Medienkonzern Vivendi will sich aufspalten

Die Konkurrenz war zu hart: Der französische Medienriese Vivendi will seine Mobilfunksparte abspalten, die zunehmend unter Billiganbietern zu leiden hat. Gleichzeitig soll die Mediensparte des Konzerns neu aufgestellt werden.

Vivendi in Paris: Neue internationale Mediengruppe
AFP

Vivendi in Paris: Neue internationale Mediengruppe


Paris - Der französische Medien- und Telekommunikationsriese Vivendi will sich in zwei Teile aufspalten. Eines der künftigen Unternehmen solle aus der Mediensparte bestehen, das andere aus dem Mobilfunk-Anbieter SFR, teilte Vivendi mit. Die Mobilfunksparte leidet unter der harten Konkurrenz in Frankreich.

SFR solle "eine größere Freiheit" bei Strategie und Partnern erhalten, hieß es. Der Mobilfunkanbieter konkurriert mit dem Billiganbieter Free, der Anfang des Jahres auf den französischen Markt kam. In diesem Zuge wurde mehrfach darüber diskutiert, dass sich Vivendi mehr auf seine einträgliche Mediensparte konzentrieren wolle. Neben der Trennung vom Mutterhaus hatte die Vivendi-Spitze auch einen SFR-Börsengang in Erwägung gezogen.

Derzeit macht SFR noch fast 40 Prozent des Umsatzes der Vivendi-Gruppe aus. SFR hatte Ende Juli die Aufnahme von Verhandlungen mit dem französischen Telekomanbieter Bouygues angekündigt, um gemeinsam Netze zu nutzen. Die hundertprozentige Vivendi-Tochter SFR hatte Ende März fast 21 Millionen Mobilfunk-Kunden, von denen knapp 17 Millionen Abonnenten waren.

Im ersten Halbjahr 2013 war der Vivendi-Gewinn um 11,2 Prozent eingebrochen - nicht zuletzt wegen der rückgängigen Zahlen bei SFR. Der Gewinn lag aber immer noch bei rund einer Milliarde Euro. Der Umsatz der Gruppe erreichte von Januar bis Juni 10,8 Milliarden Euro. Allein beim Tochterunternehmen Universal Music Group stiegen die Verkäufe im ersten Halbjahr um 16,3 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro.

Neue internationale Mediengruppe

Im Medienbereich soll eine neue internationale Mediengruppe mit Hauptsitz in Frankreich entstehen. Neben der Musiksparte, in der Vivendi weltweit Marktführer ist, umfasst diese unter anderem den Filmbereich in Europa oder Bezahlfernsehen in Frankreich, Afrika, Vietnam und Polen. Zur Vivendi-Gruppe gehört unter anderem der Bezahlsender Canal+.

Die endgültige Entscheidung zur Aufspaltung könnte den Angaben zufolge Anfang kommenden Jahres kommen. Zugleich gab des Unternehmen die Nominierung des größten Aktionärs Vincent Bolloré als Vizepräsident des Verwaltungsrates bekannt.

lei/AFP

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