Angebliche Hygienemängel: Russland geht gegen McDonald's vor

McDonald's in Moskau: Vier Filialen geschlossen Zur Großansicht
AFP

McDonald's in Moskau: Vier Filialen geschlossen

Der russisch-amerikanische Streit trifft nun offenbar auch McDonald's. In Moskau haben die Behörden vier Filialen geschlossen - angeblich wegen Hygienemängeln. In weiteren Regionen des Landes soll es Kontrollen geben.

Moskau - Die russische Verbraucherschutzbehörde hat in Moskau vier Filialen der US-Schnellimbisskette McDonald's wegen angeblicher Verstöße gegen die Sanitärvorschriften vorübergehend geschlossen. Das Unternehmen prüfe die Vorwürfe, teilte McDonald's mit. Es werde alles für die Mitarbeiter getan. Und auch dafür, dass die Arbeit in Russland fortgesetzt werden könne.

Auch in weiteren Regionen Russlands soll es Kontrollen in McDonald's-Filialen geben. Dies gilt für die Regionen Tatarstan, Baschkortostan, Swerdlowsk und Krasnodar.

In Russland gab es zuletzt Befürchtungen, dass angesichts der politischen Spannungen mit den USA die Fast-Food-Kette ganz aus dem Land verbannt werden könnte. Im Juni hatte die Verbraucherschutzbehörde kritisiert, dass einzelne Speisen in der Stadt Weliki Nowgorod verunreinigt und mit zu niedrigen Kalorienangaben ausgezeichnet gewesen seien. Die Behörde hatte versucht, bei einem Moskauer Gericht ein Verkaufsverbot für Cheeseburger, Fischburger, Chickenburger und Milchshakes zu erreichen.

McDonald's betreibt in Russland nach eigener Darstellung 400 Filialen, die täglich mehr als eine Million Menschen bewirten. "Die wichtigste Priorität für McDonald's ist es, qualitative und sichere Produkte bereitzustellen", hieß es in einer Reaktion auf das aktuelle Verbot der Verbraucherschutzbehörde.

Unter den nun geschlossenen Filialen ist auch das Restaurant, das am 31. Januar 1990 am Puschkin-Platz nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion von dem US-Unternehmen als erstes eröffnet worden war. Damals gab es nach Jahren kommunistischer Mangelwirtschaft einen Ansturm auf das Lokal.

Im April hatte der rechtsextreme Politiker Wladimir Schirinowski Demonstrationen vor McDonald's-Filialen im Moskauer Umland organisiert. Der Chef der "Liberaldemokraten" forderte damals die Schließung aller Filialen des US-Konzerns in Russland.

mik/dpa-AFX

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insgesamt 129 Beiträge
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1. Sanktionen sind eine bitc...
hobbyleser 21.08.2014
Wenn ich an den Burger King Skandal denke, finde ich das Thema Hygiene auch so weit nicht hergeholt. ;)
2. Russischer Nationalismus
schreiberausthür.89 21.08.2014
Da regt sich Putin über die angeblichen Faschisten in Kiew auf. In von Verschwörungstheorien und Nationalismus geprägten Russland wird selbst die Burgerbude McDonald's zur Gefahr für Volk und Vaterland. Wer schon mal in Russland unterwegs war, weiß wie lächerlich die Behauptung ist, es ginge hier um Hygiene. Die größte Gefahr für die dortige Gesundheit ist zudem immer noch der exorbitante Wodkakonsum. Dagegen sind ein paar fettige Burger nur Kindergarten.
3. Hygienemängel in der Systemgastronomie
hermannheester 21.08.2014
Auch das ist kein Monopol des "goldenen Westens". Hygienemängel sind hier fast die Norm. Wenn dieselben Leute, die die Pellets braten ganz nebenbei noch die Latrinen schrubben und den Müll vom Boden aufheben, da kommt schon mal die strenge Hygiene viel zu kurz. Dabei ist es egal, ob das am Hudson oder an der Moskwa stattfindet.
4. Hygienemängel bei MCD?
testi 21.08.2014
In der ganzen Ukraine-Problematik lügt Russland, dass sich die Balken biegen. Aber "Hygienemängel" halte ich für absolut plausibel. Hier scheint Russland mal die Wahrheit zu sagen.
5.
pepe_sargnagel 21.08.2014
Mal schauen, welche Auswirkungen ein solcher Wirtschaftskrieg für die Globalisierung haben wird. Werden Unternehmen das Outsourcing zurückdrehen? Werden andere Maßnahmen ergriffen - welche? Die letzte große Globalisierung endete auch nur ein paar Jahre vor dem zweiten Weltkrieg mit dem "Schwarzen Freitag" im Jahr 1929. Nicht, dass nun wieder ein bewaffneter Krieg folgen muss. Aber die Bürger werden den Rattenfängern nur zu gerne folgen, wenn die Unternehmen und die Politik nicht ihre "gemeinsame Strategie" überdenken. Die Wirtschaft und die Politik sollten tatsächlich mehr für das Volk da sein, als für die Eigeninteressen. Das kann alles immer nur eine gewisse Zeit lang gut gehen. Ich hoffe nur, dass wieder ein wenig umgedacht werden wird. Auch wenn das "harte Einschnitte" für Priviligierte bedeuten könnte - aber diese Einschnitte sind bestimmt das geringere Übel, wenn man bedenkt, dass der totale Machtverlust dann droht, wenn das Volk wieder den Rattenfängern hinterherlaufen würde. So blieben sie wenigstens weiterhin mächtig...
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