Internetkonzern: Yahoo schrumpft unter Marissa Mayer

Yahoo-Chefin Mayer: "Wie man sieht, waren wir beschäftigt" Zur Großansicht
AP/dpa

Yahoo-Chefin Mayer: "Wie man sieht, waren wir beschäftigt"

Gemischte Gefühle bei Yahoo: Der Internetkonzern hat von April bis Juni zwar deutlich mehr verdient als im Vorjahreszeitraum - gleichzeitig aber weniger eingenommen. Konzernchefin Marissa Mayer muss die Umsatzprognose für das Gesamtjahr leicht kappen.

San Francisco/Sunnyvale - Auch ein Jahr nach dem Amtsantritt von Marissa Mayer ist Yahoo noch nicht der Befreiungsschlag gelungen - zumindest den Geschäftszahlen nach: Im zweiten Quartal fiel der Umsatz des Internetkonzerns um sieben Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar. Als Folge muss Yahoo die Prognose für das Gesamtjahr leicht nach unten korrigieren. Statt 4,5 bis 4,6 Milliarden Dollar peilt das Unternehmen nun 4,45 bis 4,55 Milliarden Dollar an. Allerdings konnte Mayer eine deutliche Gewinnsteigerung auf 331 Millionen Dollar verkünden, das sind 46 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

"Yahoos Leistung im zweiten Quartal ermutigt mich", sagte Mayer bei der Präsentation der Zahlen. Zufrieden dürfte die Konzernchefin vor allem damit sein, dass sie die Kosten weit genug drücken konnte, um eine beachtliche Umsatzrendite zu erzielen. Zudem wähnt sie das Unternehmen bei den Innovationen auf dem richtigen Weg. "Wir haben mehr Produkte auf den Markt gebracht als je zuvor, ungefähr ein wichtiges neues Produkt pro Woche", sagte Mayer. "Wie man sieht, waren wir beschäftigt."

Probleme bereiteten Yahoo von April bis Juni hingegen vor allem die stark sinkenden Einnahmen aus grafischen Werbeanzeigen und den passgenauen Textanzeigen bei der Internetsuche. Mayer kündigte an, dass das Unternehmen an neuen Werbeformaten und Technologien arbeite, die den Trend umkehren würden.

"Wir haben gerade erst angefangen"

Die Börse reagierte gelassen auf die Zahlen, die auch in etwa den Erwartungen von Analysten entsprachen. Die Yahoo-Aktie Chart zeigen büßte nachbörslich zunächst mehr als zwei Prozent an Wert ein. Sie fing sich dann aber und tendierte sogar mehr als ein Prozent im Plus, nachdem Yahoo Einblick in das gute Ergebnis des chinesischen Online-Händlers Alibaba gewährte. Der Börsenkandidat, der zu knapp einem Viertel Yahoo gehört, steigerte den Umsatz in seinem ersten Geschäftsquartal um 71 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn verdreifachte sich nahezu auf 669 Millionen Dollar.

Die ehemalige Google-Managerin Mayer war vor einem Jahr angetreten, um Yahoo wieder zu einer Größe im Internetgeschäft zu machen. Sie kaufte seit Beginn ihrer Amtszeit 17 Unternehmen hinzu. Die Blog-Plattform Tumblr war mit 1,1 Milliarden Dollar die teuerste Übernahme. Zudem ließ sie im eigenen Haus zahlreiche neue Produkte entwickeln.

Yahoo steht unter dem Druck von Rivalen wie Google Chart zeigen und Facebook Chart zeigen. Mayers Plan ist, mit neuen Produkten wie einer Wetter-App oder dem verbesserten Fotodienst Flickr mehr Nutzer anzulocken. Über kurz oder lang sollen dadurch die Werbeeinnahmen wieder steigen. "Wir haben gerade erst angefangen", sagte Mayer.

fdi/dpa/Reuters/AFP

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 21 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Näher anschauen ...
Gerdd 17.07.2013
Wenn die Zahlen stimmen, muß man sich dieses Alibaba mal näher anschauen. Wer mit 1,4 Milliarden Dollar Umsatz 0,669 Milliarden Dollar Nettogewinn einspielt (also fast 50%), der muß ein paar ganz ausgezeichnete Tricks auf Lager haben. Vielleicht sollte Yahoo sein Kerngeschäft aufgeben und sich ganz bei Alibaba einbringen. Im übrigen hatte ich erwartet, daß Yahoo nun an der dramatisch gestiegenen Büromiete zugrunde gehen würde ...
2. Nettes Mädchen
antarctica365 17.07.2013
Ein bischen schade. Das ist echt ein hübsches super-intelligentes und anständiges mädchen, die versucht mit allen Mitteln etwas auf die Beine zu stellen. Leider gelten auch für sie die Gesetze der Schwerkraft, wie der Vergleich zwischen Alibaba und Yahoo zeigt. Da muss sie schon noch deutlich mehr kommen, nur mit gut aussehen und so reicht das nicht.
3. Wieviele Leute wurden denn
eisbaerchen 17.07.2013
Zitat von sysopGemischte Gefühle bei Yahoo: Der Internetkonzern hat von April bis Juni zwar deutlich mehr verdient als im Vorjahreszeitraum - gleichzeitig aber weniger eingenommen. Konzernchefin Marissa Mayer muss die Umsatzprognose für das Gesamtjahr leicht kappen. Marissa Mayer: Yahoo macht weniger Umsatz und mehr Gewinn - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/marissa-mayer-yahoo-macht-weniger-umsatz-und-mehr-gewinn-a-911516.html)
entlassen, um die Gewinnsteigerung zu erreichen??
4. ...schrumpft unter Frau Marissa Mayer
renntobs 17.07.2013
Steht hier die Leistung einer Frau im Fokus? Wenn Frau Mayer gerade mal ein Jahr Zeit hatte, um Yahoo wieder nach oben zu bringen, was hier offenleslich gelungen ist, was soll dann der Spruch "schrumpft unter..? Riecht etwas nach Diffamierung einer Frauenleistung. Was ist der Unterschied zwischen "verdienen" und "einnehmen"?
5.
gr89 17.07.2013
"dem verbesserten Fotodienst Flickr ..." Von einer Verbesserung kann man wirklich nicht sprechen, die Oberfläche wurde an die Mobilgeräte angepasst, eine Möglichkeit die übersichtliche Vorgängerversion zu nutzen gibt es nicht mehr. Auf Kritiken in den internen Blogs reagiert Flickr indem es die Diskussionsforen schließt. Konnte man bei der alten Version noch systematisch die Bildgalerien (die oft über 50 und mehr Seiten verteilt waren) durchgehen und so auch noch Tage später an einer Stelle eine Bildgalerie weiter ansehen muss man jetzt immer vom Anfang an die Bilder, die einen nun riesig anspringen, durchscrollen eine Möglichkeit Bilder zu überspringen gibt es nicht mehr. Da sich einzelne Nutzer nicht blockieren lassen kann das ganz schön nervig sein wenn dort einzelne Nutzer hunderte von gleichen Bildern zu einem Thema einstellen und man diese uninteressanten Inhalte nicht mehr wie bei der Übersicht überspringen kann. Da alle Bilder riesig geladen werden beginnt der Lüfter des Rechners auf Hochtouren zu laufen und der Stromverbrauch steigt. Alles in allem ist es traurig das Flickr nur noch im Tablet-Design zu verwenden ist, vorher war es eine der besten Fotoplattformen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema Yahoo
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 21 Kommentare
  • Zur Startseite