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Abgasskandal: VW-Chef Müller durch Zeugen entlastet

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DPA

Matthias Müller

Ab wann wusste Matthias Müller, dass VW verbotene Software einsetzte? Nach SPIEGEL-Informationen haben mehrere Manager zu seinen Gunsten ausgesagt - es geht um eine Sitzung mit dem damaligen Konzernchef Winterkorn.

Im Skandal um Dieselmotoren wird VW-Konzernchef Matthias Müller durch die Aussagen mehrerer Manager entlastet. Müller war vorgeworfen worden, er sei schon zwei Wochen vor dem Eingeständnis des Konzerns über die verbotene Software informiert worden. Er habe davon auf einer Sitzung des Konzernvorstands am 8. September 2015 erfahren.

Gegenüber der Kanzlei Jones Day, die den Skandal untersucht, sagten mehrere VW-Manager aus, dass der damalige Konzernchef Martin Winterkorn auf dieser Sitzung lediglich gesagt habe, es gebe Probleme mit der Zulassung von Dieselmodellen in den USA. Man sei im Gespräch mit der US-Umweltbehörde und auf gutem Weg, sich zu einigen.

Es habe keinen Hinweis auf Gesetzesverstöße gegeben. Zwei Mitglieder des Konzernvorstands wussten zwar Bescheid: der Chef der Marke Volkswagen, Herbert Diess, und Francisco Javier Garcia Sanz. Doch sie hätten beim Treffen des Konzernvorstands geschwiegen.

Durchsuchung bei VW-Tochter

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Braunschweig im Rahmen der VW-Abgasaffäre gehen weiter als bislang bekannt. Bereits im Oktober durchsuchten die Beamten Räume des Autotechnikentwicklers IAV. Die Firma mit Sitz in Berlin beschäftigt weltweit 6500 Mitarbeiter.

Das Unternehmen, an dem VW 50 Prozent der Geschäftsanteile hält, ist unter anderem an der Entwicklung der Motorsteuerung von Volkswagen-Pkw beteiligt, möglicherweise auch an jenen Modellen, bei denen die US-Umweltbehörde illegale Software zum Abschalten der Abgasreinigung beanstandet hatte. Weder die Staatsanwaltschaft Braunschweig noch IAV selbst wollten sich zu dem Sachverhalt äußern.

(Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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insgesamt 40 Beiträge
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1. Wiko
wahrsager26 26.03.2016
Ich sage,das Herr Winterkorn alles bei Zeiten gewusst hat.Ob die Manager alle ehrlich waren bei ihrer Aussage?Dort oben ist die Luft dünn-Absprachen nicht unwahrscheinlich ...denn jeder von ihnen hat etwas zu verlieren !Danke
2. Soso
Info&Hilfe 26.03.2016
"es gebe Probleme mit der Zulassung von Dieselmodellen in den USA. Man sei im Gespräch mit der US-Umweltbehörde und auf gutem Weg, sich zu einigen." Und nach den Ursachen fragt man in solchen Runden natürlich nicht. Wer´s glaubt!
3. Scharade
salomohn 26.03.2016
Nichts gewusst zu haben, wäre für einen Manager unprofessionell und m. E. eher unwahrscheinlich. Die Frage ist nur, welche Konsequenzen der Kunde zieht. Von anderen Betrugsfällen wie dem beim ADAC lernen die Manager, daß man ungeschoren davonkommt und Betrug keine langfristig negativen Konsequenzen hat.
4. Ah, das gibt eine Gehaltserhöhung
specialsymbol 26.03.2016
Wunderbar, das System funktioniert doch noch. Ich dachte schon die Zeit der Seilschaften sei vorbei.
5. In einer zentralistisch....
joG 26.03.2016
....organisierten Organisation ist das Wissen nicht eine Frage, was in einem Meeting geschah, wenn ein weltweiter Betrug bei einer wesentlichen Komponente des Produkts und der Gewinne das Thema sind. Der Mann war Mitglied der Geschäftsleitungsmannschaft. "Ich wusste von nichts!" Ist keine Antwort.
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