New York - Es ist eines der ersten sozialen Netzwerke, die sich aufs Parkett wagen - und legt gleich am ersten Tag ein Kursfeuerwerk hin: Das Karrierenetzwerk LinkedIn hat seinen Wert am ersten Handelstag an der New Yorker Börse mehr als verdoppelt. Zwischenzeitlich lag der Preis für eine Aktie bei mehr als 120 Dollar, was einem Firmenwert von zwölf Milliarden Dollar entspricht. Im Vorfeld galt bereits eine Bewertung von drei Milliarden Dollar als optimistisch.
Damit überholte LinkedIn in puncto Unternehmenswert sogar die
Commerzbank
oder die
Lufthansa
. Später fiel die Aktie wieder unter die Hundert-Dollar-Marke und wurde bei Börsenschluss mit 94,25 Dollar notiert - ein Plus von rund 109 Prozent. Ausgegeben hatten LinkedIn und seine Alteigentümer die Aktien zu 45 Dollar.
Ein solch erfolgreiches Börsendebüt hat schon lange kein namhaftes Unternehmen mehr hingelegt. Dabei hat LinkedIn im vergangenen Jahr gerade mal einen Umsatz von 243 Millionen Dollar und einen Gewinn von 15 Millionen Dollar erwirtschaftet.
Kritiker warnen vor neuer Internetblase
Der fulminante Start der LinkedIn-Aktie weckt Hoffnungen auf eine ähnliche Entwicklung bei möglichen künftigen Börsengängen etwa von Facebook, des Schnäppchen-Anbieters Groupon, des Spieleentwicklers Zynga oder des Nachrichtendienstes Twitter.
Experten erinnerten an die Jahrtausendwende, als Internetwerte etwa am Neuen Markt in Frankfurt ebenfalls extreme Kurszuwächse binnen kurzer Zeit einfuhren. Kritiker sprechen bereits von einer Blase wie zu Dotcom-Zeiten - die damals bekanntermaßen platzte.
In der ersten Tranche gibt LinkedIn nach eigenen Angaben Aktien für annähernd 353 Millionen Dollar aus. Wenn das Kontingent ausgeschöpft ist, können die beteiligten Banken mit zusätzlichen Papieren weitere 53 Millionen Dollar einsammeln. Die restlichen Aktien dürften nach und nach an die Börse gelangen.
LinkedIn gibt die Zahl seiner Mitglieder weltweit mit hundert Millionen an. Das Netzwerk ermöglicht es vor allem, Kontakte auf der beruflichen Ebene zu erstellen und auszubauen. Der Service wird in sechs Sprachen angeboten.
Hinter LinkedIn stehen im Wesentlichen der Mitgründer Reid Hoffmann mit 21,2 Prozent sowie die
Finanzinvestoren Sequoia Capital, Greylock Partners und Bessemer Venture Partners mit zusammen 39,4 Prozent. Hoffmann hatte bereits beim Verkauf des Online-Bezahldienstes PayPal an Ebay
ordentlich Kasse gemacht.
fdi/dpa-AFX/Reuters/dapd
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte | RSS |
| alles zum Thema Soziale Netzwerke | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH