Mega-Börsengang Rohstoffgigant soll 61 Milliarden Dollar wert sein

Es ist der Börsengang des Jahres: Der geheimnisumwitterte Rohstoffkonzern Glencore hat die Preisspanne für seine Erstnotiz bekannt gegeben - und sich selbst mit 61 Milliarden Dollar bewertet. Interesse an dem Unternehmen hat unter anderem ein Investor aus Abu Dhabi.

Rohstoffhändler Glencore: Der Gigant will Konkurrenten übernehmen
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Rohstoffhändler Glencore: Der Gigant will Konkurrenten übernehmen


Hongkong/London - Es wird der wohl größte Börsengang, den London je erlebt hat: Der weltweit führende Rohstoffhändler Glencore drängt auf das Parkett. Am Mittwoch legte das Unternehmen nun die Preisspanne für die Erstnotiz fest - Investoren können die Aktien zu 480 bis 580 Pence je Stück erwerben.

Insgesamt bewertet sich der Rohstoffhändler dadurch im Schnitt mit 61 Milliarden Dollar - so viel wie die meisten Experten geschätzt hatten. Da das Unternehmen 15 bis 20 Prozent seiner Anteile über die Börse verkaufen will, kommt es zusammen mit seinen Partnern auf erwartete Einnahmen von umgerechnet elf Milliarden Dollar. Mit dem Geld will Glencore Übernahmen von Konkurrenten finanzieren.

Glencore hat seinen Sitz in der Schweiz, beschäftigt weltweit 60.000 Mitarbeiter und kommt auf einen Jahresgewinn von 3,8 Milliarden Dollar. Das Börsendebüt in London ist für den 19. Mai geplant. Ab dem 25. Mai können die Papiere auch in Hongkong gehandelt werden.

Glencore galt bislang als äußerst verschwiegen. Mit dem Gang aufs Parkett muss sich das nun ändern - börsennotierte Unternehmen haben regelmäßig ihre Zahlen zu veröffentlichen.

Über Nacht zum Milliardär

Nach eigenen Angaben konnte Glencore schon wichtige Großinvestoren gewinnen, die knapp ein Drittel der zu verkaufenden Aktien übernehmen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters ist darunter auch ein Investor aus Abu Dhabi, IPIC Aabar. Die Firma beteiligt sich mit 850 Millionen Dollar an dem Börsengang.

Im Laufe des Tages will Glencore seinen offiziellen Verkaufsprospekt vorlegen. Da bisher wenig bekannt ist über die Firma, warten Branchenkenner mit Spannung darauf. So ist bis dato unklar, wie viele Anteile an Glencore eigentlich dem Firmenchef Ivan Glasenberg gehören. Experten gehen davon aus, dass der ehemalige Kohlehändler Glasenberg mit dem Börsengang über Nacht zum Milliardär wird.

Es gilt als wahrscheinlich, dass Glencore angesichts seiner Größe schon am Ende des ersten Handelstages in den Londoner Börsenindex FTSE 100 aufsteigen wird. Das hat es seit 25 Jahren nicht mehr gegeben. Überhaupt haben das bislang mit dem Telekomriesen BT und dem Energiekonzern BG nur zwei Firmen zuvor geschafft.

Gemessen an einem Umsatz von 145 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr ist Glencore der größte Konzern der Schweiz - noch vor dem Lebensmittelriesen Nestlé, dem Pharmakonzern Novartis und der Großbank UBS. Der Unternehmenssitz liegt im Niedrigsteuer-Kanton Zug.

wal/Reuters

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