Höhere Kosten für Treibstoff und Personal Fluglinien erwarten 2018 weniger Gewinn

Für Fluglinien weltweit dürfte 2018 ein Jahr der sinkenden Gewinne werden. Der Branchenverband IATA senkte seine Prognose deutlich. Die Lufthansa will aber von den Problemen der Konkurrenz profitieren.

Landeanflug bei Sturm im britischen Leeds
DPA

Landeanflug bei Sturm im britischen Leeds


Die internationale Luftfahrtbranche hat wegen steigender Arbeits- und Treibstoffkosten ihre Gewinnerwartung für das laufende Jahr deutlich gesenkt. Der Branchenverband IATA, der rund 280 Fluggesellschaften weltweit vertritt, teilte mit, die Branche erwarte für 2018 nur noch einen Gewinn von 33,8 Milliarden Dollar - zwölf Prozent unter der bisherigen Schätzung. Steigende Zinsen und eine ganze Reihe geopolitischer Unsicherheitsfaktoren erhöhten das Risiko für die Firmen, hieß es.

IATA-Generaldirektor Alexandre de Juniac sagte, der prognostizierte Gewinn entspreche gut vier Prozent des erwarteten Umsatzes von rund 750 Milliarden Dollar. "Vier Prozent ist keine große Zahl", sagte de Juniac. Die Branche sei immer noch empfindlich. "Unsere Möglichkeiten, große Schocks zu überstehen, sind begrenzt".

2017 war für die Fluglinien ein Rekordjahr. Im vergangenen Jahr verdienten die Konzerne der Branche nach Angaben des Verbands mit 38 Milliarden Dollar so viel wie noch nie - dies war aber zum Teil auch durch steuerliche Einmaleffekte begünstigt.

Lufthansa will von geringerem Flugangebot profitieren

Trotz der pessimistischeren Prognose des Branchenverbands sieht die Lufthansa in den kommenden Monaten dennoch Chancen auf bessere Erlöse. Grund sind Probleme einiger Konkurrenten wie Air France-KLM. Die Durchschnittserlöse dürften im Sommer wieder steigen, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Rande der IATA-Generalversammlung in Sydney. Dabei erwartet er eine Rekordauslastung der Flugzeuge.

Die Lufthansa könnte etwa vom anhaltenden Tarifkonflikt bei der französisch-niederländischen Konkurrenzairline Air France-KLM profitieren. Durch die ungelöste Auseinandersetzung in deren französischer Sparte Air France würde das Flugangebot in der Branche nicht mehr so stark anziehen.

Französische Regierung erwägt Ausstieg bei Air France-KLM

Air France-KLM steckt mitten in einem harten Tarifkampf, noch dazu gab es auch einen Führungswechsel. Laut einem Bericht der französischen Zeitung "Les Echos" könnte es zudem einen neuen Miteigentümer geben. Demnach erwägt die französische Regierung einen Verkauf ihrer Beteiligung an Air-France-KLM. Sie überlege, das 14,3-prozentige Paket an der Fluglinie ganz oder in Teilen abzustoßen, berichtete die Zeitung am Sonntag unter Berufung auf anonyme Quellen. Es gebe eine Interessenbekundung für die Aktien von Europas größtem Hotelbetreiber Accor Hotels. Die Regierung spiele ihre Optionen ernsthaft durch, habe aber noch keine Entscheidung gefällt.

Accor teilte mit, man befasse sich erneut mit einem möglichen Einstieg bei Air-France-KLM. Man sei in einer sehr frühen Phase dabei, die Machbarkeit und die Bedingungen einer solchen Transaktion zu prüfen. Zu gegebener Zeit werde man mit der Fluglinie sprechen. "Es ist nicht sicher, dass diese Initiativen zu einer Übereinkunft oder zu irgendeiner Art der Umsetzung führen", hieß es von Accor. An der Börse kommt Air France-KLM aktuell auf einen Wert von rund drei Milliarden Euro.

mmq/Reuters/dpa-AFX



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