Metalldiebe: Kabelklau kostet Deutsche Bahn 15 Millionen Euro im Jahr

Je höher die Preise für Kupfer, desto mehr Kabel werden der Deutschen Bahn geklaut. Im vergangenen Jahr zählte das Unternehmen rund 3000 Fälle von Metalldiebstählen, das entspricht einem Anstieg von 50 Prozent. Neue Sicherheitstechnik soll die Diebe nun abschrecken.

Bahn-Mitarbeiter beim Kennzeichnen von Kabeln: Diebe waren vor allem auf Kupfer aus Zur Großansicht
dapd

Bahn-Mitarbeiter beim Kennzeichnen von Kabeln: Diebe waren vor allem auf Kupfer aus

Berlin - Wer besonders lange auf seinen Zug warten muss, könnte das Opfer von Metalldieben geworden sein: Die Zahl derartiger Delikte bei der Deutschen Bahn hat im vergangenen Jahr stark zugenommen. Das Unternehmen zählte rund 3000 Fälle, etwa tausend mehr als im Jahr zuvor. Knapp 11.000 Züge sind laut der Bahn wegen der Diebstähle zu spät gekommen. Die Diebe hätten es vor allem auf Eisen und Buntmetall abgesehen, besonders auf Kupfer. Die Metalle lassen sich zu einem hohen Preis verkaufen.

Die Bahn musste laut dem für die Konzernsicherheit zuständige Vorstand Gerd Becht rund 15 Millionen Euro ausgeben, um die Schäden zu beheben. Mehr als 500 Täter seien gefasst worden. Die meisten Diebstähle an Bahnanlagen habe es in Ostdeutschland und in Nordrhein-Westfalen gegeben.

Besonders stark war der Anstieg der Fälle von Kabelklau demnach im ersten Halbjahr 2011. Seit Juni sinke die Zahl der Delikte, dies sei auf eine neue Sicherheitstechnik zurückzuführen. Dabei wird auf Schienen, Kabel und Anlagen mit unsichtbarer Flüssigkeit ein Zahlencode aufgesprüht, der unter speziellem Licht sichtbar gemacht werden kann. Die Herkunft von gestohlenen Metallen kann so schnell ermittelt werden. Zudem hat die Deutsche Bahn ihren Streifendienst verbessert. Durch die häufigeren Kontrollfahrten entlang der Strecken seit dem Sommer des vergangenen Jahres sind die Fallzahlen laut dem Unternehmen ebenfalls deutlich gesunken.

Die geklauten Buntmetalle, vor allem Kupfer, verkaufen die Diebe illegal an Schrotthändler. An der Börse kostet ein Kilogramm Kupfer derzeit 6,50 Euro. Der Kupferpreis steigt augenblicklich wieder, nachdem er in der Wirtschaftskrise 2009 eingebrochen war. Auch in der zweiten Jahreshälfte 2011 kostete Kupfer vorübergehend relativ wenig. Zur Menge der gestohlenen Buntmetalle machte die Bahn keine Angaben.

fdi/dpa/AFP/dapd

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Selbstverständlich
join3 14.02.2012
Zitat von sysopdapdJe höher die Preise für Kupfer, desto mehr Kabel werden der Deutschen Bahn geklaut. Im vergangenen Jahr zählte das Unternehmen rund 3000 Fälle von Metalldiebstählen, das entspricht einem Anstieg von 50 Prozent. Neue Sicherheitstechnik soll die Diebe nun abschrecken. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,815309,00.html
Selbstverständlich fällt Schrotthändlern keineswegs auf, dass sie brandneue DB-Kupferkabel ankaufen. Völlig normal, dass irgendeiner mit 100kg Kabelmaterial dieser Stärke und Qualität ankommt . Keine Frage - keine Antwort. Der Rubel rollt.
2. Bist du ehrlich :-)
sikasuu 14.02.2012
Zitat von join3Selbstverständlich fällt Schrotthändlern keineswegs auf, dass sie brandneue DB-Kupferkabel ankaufen. Völlig normal, dass irgendeiner mit 100kg Kabelmaterial dieser Stärke und Qualität ankommt . Keine Frage - keine Antwort. Der Rubel rollt.
Niemand liefert Kupferschrott (Kabel....) "life" beim Schrotthändler ab:-)). Der wird kurzgeschnitten, abgebrannt... und dann zum Händler gebracht. Oder hast du schon mal erlebt, das ein Betrüger seine Ware mit Lieferschein anbietet:-)) Von Bankstern mal abgesehen:-)))) . Ps. Die Bahn ist auch ein wenig blauäugig, wenn sie ihre Kabel in offenen leicht zugänglichen Kabelkanälen verlegt. Da bietet sich das schalten einer Alarmader, die bei etwas Aufwand auf 50 m genau auch die Stelle anzeigt wo geklaut wird doch an.
3. Schon mal was davon
friedenspfeife 15.02.2012
Zitat von join3Selbstverständlich fällt Schrotthändlern keineswegs auf, dass sie brandneue DB-Kupferkabel ankaufen. Völlig normal, dass irgendeiner mit 100kg Kabelmaterial dieser Stärke und Qualität ankommt . Keine Frage - keine Antwort. Der Rubel rollt.
gehoert, dass die Kabelisolation vor dem Verkauf abgefackelt wird.Somit ist fuer die Schrotthaendler die Herkunft der Kabel nicht zu erkennen. Dies nur zur Info. Zum anderen : Ich dachte immer, solche "poesen" Buben gibts nur in RUS. Das D jetzt auch schon so weit ist, ist erschreckend.
4.
pebcac 15.02.2012
Oha! 15 Mio €! Wie groß ist der Umsatz der DB - 30 Mrd?
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Logistik-Riese: Wichtige Fakten über die Bahn

Deutsche Bahn
Der Konzern
dpa
Mit einem Umsatz von 39,3 Milliarden Euro und weltweit 285.000 Mitarbeitern ist die Deutsche Bahn einer der größten Konzerne des Landes. 2012 machte die Bahn einen Gewinn von 1,5 Milliarden Euro. Jedes Jahr transportiert die Bahn weltweit fast zwei Milliarden Reisende im Fern- und Nahverkehr.
Die Geschäftsfelder
Die Deutsche Bahn bietet neben dem Personenverkehr auch andere Transport- und Logistikdienstleistungen (DB Schenker) an. Gut ein Drittel des Umsatzes erzielt das Unternehmen mit dem Fern- und Nahverkehr und dem Betrieb von Bussen im Stadtverkehr. Der Bereich DB Schenker, in dem unter anderem der Schiengüterverkehr gebündelt ist, trägt rund die Hälfte zum Gesamtumsatz bei.
Der Chef
REUTERS
Rüdiger Grube ist seit Mai 2009 Chef der Deutschen Bahn. Der Top-Manager hat sich von der Hauptschule über eine Berufsausbildung und ein Studium bis an die Spitze des Logistikkonzerns hochgearbeitet. Vor seinem Wechsel zum Staatsunternehmen war er im Vorstand des Autobauers Daimler für die Konzernentwicklung zuständig. Davor arbeitete Grube mehrere Jahre bei der Daimler-Benz Aerospace (DASA), die später im Luft- und Raumfahrtkonzern EADS aufging.