Mega-Pharma-Deal: EU erlaubt Ratiopharm-Übernahme

Bahn frei für einen Milliarden-Deal in der Pharmabranche: Teva Pharmaceutical darf Ratiopharm schlucken - und sich zur Nummer eins auf dem Generikamarkt aufschwingen. Allerdings erteilt die EU-Kommission dem Branchenriesen für die Übernahme strenge Auflagen.

Ratiopharm-Werk in Blaubeuren: Verkauf unter Auflagen Zur Großansicht
ddp

Ratiopharm-Werk in Blaubeuren: Verkauf unter Auflagen

Brüssel - Die EU-Kommission hat die Übernahme des Pharmaherstellers Ratiopharm durch den israelischen Konzern Teva genehmigt - allerdings nur unter Auflagen. Der weltgrößte Hersteller von Nachahmermedikamenten, sogenannter Generika, muss die Geschäfte mit 15 Medikamenten in den Niederlanden und einem Arzneimittel in Ungarn verkaufen, wie die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel entschied.

Mit dem Kauf der Ulmer steigt Teva Pharmaceutical in Europa zur Nummer eins auf dem Generikamarkt auf. In Deutschland wird das neue Unternehmen nach der zu Novartis gehörenden Sandoz die Nummer zwei sein.

Mit den Auflagen wollen die europäischen Wettbewerbshüter dafür sorgen, dass das neue Unternehmen keine zu starke Marktposition bei diesen Arzneien bekommt und keine Konkurrenten vom Markt verdrängen kann. Dabei handelt es sich um Medikamente zur Behandlung von Blutarmut, Bluthochdruck, Asthma, Gicht, Entzündungen und Schmerztabletten, wie die EU-Behörde schrieb.

Teva mit Sitz in Jerusalem hatte nach einem monatelangen Bieterrennen Mitte März den Zuschlag für Ratiopharm erhalten. Der Ulmer Generikahersteller gehörte zum Imperium des Firmenpatriarchen Adolf Merckle, der sich im Januar 2009 das Leben nahm. Im Zuge der Finanzkrise hatte der Zusammenbruch des Firmengeflechts gedroht.

Der Verkaufspreis für das Unternehmen Ratiopharm, das nach einem strikten Sparkurs inzwischen wieder Geld verdient, lag inklusive Schulden bei mehr als 3,6 Milliarden Euro.

Bereits am Vortag hatte Teva mitgeteilt, dass die gemachten Zugeständnisse nur minimalen Einfluss auf das gemeinsame Geschäft der beiden Unternehmen hätte. Der Konzern will die Übernahme in den nächsten Wochen abschließen.

ssu/dpa

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