Einstieg bei Cronos Marlboro-Konzern macht jetzt in Cannabis

In einigen US-Bundesstaaten ist der Verkauf von Marihuana legal, doch das Geschäft mit dem Kiffen ist in den USA kompliziert. Tabakhersteller Altria sieht darin eine Chance.

Legales Cannabisprodukt im US-Bundesstaat Massachusetts
AP

Legales Cannabisprodukt im US-Bundesstaat Massachusetts


Mit dem Marlboro-Hersteller Altria hat sich nun der erste große Tabakkonzern in den boomenden Cannabismarkt in den USA vorgewagt. Das früher unter dem Namen Philip Morris Companies Inc. bekannte Unternehmen will in großem Stil beim kanadischen Cannabisproduzenten Cronos einsteigen.

Altria wolle Aktien im Wert von rund 1,8 Milliarden Dollar kaufen, teilten die Unternehmen mit. Das entspräche einer Beteiligung von 45 Prozent. Zudem erhält Altria laut Mitteilung die Option, für gut eine Milliarde Dollar weitere etwa zehn Prozent aufzustocken und so mit 55 Prozent die Mehrheit an Cronos zu übernehmen. Bereits seit Tagen wird über einen Einstieg spekuliert, doch die Nachricht ließ die Aktie vorbörslich steigen.

Altria soll auch an Juul interessiert sein

"Altria ist der ideale Partner für die Cronos Group, der die nötigen Ressourcen und Expertise bereitstellt, um unser strategisches Wachstum zu beschleunigen", sagte Cronos-Chef Mike Gorenstein. Altria-Chef Howard Willard teilte mit: Als exklusiver Partner für das globale Cannabisgeschäft stelle Cronos eine gute Wachstumsgelegenheit dar. Zum Deal gehört auch, dass Altria vier Direktoren für den Cronos-Verwaltungsrat nominieren darf, der im Zuge der Transaktion von fünf auf sieben Sitze erweitert werden soll.

Altria-Sitz in Richmond (Archiv)
AP

Altria-Sitz in Richmond (Archiv)

Kanada hatte im Oktober den Anbau und Verkauf von Marihuana legalisiert, die Geschäfte florieren. Auch in den USA lassen immer mehr Bundesstaaten die Droge zu medizinischen Zwecken oder gleich ganz als Genussmittel zu. Analysten schätzen, dass die Cannabisindustrie in den USA in diesem Jahr elf Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftet, bis 2030 könnte er bis auf 75 Milliarden Dollar ansteigen.

Doch das Geschäft mit den Kiffern gilt in den USA als kompliziert. Den Legalisierungen in zahlreichen Bundesstaaten steht eine eher ablehnende Haltung auf Bundesebene gegenüber. Anfang des Jahres wetterte Justizminister Jeff Sessions, Cannabis sei "nur etwas weniger schlimm als Heroin".

In Kanada ist Cronos der viertgrößte Cannabiskonzern. Während der legale Marihuanamarkt stark wächst, schrumpft das Hauptgeschäft von Tabakkonzernen wie Altria schon länger, weil immer weniger klassische Zigaretten geraucht werden. Unter anderem der US-Sender CNBC berichtete, Altria sei auch an der E-Zigaretten-Firma Juul interessiert. Das Start-up aus San Francisco wird von Investoren mit rund 16 Milliarden Dollar bewertet.

apr/dpa

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