USA Mitarbeiter bei McDonald's in den USA streiken landesweit

Mitarbeiter von US-Fast-Food-Ketten haben landesweit für einen Lohn von mindestens 15 Dollar demonstriert. Viele von ihnen erhalten momentan nur knapp die Hälfte.

Demonstranten auf dem Times Square in New York: Mindestens 15 Dollar Stundenlohn
AP/dpa

Demonstranten auf dem Times Square in New York: Mindestens 15 Dollar Stundenlohn


Washington - "Fight for 15": Bei einem landesweiten Streik in den USA haben Mitarbeiter von Fast-Food-Ketten eine bessere Bezahlung gefordert. Unter dem Motto "Fight for 15" legten Angestellte von Unternehmen wie McDonald's oder Wendy's ihre Arbeit nieder. Der Kampagnen-Name rührt von der Forderung der Bewegung her: Die Mitarbeiter verlangen einen Stundenlohn von mindestens 15 Dollar (rund 11,40 Euro). In New York und Detroit nahm die Polizei mehrere Demonstranten wegen einer Verkehrsblockade fest.

Vielerorts postierten sich die Arbeiter mit Schilder vor den Fast-Food-Filialen. Nicht einmal acht Euro verdienen sie in den Burger-Läden zurzeit nach Angaben der Gewerkschaft Service Employees International Union. Die ersten Burger-Streiks hatten sich bereits 2012 gegen die Fast-Food-Industrie formiert.

Die jüngsten Demonstrationen gegen die Bezahlpolitik der Unternehmen spielt sich vor dem Hintergrund eines seit länger schwelendem Streits um die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns in den USA von 7,25 Dollar ab. Präsident Barack Obama hatte in dieser Woche den Einsatz der Burger-Bewegung für eine bessere Entlohnung befürwortet.

Laut einer Studie des Economic Polcy Instituts leben fast 17 Prozent der Beschäftigten in der US-Gastronomie unterhalb der Armutsgrenze. Nicht nur die Mitarbeiter von Restaurants, Bars oder Küchen arbeiten unter prekären Bedingungen: Viele Amerikaner müssen mehrere Jobs annehmen, um überhaupt über die Runden zu kommen.

daf/Reuters/AP

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insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
Leser1000 04.09.2014
1. Verständnis
Negativ Werbung für "Mac Doof". Aber im Ernst: Es ist gut, dass es im Westen das Streikrecht gibt. In anderen Ländern träumt man davon. PS. In den USA sind viele in der Gatronomie auf den "Tip" angewiesen, in der Systemgastronomie funktioniert das sicher nicht so. Daher: Verständnis
hotgorn 04.09.2014
2.
Bei so einem geringen Lohn wie ihn das Amerikanische Gesetz vorschreibt würde ich erst gar nicht antanzen. Respekt das die Menschen für so wenig Geld arbeiten und dann noch die Kraft haben gegen das böse Fast Food Imperium anzutreten. In Deutschland drohen ähnliche Verhältnisse wie in den USA.
Atheist_Crusader 04.09.2014
3.
Dass dieser Mindestlohn so nötig ist, spricht schon Bände über die wirtschaftlichen Realitäten in den USA. Früher war McDonald's ein klassischer Job für Teenies und andere Einsteiger ins Berufsleben, die noch nicht viel Erfahrung hatten aber eben Geld brauchten. In den letzten Jahren wurden diese Jobs aber immer mehr auf Dauer besetzt, von Menschen die damit tatsächlich ihren Lebensunterhalt finanzieren müssen. Der Witz ist, dass das Geld absolut da ist. 2013 hatte z.B. Walmart 17,2 Milliarden US$ Umsatz. Während Walmart-Angestellte insgesamt 2,66 Milliarden US$ an staatlichen Finanzhilfen wegen zu niedrigen Einkommens erhielten. Die fettesten werden noch fetter und der Rest muss sich immer weniger teilen. Und da sollte man nicht zu sehr auf die Amis herabblicken. Die haben vielleicht einen guten Vorsprung, aber wir sind auf dem gleichen Weg.
onceagain 04.09.2014
4. Sozialistische USA
11.40 EUR Stundenlohn bei einer Fastfood Kette, da bin ich froh das bei uns solche sozialistischen Tendenzen radikal von den Volksparteien SPD und CDU /CSU bekämpft werden.
braamsery 04.09.2014
5. Wenn man jetzt noch weiß
dass die Lebenshaltungskosten in den USA im Regelfall deutlich über denen in Deutschland sind (Einkäufe nicht selten doppelter Zahlenwert, in kälteren Gebieten können die Heizkosten mehrere hundert Dollar pro Monat ausmachen im Winter; Erfahrung durch Verwandte) ist eine Zahl von ca. 7,50$ zum Leben weit weniger geeignet als hier ein Lohn von 5$ bei gleichen Verhältnissen.
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