle Elbphilharmonie ist ein Ärgernis für Steuerzahler, nun regt sich offenbar auch beim Baukonzern Hochtief Unmut. Grund ist laut einem Magazinbericht der neue Vertrag mit der Stadt Hamburg, der einen Festpreis für das Konzerthaus vorsieht - und womöglich Risiken birgt. Manager von Hochtief bemäkeln Vertrag zur Elbphilarmonie - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/manager-von-hochtief-bemaekeln-vertrag-zur-elbphilarmonie-a-898096.html)
Wer ist denn verantwortlich für die Verzehnfachung der Baukosten? Da machen sich jetzt alle vom Acker oder versuchen es zumindest! Abriss wäre billiger, oder ist der point of no return schon erreicht? P.S. Denke ich mir die Baukräne weg, so ist die Bauruine auch ohne weitere Nutzung ein Hingucker und Mahnmal wie man es nicht (!) machen sollte.
4. Gut !
spon_1172307 04.05.2013
Wenn sich die Konzerne beschweren, dann hat Hamburg gut verhandelt. Hätte Hamburg von Anfang an machen sollen.
5. optional
GSYBE 04.05.2013
".... soll der Bau insgesamt 789 Millionen Euro kosten." Passt schon; solange man noch Freiwillige findet, die ehrenamtlich in der Suppenküche arbeiten und eh kein Bedarf für Jugend- und/oder Altenzentren besteht....
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