Sorgen um Konjunktur Deutsche Maschinen weniger gefragt

Mieser Jahresauftakt für die deutschen Maschinenbauer. Die Bestellungen sind eingebrochen - vor allem aus der Eurozone kamen weniger Aufträge.

Ein Monteur an einer Kunststoffmaschine im Werk von KraussMaffei
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Ein Monteur an einer Kunststoffmaschine im Werk von KraussMaffei


Die deutschen Maschinenbauer sind schwach ins Jahr gestartet: Im Januar verringerte sich der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahresmonat insgesamt um zwölf Prozent, teilte der Branchenverband VDMA mit.

Aus Deutschland kamen acht Prozent weniger Bestellungen. Die Aufträge aus dem Ausland fielen um 14 Prozent. Dabei brachen die Bestellungen aus den Euroländern um fast ein Drittel ein.

"Auch wenn dieses Minus überzeichnet ist durch ein ungewöhnlich hohes Bestellvolumen im Vorjahresmonat - das ist sicherlich ein unbefriedigender Jahresauftakt", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Die Zugewinne der Vormonate wurden nahezu vollständig aufgezehrt. Im Drei-Monats-Zeitraum November bis Januar stiegen die Bestellungen in der mittelständisch geprägten Branche nur noch um ein Prozent.

Furcht vor Konjunkturabkühlung

Seit geraumer Zeit häuften sich die schlechten Nachrichten, sagte der Ökonom. Die Turbulenzen an den Aktienmärkten, ein möglicher Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit) und der Umgang der EU mit der Flüchtlingskrise seien "Gift für die Konjunktur, Gift für die Stimmung bei Investoren", sagte Wiechers.

In der deutschen Wirtschaft war zuletzt die Furcht vor einer Konjunkturabkühlung gewachsen. Besonders groß sind die Sorgen laut Ifo-Geschäftsklimaindex in der Industrie.

Der exportorientierte Maschinen- und Anlagenbau mit gut einer Million Arbeitsplätzen rechnet in diesem Jahr preisbereinigt mit einer Stagnation der Produktion. 2015 hatten die Maschinenbauer bereits das verlangsamte Wachstum der chinesischen Wirtschaft ebenso wie die Sanktionen gegen Russland und die Probleme vieler Schwellenländer zu spüren bekommen.

USA verdrängen China als wichtigsten Markt

Trotz Schwächesignalen der US-Wirtschaft setzt die Branche auf den transatlantischen Markt. "Eine deutliche Mehrheit der in den USA tätigen deutschen Maschinenbauer erwartet für das laufende Jahr laut einer neuen Umfrage ein Wachstum ihres Absatzes", sagte Wiechers.

Im vergangenen Jahr legten die Ausfuhren deutscher Maschinenbauer in die Vereinigten Staaten um 11,2 Prozent auf 16,8 Milliarden Euro zu. Die USA verdrängten damit China als wichtigsten Einzelmarkt für Maschinen "Made in Germany" vom ersten Platz.

Die Lieferungen in die Volksrepublik gingen um 5,9 Prozent zurück. "Für das laufende Jahr rechnen wir nochmals in Summe mit leicht rückläufigen Exporten nach China", sagte Wiechers. Einen drastischen Einbruch erwarte die Branche derzeit allerdings nicht.

brt/Reuters/dpa



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insgesamt 4 Beiträge
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karljosef 02.03.2016
1. Wir haben es doch alle befürchtet:
Der Mindestlohn führt zum Zusammenbruch der deutschen Marktwirtschaft! Wetten, dass...dieser Spruch kommt! Wen interessieren denn da die "Fakten"!
Knack5401 02.03.2016
2. Die drehen das hin wie sie wollen,
realer Auftragseingang gegenüber dem Vorjahresmonat Okt +4%, Nov +6% und Dez +11%. Gibt's mal einen Monat mit Minus pickt man sich den raus und fängt das Jammern an. Lobbylaberer halt.
carahyba 02.03.2016
3.
KraussMaffei gehört mittlerweile einem chinesischen Staatskonzern. Um diesen Betrieb brauchen wir uns keine Sorgen mehr zu machen. Nun ist KraussMaffei eine Vorzeigefirma der Chinesen. Weitere Vorzeigebetriebe werden folgen. Die "schwarze Null" macht es möglich.
Thomas Schröter 04.03.2016
4. Statt große europäische Investitionsprojekte Flaute
Man hätte die Flüchtlingskrise auch so lösen können, daß die Sorgen der europäischen Bürger berücksichtigt würden und trotzdem für alle die kommen wollen eine Perspektive geschaffen wird. Statt mit den eigenen Überschüssen den USA die Destabilisierungsprojekte und Militärwirtschaft zu ermöglichen hätte man z.B. mit Draghis Milliarden europäischen Sonderfonds einrichten und geeignete Offshore Städte mit integriertem Hochseefarming bauen können um dort die Flüchtlinge ansiedeln und in intensiven Ausbildungsprojekten auf neue Herausforderungen vorzubereiten, diese zudem vom Kontinent erst einmal zu isolieren. Technisch wäre das möglich und auch zügig umzusetzen wenn man das denn wollte. Man hätte die gesamte europäische Werftindustrie aber auch die im Süden brachliegende Bauindustrie mit lukrativen Aufträgen so versorgen können, daß auch im Süden Europas die Krise überwunden würde. Aber statt zu arbeiten und kreative Konzepte umzusetzen wird auf Strassen und in Talkshows sinnlos herumkrakelt.
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