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US-Medizinkonzern: Medtronic übernimmt Covidien für rund 43 Milliarden Dollar

Medtronic-Chef Omar Ishrak (Archivbild): "Weitere Fusionen in US-Technologien" Zur Großansicht
REUTERS

Medtronic-Chef Omar Ishrak (Archivbild): "Weitere Fusionen in US-Technologien"

Der Milliardendeal ist perfekt: Der amerikanische Medizintechnikkonzern Medtronic kauft seinen Dubliner Rivalen Covidien. Das Unternehmen verlegt seinen Hauptsitz in der Folge nach Irland - und dürfte sich damit Steuervorteile verschaffen.

Minneapolis/Dublin - In der Gesundheitsbranche kommt es zu einer Großfusion. Der US-Medizintechnikspezialist Medtronic übernimmt seinen in Dublin ansässigen Wettbewerber Covidien für etwa 42,9 Milliarden Dollar. Dies teilten beide Unternehmen in der Nacht zum Montag mit.

"Wir sind begeistert über diese Übereinkunft", sagte Medtronic-Chef Omar Ishrak laut der Mitteilung, die Firmenübernahme werde es Medtronic ermöglichen, mehr Patienten zu erreichen. Die Kontrollgremien beider Unternehmen hätten die Transaktion einstimmig gebilligt, heißt es. Der Zusammenschluss solle im vierten Quartal 2014 oder Anfang 2015 abgeschlossen sein. Mit der Fusion verringert Medtronic seinen Abstand zum Marktführer Johnson & Johnson Chart zeigen.

Beide Unternehmen sind auch in Deutschland aktiv

Medtronic stellt Herzschrittmacher und Medikamentenpumpen her. Das irische Unternehmen Covidien ist unter anderem auf chirurgische Instrumente und Produkte für die Intensivmedizin spezialisiert. Beide Unternehmen sind auch in Deutschland aktiv.

Medtronic verlagert in der Folge seinen Sitz nach Irland und dürfte sich damit Steuervorteile verschaffen. Medtronic teilte am Sonntag allerdings mit, Steuererwägungen stünden nicht im Zentrum der Entscheidung. Es handele sich um eine mittel- und langfristige Entscheidung, sagte Ishrak. "Es ist gut für die USA, dass wir weitere Fusionen in US-Technologien tätigen, was wir vorher nicht tun konnten." Die Unternehmensteuer, die derzeit bei rund 18 Prozent liege, werde sich kaum verändern.

Irland ist für seine vergleichsweise niedrigen Steuersätze bekannt. Die Verlegung von Firmenzentralen auf die Insel spielte zuletzt bei einer Reihe von Fusionen in der Branche eine Rolle, weil der Sektor den Sparkurs im Gesundheitsbereich zu spüren bekommt.

Medtronic mit weltweit 45.000 Mitarbeitern ist bislang im US-Bundesstaat Minnesota beheimatet und hat seinen Deutschland-Sitz in Meerbusch bei Düsseldorf. Bei Covidien arbeiten weltweit rund 41.000 Menschen, rund 850 davon in der Deutschland-Zentrale im bayerischen Neustadt an der Donau. Medtronic ist am Markt mit rund 61 Milliarden Dollar bewertet, Covidien mit etwa 32 Milliarden Dollar.

bos/dpa/Reuters

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1. Was wirklich zählt
Highthink 16.06.2014
Lieber niedrige Steuern, als - wie bei uns - hohe Subventionen. Niedrige Steuern gelten für alle, hohe Subventionen nur für die mit starker Lobby und tiefen Taschen, die Politiker kaufen können. Apropos: man könnte mal über die hohen sechsstelligen Beträge sprechen, mit denen VW sich Wohlwollen beim Vizekanzler sichert. Ich bin sicher, solche "Vorgänge" würden mehr Leser interessieren, als die Tatsache, dass Steuern in einem Drittland niedriger als in einem anderen Drittland sind.
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