Die reichsten Deutschen Die Geld-Schaeffler

21,5 Milliarden Euro besitzen Maria-Elisabeth Schaeffler und ihr Sohn laut der Zeitschrift "Bilanz". Damit wären sie Deutschlands reichste Familie. Noch vor wenigen Jahren standen sie vor der Pleite. Die Geschichte eines beispiellosen Comebacks.

AP

Hamburg - Für Maria-Elisabeth Schaeffler, 72, dürfte es eine späte Genugtuung sein. Seit dem Tod ihres Mannes vor gut 18 Jahren war sie die Seele des Schaeffler-Konzerns. Gemeinsam mit ihrem Sohn Georg, heute 49, führte sie die Geschäfte weiter. Gemeinsam wollten Mutter und Sohn den Wälzlagenhersteller aus Herzogenaurach zum weltumspannenden Imperium aufbauen. 2008 übernahmen sie den dreimal so großen Reifenhersteller Continental - und gingen fast pleite, da zur selben Zeit die Weltfinanzkrise ausbrach.

Nun, nur wenige Jahre später, sind die Schaefflers wieder obenauf. Die Wirtschaftszeitschrift "Bilanz" kürte sie gerade zu den reichsten Deutschen. Auf 21,5 Milliarden Euro schätzt das Magazin ihr Vermögen. Es wären 3,5 Milliarden Euro mehr als die Familie des kürzlich verstorbenen Unternehmers Karl Albrecht laut "Bilanz" besitzt.

Solche Angaben sind freilich stets Schätzungen. Je nachdem wie man rechnet, könnten auch andere Unternehmer an der Spitze stehen. Einen der vorderen Plätze dürften die Schaefflers aber in jedem Fall einnehmen.

Der rasante Vermögenszuwachs des Schaeffler-Duos hängt vor allem mit dem boomenden Aktienkurs der Tochter Continental Chart zeigen zusammen: Seit 2012 hat er sich von 50 auf derzeit rund 165 Euro mehr als verdreifacht.

Dass eine Zeitschrift Maria-Elisabeth Schaeffler und ihren Sohn auf den Thron der deutschen Geldelite hebt, ist der Schlussakt eines sagenhaften Comebacks.

Die Causa Schaeffler, Fall und Wiederaufstieg eines Familienimperiums: eine Geschichte in Bildern.

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insgesamt 201 Beiträge
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Seite 1
max_schwalbe 05.09.2014
1. Feudal?
Wenn eine Einzelperson 21 Mrd. € besitzt, ist klar dass unser Geld nicht mehr viel mit Arbeit und Leistung zu tun hat. Und auch, dass Deutschland nicht vom Parlament in Berlin regiert wird...
MPS 05.09.2014
2. Januar 2009
Tagesspiegel: "Steinbrück will Schaeffler pleite gehen lassen". Wer damals den Durchblick hatte wußte, dass durch den Fall des Conti-Kurses alles ins Schlingern kam. Schaeffler kaufte für 75, Kurs ging runter auf 14 und steht jetzt auf über 150. Was war eigentlich unternehmerisch passiert? Dieser ganze Börsenzirkus ist für Normalmenschen wie mich überhaupt nicht zu begreifen. Ist ja fast wie Lotto.
Schatziputzi 05.09.2014
3. Das gehört verboten
Also irgendwo muss doch da mal ein "Deckel" auf die Höhe des "Verdienstes". Soviel können doch ein paar Leutchen nicht mal in mehreren Leben verbrauchen.
t.h.wolff 05.09.2014
4.
Ohne die Casino-Rettungsmilliarden wären diese Leute heute Teil der Arbeitskräfte-Reserve. Wir müssen noch einen neuen Namen für dieses System finden, denn "Sozialismus für Reiche" ist irgendwie zu sperrig.
Wupperflipper 05.09.2014
5. Ha Ha fast Pleite!
Conti Aktie hat sich verdreifacht. Fast Pleite x 3 macht 21,5 Milliaden. Vielleicht sollte man bei solchen Superreichen mit einem Wort wie Pleite forsichtiger umgehen. Unter Pleite verstehen die meisten nämlich mittellos bzw. zahlungsunfähigikeit. In eine solche Lage werden diese Herrschaften wohl nie kommen.
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