Tagungsräume Maritim will nicht mehr an AfD vermieten

Nach dem Bundesparteitag soll Schluss sein: Die Hotelkette Maritim will vorerst keine Tagungsräume mehr an die AfD vermieten. Das Unternehmen distanziere sich "deutlich von der aktuellen politischen Ausrichtung und Gesinnung" der Partei.

Maritim Hotel in Köln
DPA

Maritim Hotel in Köln


Die Alternative für Deutschland (AfD) darf nach ihrem Bundesparteitag vorerst keine weiteren Veranstaltungen in Räumen der Hotelkette Maritim abhalten. Die massiven Proteste gegen den bevorstehenden Parteitag der rechtspopulistischen Partei im Kölner Maritim Hotel hätten das Unternehmen veranlasst, "sich deutlich von der aktuellen politischen Ausrichtung und Gesinnung der AfD zu distanzieren", teilte die Hotelkette in einer Stellungnahme mit. "Deshalb werden die Maritim Hotels gegenwärtig keine weiteren Räumlichkeiten an die AfD vergeben."

Der Parteitag wird aber wohl im Kölner Maritim stattfinden. Die Hotelkette habe der AfD angeboten, kostenfrei aus dem Vertrag zurückzutreten, sagte Geschäftsführer Gerd Prochaska laut Mitteilung. Davon sei "bedauerlicherweise" kein Gebrauch gemacht worden. "Nach eingehender juristischer Prüfung ist ein Zurücktreten seitens Maritim leider nicht möglich", erklärte Prochaska.

Das Unternehmen hatte dem umstrittenen Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke zuvor ein Hausverbot für alle seine Hotels erteilt - und damit auch für den Bundesparteitag in Köln. In den vergangenen Wochen hatten Bündnisse, Prominente und Karnevalsstars Protest gegen den Parteitag im Kölner Maritim angemeldet. Von anderer Seite gab es nach Angaben des Betriebsrats sogar eine Todesdrohung gegen Mitarbeiter.

dab/dpa

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insgesamt 111 Beiträge
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uban1 15.02.2017
1. Diskrminierungsverbot?
Falls das durchgeht dann sind wir von türkischen Zuständen nicht weit entfernt, wer gegen die aktuelle (Regierungs-) Politikströmung agiert der wird wirtschaftloch, politisch und sozial geächtet, was fast gleichbedeutetd mit politischer, wirtschaftlicher und sozialer Vernichtung ist. Genau so macht es Erdogan mit seinen erklärten Demokratie und Volksgegnern. eine mehr als bedenkliche Entwicklung.
Europa! 15.02.2017
2. Was soll das?
Seit wann entscheiden Hoteliers über politische Ansichten? So kriegt man die Demokratie kaputt.
mam71 15.02.2017
3.
Die "offene und tolerante Gesellschaft" mal wieder in Aktion. Nun gut, soll ich mir jetzt von Hotelketten die Liste der Parteien und Organisationen schicken lassen, an die sie vermieten, um dann zu klären, ob ich eine Buchung noch mit meinem Gewissen vereinbaren kann? Meine Maritim PartnerCard wird jedenfalls zurückgehen. PS. Übrigens, Maritim, wenn Ihr schon dabei seid, dann guckt mal ganz genau hin, wes Geistes Kind diverse Personen sind, die in Eurem Hotel in Bonn so ein und ausgehen. Anlässlich von Uno-Veranstaltungen sind mir da nämlich Repräsentanten von Ländern begegnet, gegen deren Regierungen die AfD sicherlich Kindergeburtstag ist. Aber das macht ihr jetzt ja bestimmt, wo ihr nur noch Buchungen nach "aktueller politischer Ausrichtung und Gesinnung" annehmt...
skr72 15.02.2017
4. Wo sind denn die rechten Daueropfer?
Die armen, armen, armen Rechten werden in D einfach immer von den bösen, bösen Linken behindert. Das ist doch eine riesen Sauerei, wenn man bedenkt, dass die Rechten doch so gar nichts damit zu tun haben, wenn es geht Hater-Blogs zu verfassen, insbesondere gegen Frauen, Journalisten bedrohen, Asylantenheime anzuzünden, bewaffneten Widerstand zu leisten, Gewalt gegen alle Andersdenkenden und Anderssexuellen auszuüben. Nein damit hat die AfD rein gar nichts zu tun. Das sind nur nette alte Onkels.
mundusvultdecipi 15.02.2017
5. Ach das Maritim ..
Zitat von Europa!Seit wann entscheiden Hoteliers über politische Ansichten? So kriegt man die Demokratie kaputt.
..folgt doch nur dem Mainstream.Die Scheichs aus Saudi Arabien sind jedoch als Gäste immer gern gesehen:-)
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