Berlin/Düsseldorf - Die Rettung der WestLB geht voran. Ein Komplettverkauf der schwer angeschlagenen Landesbank ist demnach so gut wie vom Tisch. Das Institut steht vor der Zerschlagung. Eine entsprechende Absichtserklärung der Sparkassenorganisation stehe, sagte ein Verbandsvertreter am späten Montagabend. Die WestLB soll nach den Plänen der NRW-Sparkassen auf ein Viertel verkleinert werden. Übrig bliebe eine reine Sparkassen-Zentralbank mit Mittelstandsgeschäft.
Der Bedarf an Eigenkapital des neuen Institutes wird auf etwa 1,5 Milliarden Euro geschätzt. Die Hälfte dessen sollen Berichten zufolge die NRW-Sparkassen aufbringen und entsprechend 50 Prozent der Anteile übernehmen. Die andere Hälfte entfiele auf Sparkassenverbände und Landesbanken außerhalb Nordrhein-Westfalens.
Ziel sei es, das geschrumpfte Institut mit einer anderen Landesbank zusammenzuführen. Als potenzielle Partner wurden die Landesbank Hessen-Thüringen und die Landesbank Baden-Württemberg genannt. Die WestLB hatte in den vergangenen Monaten vergeblich um einen Fusionspartner geworben.
Ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) sagte in Berlin. "Die genannten Details können wir nicht bestätigen."
Der Umbauplan der NRW-Sparkassen ist mit Milliardenkosten verbunden. Das Land Nordrhein-Westfalen ist insbesondere bei den Personalaufwendungen gefragt. Zahlreiche ehemalige und aktive WestLB-Mitarbeiter haben Versorgungsansprüche, deren Gesamthöhe auf mehrere Milliarden Euro geschätzt werden.
Tausende Jobs bedroht
Zahlen zur Höhe des drohenden Stellenabbaus sind bislang nicht bekannt. Die nordrhein-westfälische Landesbank hat allerdings 5000 Mitarbeiter - und Experten hatten mehrfach geschätzt, dass eine geschrumpfte Bank nur noch 1000 Angestellte benötigen würde.
Große Teile der WestLB könnten nach dem Konzept der NRW-Sparkassen verkauft werden. Dazu werden vor allem das Auslandsgeschäft und die Projektfinanzierungen gezählt. Für unverkäufliche Reste käme die Bad Bank infrage, die bereits umfangreiche WestLB-Papiere abwickelt.
Brüssel muss bis Dienstag 0 Uhr ein WestLB-Sanierungsplan vorgelegt werden. Der Beitrag der Sparkassen macht eine Einigung auf ein WestLB-Gesamtpaket bei der großen Krisenrunde am Dienstag in Berlin wahrscheinlicher. Im Laufe des Tages muss noch geklärt werden, welche Beiträge das Land Nordrhein-Westfalen und der Bundes zur Rettung beisteuern.
Land und Sparkassen wollen dem Bund einen Beitrag abringen, beispielsweise Garantien für die WestLB-Reste. Der Bund, der bereits drei Milliarden Euro in die WestLB gesteckt hat, hatte Forderungen aus Düsseldorf nach einer neuen Milliardenhilfe bislang zurückgewiesen.
ssu/dpa
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