Menschenrechte Oxfam wirft Metro-Konzern Ausbeutung indischer Arbeiter vor

Hungerlöhne, Diskriminierung und Unterdrückung von Gewerkschaftern: Die Menschenrechtsorganisation Oxfam beschuldigt den Handelsriesen Metro in Indien massiv gegen Arbeitsrechte zu verstoßen. Der Konzern weist die Vorwürfe als falsch zurück.

Metro-Markt in Berlin: Hungerlöhne für Landarbeiterinnen in Indien?
picture-alliance/ dpa

Metro-Markt in Berlin: Hungerlöhne für Landarbeiterinnen in Indien?


München - Die Vorwürfe gegen Metro Chart zeigen wiegen schwer: Die Hilfsorganisation Oxfam beschuldigt den Handelskonzern, in Indien massiv gegen Arbeitsrechte zu verstoßen. So verdienten etwa Landarbeiterinnen bei den indischen Metro-Lieferanten lediglich 85 Cent pro Tag für zehn bis zwölf Stunden Arbeit, schreibt die Organisation in einer jetzt veröffentlichten Studie. Der Konzern benachteilige vor allem Frauen: Sie würden systematisch unterbezahlt und verdienten bis zu 50 Prozent weniger als männliche Kollegen.

Oxfam wirft Metro außerdem vor, auch Gewerkschaftsmitglieder zu benachteiligen. "Obwohl sich die Metro Group verpflichtet hat, grundlegende internationale Arbeitsrechte ihrer Lieferkette einzuhalten, werden Angestellte der indischen Metro-Tochter Cash & Carry bei Gehaltserhöhungen und Beförderungen übergangen, wenn sie einer Gewerkschaft angehören", schreibt die Organisation. Außerdem gebe es unbezahlte Zwangsüberstunden, die gegen indisches Arbeitsrecht verstießen.

Metro wies die Vorwürfe von Oxfam zurück. Die Organisation habe dem Unternehmen selbst bestätigt, dass den Farmern in Indien Preise oberhalb der dortigen Marktpreise gezahlt würden. "Es mutet absurd an, uns hieraus einen Vorwurf ableiten zu wollen", sagte ein Metro-Sprecher. Auch der Vorwurf, Gewerkschaftsmitglieder zu benachteiligen, sei nicht zutreffend. "Gewerkschaften sind in unseren Großhandelsmärkten ungehindert aktiv", sagte der Sprecher. Über Gehaltserhöhungen werde in einem offenen und fairen Leistungsbeurteilungsprozess entschieden.

yes/AFP



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