Vorwurf von Gewerkschaften McDonald's soll mit Steuertricks eine Milliarde gespart haben

Erst Apple und Starbucks - und nun auch McDonald's? Die US-Fast-Food-Kette soll durch legale Tricks gut eine Milliarde Euro an europäischen Steuerbehörden vorbeigeschleust haben. Der Konzern ist sich keiner Schuld bewusst.

McDonald's-Filiale in Paris: Der französische Fiskus soll am stärksten betroffen sein
AFP

McDonald's-Filiale in Paris: Der französische Fiskus soll am stärksten betroffen sein


Brüssel - McDonald's soll den EU-Staaten durch Steuertricks mehr als eine Milliarde Euro vorenthalten haben. Der Fast-Food-Konzern habe durch sogenannte Steueroptimierung zwischen 2009 und 2013 Zahlungen von 1,05 Milliarden Euro vermieden, behaupten drei internationale Gewerkschaftsverbände.

Demnach soll McDonald's Chart zeigen eine Geschäftsstelle in der Schweiz geschaffen und Einnahmen in Höhe von 3,7 Milliarden Euro über eine Tochtergesellschaft in Luxemburg laufen gelassen haben. Diese Gesellschaft habe in Luxemburg in dem fünfjährigen Zeitraum nur 16 Millionen Euro Steuern gezahlt.

Von den Finanzmanövern sei vor allem der französische Fiskus betroffen gewesen, erklärten die Gewerkschaftsverbände. Ihm seien zwischen 386 und 714 Millionen Euro Steuereinnahmen entgangen. Die Verbände riefen die EU-Kommission und die nationalen Steuerbehörden dazu auf, das Finanzgebaren von McDonald's genau unter die Lupe zu nehmen und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.

Die Tricks an sich sind nicht illegal

McDonald's Europe ist sich offenbar keiner Schuld bewusst. Das Unternehmen teilte in einer Stellungnahme mit, es halte sich an geltendes Recht und zahle in jedem Land die dort anfallenden Steuern. Neben den Abgaben auf Gewinne würden unter anderem auch erhebliche Sozialversicherungsbeiträge und Immobiliensteuern abgeführt.

Internationale Konzerne nutzen immer wieder Schlupflöcher in den nationalen Steuersystemen, um Steuern zu sparen. Unter anderem verlagern sie ihre Gewinne in Länder mit niedrigen Steuersätzen. Wegen solcher Praktiken standen unter anderem der iPhone-Hersteller Apple, der Internet-Versandhändler Amazon und die Kaffeehauskette Starbucks in der Kritik.

Für die Konzerne ist das Ausnutzen günstiger Steuergesetze an sich nicht verboten. Sie stehen deshalb auch nicht im Visier der Ermittlungen der EU-Kommission, die sich des Themas angenommen hat und Steuersysteme in Luxemburg, Irland, Belgien und den Niederlanden überprüft. Hebel ist das europäische Wettbewerbsrecht. Den vier Staaten wird vorgeworfen, Großkonzernen Steuererleichterungen einzuräumen - auf Kosten der anderen EU-Staaten.

stk/AFP/dpa-AFX



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insgesamt 51 Beiträge
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Seite 1
ptb29 26.02.2015
1. Es steht doch im Text
Es ist legal, was soll die Aufregung. Macht bessere Gesetze und stopft die Schlüpflöcher, aber eher wird dem Kleinunternehmer mehrmals eine Steuerprüfung auf den Hals gehetzt.
OskarVernon 26.02.2015
2.
Wenn das *legale* Tricks waren, wo ist dann das Problem...?
tufkar 26.02.2015
3. Ich als Verbraucher
lese solche Berichte über die Steuervermeidungstricks sehr gerne und sehr genau. Auch wenn alles legal ist, ich habe keinen Bock drauf mein geld zu Firmen zu tragen, die zwar die deutsche Infrastruktur gerne in Anspruch nehmen, sich über die deutsche Kaufkraft auch sehr freuen, sich aber nicht an den Kosten beteiligen wollen. Also keine Apple-Produkte kaufen, Café lieber beim Bäcker nebenan statt aus Pappbechern bei Starbucks, regionale Onlinehändler statt Amazon nutzen und auf die ungesunden Burger bei McDonalds verzichten. Für das Geld hole ich dann lieber einen Döner, bin länger satt und habe mich gesünder ernährt.
Hank Hill 26.02.2015
4. Große Konzerne
profitieren doch weltweit von "legalen Steuertricks". Ich denke nicht, daß McDonalds das schlechter macht als Siemens, Daimler, VW, BMW, oder Audi. Wo ist hier das Problem ? Allein die Mega Strafe für Siemens wegen Korruption spricht doch Bände über die kriminelle Energie von Großfirmen.
bonngoldbaer 26.02.2015
5. Die Schuldigen
Die Schuldigen sind nicht die Manager von McDonalds sondern die Parlamentarier, die sich weigern, ordentliche Steuergesetze zu machen, weil sie sonst "Standortvorteile" verlieren. Man müsste diese Leute zwingen, sich ein Jahr nur von McDonalds-Produkten zu ernähren.
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