Marode Landesbank Teilfusion soll WestLB retten

Als Ganzes erwies sie sich als unverkäuflich - jetzt soll die WestLB filetiert werden. Favorisierte Lösung ist offenbar ein Dreierbündnis mit den Frankfurter Instituten Helaba und Dekabank. Der Plan muss allerdings noch die EU-Kommission überzeugen - sonst droht der Landesbank das Aus.

Logo der WestLB in der Düsseldorfer Zentrale: "Konsolidierung mit privater Beteiligung"
dapd

Logo der WestLB in der Düsseldorfer Zentrale: "Konsolidierung mit privater Beteiligung"


Düsseldorf - Die Zeit drängt: Wenige Wochen vor dem entscheidenden Treffen mit EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia am 15. Februar schält sich für die WestLB eine Lösung heraus. Höchste Priorität habe dabei eine Fusion mit der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und dem zentralen Vermögensverwalter Dekabank. Das berichten das "Handelsblatt" und die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Insider. Intern werde das Modell "Landesbanken-Konsolidierung mit privater Beteiligung genannt".

Geplant sei, nicht die komplette WestLB in die Fusion einzubringen - sondern vor allem das Verbundgeschäft mit den Sparkassen. Andere Teile der WestLB sollen demnach an private Investoren verkauft werden. Interessenten gebe es dabei insbesondere für die profitable Projektfinanzierung der Landesbank, hieß es. Die Besitzer der WestLB hatten bisher betont, dass sie die Bank nur als Ganzes verkaufen wollten.

"Wenn es zu einer größeren Lösung auf Bundesebene kommt, die sinnvoll ist, werden wir uns Gesprächen nicht verschließen", sagte ein Sprecher des Helaba-Haupteigentümers, des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen. Er betonte aber zugleich: "Die Helaba kann auch gut alleine bestehen." Helaba und der Fondsdienstleister Dekabank, der je zur Hälfte den Sparkassen und den Landesbanken gehört, werden immer wieder wegen guter Zahlen und solider Geschäftsmodelle umworben.

Am 15. Februar müssen die Bundesregierung und die anderen WestLB-Eigner, das Land Nordrhein-Westfalen und die Sparkassen, der EU-Kommission ein Zukunftskonzept vorlegen. Überzeugt das Konzept nicht, droht der WestLB die Schließung. Eine anvisierte Fusion zwischen BayernLB und WestLB war Anfang November gescheitert. Zuletzt hatte der geplante WestLB-Verkauf offenbar auch Interessenten aus China angelockt.

Die Landesbank muss auf Druck von Brüssel bis Ende 2011 neue Eigner finden. Die EU-Wettbewerbshüter wollen verhindern, dass milliardenschwere öffentliche Hilfen an die WestLB die Bedingungen am Markt verzerren. Die WestLB mit ihren 4800 Mitarbeitern war in der Finanzkrise schwer ins Taumeln geraten. Als erstes Institut wurde sie im April durch die Auslagerung toxischer Vermögenswerte in Höhe von 77 Milliarden Euro in eine sogenannte Bad Bank gerettet. Brüssel traut den Rettungs- und Konsolidierungsbemühungen aber nicht.

wit/dapd/dpa



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