Boombranche in den USA Facebook-Milliardär Thiel setzt auf Marley-Marihuana

Bei Facebook und PayPal bewies er schon einmal den richtigen Riecher. Nun investiert US-Milliardär Peter Thiel in den Handel mit Marihuana, das nach Reggae-Legende Bob Marley benannt wird. Dabei spottete Thiel kürzlich noch über kiffende Twitter-Bosse.

Mag Kiffer lieber als Kunden denn als Bosse: Investor Peter Thiel
REUTERS

Mag Kiffer lieber als Kunden denn als Bosse: Investor Peter Thiel


Seattle/San Francisco - Der Handel mit Marihuana gilt in den USA als Zukunftsbranche, seitdem viele Bundesstaaten das Kiffen zumindest teilweise legalisiert haben. Nun steigt auch einer der berühmtesten Silicon-Valley-Milliardäre in Geschäft ein. Peter Thiel beteiligt sich mit seinem Founders Fund an der auf Cannabis-Geschäfte spezialisierten Private-Equity-Firma Privateer Holdings. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Zur Höhe der Investition hieß es lediglich, diese betrage "mehrere Millionen Dollar".

Der in Frankfurt geborene und in den USA aufgewachsene Thiel wurde durch seine frühzeitigen und sehr lukrativen Beteiligungen an Facebook und PayPal bekannt. Die nun von ihm unterstützte Privateer-Holding besitzt bereits einen Hersteller von medizinischem Marihuana namens Tilray sowie den Cannabis-Informationsdienst Leafly. Gemeinsam mit den Nachfahren der Reggae- und Kifferlegende Bob Marley hat Privateer kürzlich zudem "Marley Natural" angekündigt - die "erste globale Cannabis-Marke".

Über einen Einstieg von Thiel bei Privateer war bereits Ende 2014 spekuliert worden. Die Entscheidung sorgte auch deswegen für Aufsehen, weil der Geschäftsmann sich kurz zuvor noch über Kiffer lustig gemacht hatte. Die seiner Meinung nach enttäuschende Unternehmensführung von Twitter erklärte Thiel damit, dass dort vermutlich "sehr viel Pot geraucht" werde. Später wollte Thiel seine Einschätzung als Kompliment an dem Kurznachrichtendienst verstanden wissen: "Man könnte viel kiffen und immer noch ein tolles Unternehmen haben, wenn das Geschäftsmodell so robust wie bei Twitter ist."

dab/dpa/AP

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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
Pixopax 08.01.2015
1.
Jo, twitter hat ein robustes Geschäftsmodell, nur keine Gewinne machen.
retterdernation 08.01.2015
2. ... als Zukunftsbranche,
mein Gott, wann geht es endlich auch bei uns los... jeden Tag gehen dem Staat dadurch Steuern verloren! Wie lange soll das noch so weiter gehen???
bakero 08.01.2015
3.
Deutschland und ganz Europa verlieren mal wieder den Anschluss. Statt endlich umzudenken, machen hierzulande die Dealer das Geschäft, steuerfrei natürlich. Und für deren Verfolgung wird auch noch ordentlich bezahlt... In ein paar Jahren ändert sich die Politik dann doch – und die amerikanischen Cannabis-Ketten erobern den Markt.
Iggy Rock 09.01.2015
4.
Zitat von retterdernationmein Gott, wann geht es endlich auch bei uns los... jeden Tag gehen dem Staat dadurch Steuern verloren! Wie lange soll das noch so weiter gehen???
Warum solltem dem Staat Steuereinnahmen zukommen? Diese Frage stelle ich mir seit Jahren. Sollte eine Legalisierung kommen, würde das auch mit ausgeweitetem Eigenanbau einhergehen, Steuereinnahmen für den Staat gleich Null, wir hätten wilde Hanfpflanzen in der Landschaft und die Polizei dürfte trotzdem bei Verkehrskontrollen häufiger auf Personen treffen, die zu tief in die Bong geschaut haben. Thiel liegt mit dem Investment bestimmt nicht verkehrt, der Markenname hat es in sich.
semitone 09.01.2015
5. Und sicherlich
werden die Amis den Markt bei uns überrollen, wenn es dann endlich mal legalisiert wird. Warum? Weil sie genügend Zeit haben Produkte zu testen und zu entwerfen, globale Logistik und Marketingstrategien zu entwickeln usw.. Es ist doch seit Jahrzehnten das gleiche Muster. Aber schlaft ruhig weiter liebe Politiker und "Entscheider"...
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