Handelskonzern Metro will sich aufspalten

Lebensmittel auf der einen, Elektronik auf der anderen Seite. Der Handelskonzern Metro gibt bekannt: Cash&Carry-Märkte und Real könnten bereits kommendes Jahr von Media Markt und Saturn abgespalten werden.

Metro-Einkaufswagen
DPA

Metro-Einkaufswagen


Der Handelskonzern Metro leitet die eigene Aufspaltung in die Wege. Der Vorstand bereite die Schaffung von zwei unabhängigen börsennotierten Geschäftseinheiten vor, teilte Konzern mit. Das Großhandelsgeschäft um die Cash&Carry-Märkte sowie die Lebensmitteltochter Real sollen dabei in eine eigene Gesellschaft übertragen werden.

Die heutige Metro AG würde dann im Wesentlichen nur noch aus der Elektroniktochter Media-Saturn bestehen. Durch die Aufspaltung sollen beiden Teilen neue Wachstumsperspektiven eröffnet werden. Die Metro-Aktie legte nach Bekanntgabe der Pläne neun Prozent zu.

Metro-Chef Olaf Koch soll künftig das Großhandels- und Lebensmittelgeschäft führen. Die Leitung der Unterhaltungselektronik würde Media-Saturn-Chef Pieter Haas übernehmen. Beide Unternehmenszentralen sollen in Düsseldorf sein.

Um die Führung der Elektronikketten gibt es seit Jahren einen Machtkampf zwischen Metro und dem Minderheitsgesellschafter bei Media-Saturn, Erich Kellerhals. Dieser hält zwar nur knapp 22 Prozent, hat allerdings umfassende Veto-Rechte. In der Vergangenheit hatte Kellerhals immer wieder versucht, Haas mit juristischen Mitteln aus dem Amt zu drängen. Metro hingegen sind die Veto-Rechte des Mitbegründers der Handelskette ein Dorn im Auge.

Eine endgültige Entscheidung über die Aufspaltung ist dem Unternehmen zufolge noch nicht gefallen. Die Prüfungen dazu liefen noch, teilte Metro mit. Unter anderem der Aufsichtsrat muss den Plänen aber noch zustimmen.

Haas begrüßte die Pläne: "Wir hätten künftig eine Mehrheitsgesellschafterin, die sich ausschließlich auf unsere Branche konzentriert und wir wären der Kern ihrer Aktivitäten."

Die Großaktionäre Haniel, Schmidt-Ruthenbeck und Beisheim unterstützen das Vorhaben. "Wir begrüßen die strategische Entscheidung", sagte ein Haniel-Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Sollten sich alle Seiten zu einer Aufteilung des Konzerns entscheiden, dann könne diese Mitte 2017 umgesetzt werden.

brk/dpa/Reuters



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