Forderung von Aktionärsvertreter Vorstände sollen nicht mehr als zehn Millionen Euro verdienen dürfen

Nach dem SPD-Gesetzentwurf für eine Begrenzung von Managergehältern wird über Exzesse in Vorstandsetagen debattiert. Aktionärsvertreter des DSW schalten sich ein. Sie fordern: Zehn Millionen Euro pro Jahr müssen reichen.

Mann mit Aktentasche (Symbolbild)
DPA

Mann mit Aktentasche (Symbolbild)


Seit Jahren schwelt die Diskussion um überzogene Gehälter für Manager. Immer wieder wird die Debatte durch Exzesse angeheizt, wie jüngst der Abschiedsgruß von Volkswagen für seine entlassene Vorstandsfrau Christine Hohmann-Dennhardt. Sie erhielt nach nur 13 Monaten im Konzern mehr als zwölf Millionen Euro Bezüge. Mit einem Gesetzentwurf will die SPD dem Treiben Einhalt gebieten, zumindest mit vorsichtigen Weichenstellungen. Aktionärsvertreter gehen nun einen großen Schritt weiter. Der Präsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Ulrich Hocker, fordert eine "absolute Obergrenze" von zehn Millionen Euro im Jahr.

Grundsätzlich müssten Vorstandsbezüge in einem gesunden Verhältnis zu den Durchschnittslöhnen im Unternehmen stehen, sagte Hocker der "Passauer Neuen Presse". Das könne je nach Branche mal das 20-, mal das 50-fache sein. "Ansonsten ist der soziale Friede in Deutschland gestört", sagte der Aktionärsvertreter. Entscheiden müsse der Aufsichtsrat des Unternehmens.

Die SPD will über einen Gesetzentwurf gegen überrissene Vorstandsgehälter die Weichen neu Stellen. Dabei gehen die Sozialdemokraten vorsichtig vor, denn ein striktes Eingreifen des Staates kann angesichts der verschiedenen Situationen von Unternehmen und Branchen kaum gelingen und wäre rechtlich voraussichtlich angreifbar. Mehr Transparenz und die Entscheidung auf der Hauptversammlung durch die Aktionäre über Vorstandsgehälter sollen künftig Exzesse aufhalten.

CDU und CSU sehen die Pläne des Koalitionspartners positiv. Schon im Koalitionsvertrag war ein Abkommen darüber geschlossen worden. Passiert ist bislang jedoch nichts.

DSW-Chef Hocke sieht einige SPD-Pläne auch kritisch. So ist er gegenüber der vorgeschlagenen gesetzlichen Begrenzung der steuerlichen Absetzbarkeit von Managergehältern skeptisch. "Wir glauben nicht, dass wir ein Gesetz brauchen", sagte er. Eine Begrenzung der steuerlichen Absetzbarkeit sei "Quatsch". Große Unternehmen zahlten Milliarden an Steuern. "Das, was sie durch die steuerliche Berücksichtigung der Managerbezüge als Betriebsausgaben sparen, ist zu vernachlässigen."

Die SPD plant, die Vorstandsbezüge bis maximal 500.000 Euro steuerlich abzugsfähig zu machen. Darüber hinaus müssten Unternehmen dann die Kosten voll tragen. Ähnliches gilt für Ruhegelder von Vorständen, sobald sie die Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung übersteigen.

kig/dpa



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unzensierbar 23.02.2017
1.
Das ist doch ein Witz. Maximal 100.000 im Jahr sind hoch genug, damit verdient man noch immer in 10 Jahren so viel wie ein normaler Arbeiter eventuell in seinem ganzen Leben.
dachhase 23.02.2017
2.
Fünf Millionen Gehalt und fünf Millionen Boni, diese für Nachhaltigkeit 10 Jahre an den Wert der Aktie gekoppelt und voll haftbar, das könnte man glaube ich verkaufen. Vor allem müssen die Abfindungen und Pensionsregelungen weg. Excesse wie im Fall Claassen darf es nicht geben. Das belastet Unternehmen Jahrzehnte. Ich werde im Leben zusammen mit meiner Frau wohl nicht eine Million verdienen, aber ich hab ein ordentliches Auskommen, lebe deutlich ruhiger und kann den Leuten in die Augen sehen. Das sind meine 10 Millionen!
Hallo2020 23.02.2017
3. da wird nichts draus.
außer einer großen Willensbekundung wird aus diesem Vorhaben keine Maßnahme erwachsen
canUCme 23.02.2017
4. Was, nur zehn Millionen?
Die Armen, davon können sie sich ja gerade mal ein paar Brötchen leisten. Der Unterschied zwischen 10 Millionen und 20 Millionen Verdienst ist kollossal: Noch ein paar Häuser mehr (obwohl man immer nur in einem schlafen kann), noch 'ne Yacht, noch ein paar Luxusautos - bis auch die langweilig werden. Reisen könnte man noch mehr - aber um die Millionen zu verdienen, muss man ja ständig arbeiten. Das ist alles irrational. Kein Mensch braucht 10 Millionen Euro Verdienst im Jahr. Alles Fanatiker. Sie verdoppeln ihre Anstrengungen, wenn sie den Sinn dafür vergessen haben ...
LittleBoy 23.02.2017
5. 10 Millionen?
Ernsthaft? 10 Millionen? Ich erreiche vielleicht eine einzige Million in meinem gesamten Arbeitsleben und das mit Studium und Dienst an der Gesellschaft. Wer bitte kann mir da erklären, wieso Menschen in einem Jahr mehr als das 10-fache dessen abzocken, was ich in meinem ganzen Leben erreichen werde? Da wundern sich die ""Eliten"" wieso die Menschen irgendwann auf die Barrikaden gehen...
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