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Suche nach neuem Chef: Ford-Manager Mulally gibt Microsoft Korb

Ford-Chef Mulally: Klares Bekenntnis zum Autobauer Zur Großansicht
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Ford-Chef Mulally: Klares Bekenntnis zum Autobauer

Der Kreis der potentiellen Nachfolger für Steve Ballmer wird kleiner: Ford-Chef Alan Mulally hat Spekulationen über einen Wechsel an die Spitze von Microsoft beendet. Die Entscheidung über einen neuen Mann an der Spitze des Software-Konzerns dürfte bald fallen.

Detroit - Eigentlich hatte Microsoft angekündigt, bis Anfang des Jahres einen Nachfolger für Noch-Chef Steve Ballmer zu finden - doch sicher ist bislang nur, wer es nicht wird: Ford-Chef Alan Mulally hat sich am Dienstag eindeutig zu dem Autobauer bekannt, teilte ein Sprecher mit. Mulally selbst sagte der Agentur Associated Press, er wolle mit seinem Bekenntnis zu Ford die Spekulationen um seine Person beenden.

Nun besteht die Kandidatenliste für den Spitzenjob bei Microsoft Insidern zufolge noch aus "rund einer Handvoll" Personen, darunter mindestens eine bislang branchenfremde. Zudem sind Ex-Nokia-Chef Stephen Elop sowie die hauseigenen Kandidaten Satya Nadella und Tony Bates im Gespräch.

Für die Anleger scheint Mulally für die Ballmer-Nachfolger geeignet gewesen zu sein: Als Reaktion auf die klare Absage verloren Microsoft-Aktien Chart zeigen im nachbörslichen Handel mehr als ein Prozent an Wert, Ford-Papiere Chart zeigen legten dagegen um 1,3 Prozent zu.

Mulally galt als einer der Favoriten für den Top-Job bei Microsoft, und bislang hatte er auch kein Desinteresse daran zu erkennen gegeben. Im Ford-Verwaltungsrat war Insidern zufolge zuletzt Unmut darüber aufgekommen, dass Spekulationen über Mulallys möglichen Wechsel in den Medien die Ford-internen Nachrichten überlagert hatten, etwa die Vorstellung des neuen Ford Mustang.

Konzernumbau angekündigt

Microsoft hatte Mitte Dezember erklärt, die Nachfolge-Suche werde Anfang 2014 wohl beendet sein. Gesucht wird ein Experte für den Umbau von Konzernen. Microsoft ist zwar immer noch hochprofitabel - allein im Sommerquartal fiel ein Gewinn von 5,2 Milliarden Dollar und ein Rekordumsatz von 18,5 Milliarden Dollar an. Doch durch die Smartphone- und Tablet-Revolution schwindet Microsofts Vormachtstellung.

Kritiker werfen dem amtierenden Konzernchef Ballmer vor, in seinen 13 Jahren an der Spitze den Wandel zu mobilen Geräten zu spät erkannt zu haben. Ballmer hatte im August seinen Rückzug binnen zwölf Monaten angekündigt, kurz zuvor allerdings einen umfassenden Konzernumbau ausgerufen: Microsoft soll zum Marktführer für mobile Geräte und lukrative IT-Dienstleistungen werden. Ein erster Schritt dazu sollte die Übernahme der Handy-Sparte von Nokia sein.

Mit dieser Neuausrichtung will der Konzern sich unabhängiger vom weltweit schwächelnden PC-Geschäft machen. Bisher verdiente Microsoft vor allem am Verkauf von Software wie dem Betriebssystem Windows oder den Office-Büroprogrammen.

Allerdings kann die angekündigte Umstrukturierung manche Aktionäre bislang nicht überzeugen. Sie fordern, den einflussreichen Konzerngründer Bill Gates sowie Ballmer nicht mehr in den Verwaltungsrat zu wählen. Sie fürchten Insidern zufolge, dass vor allem Gates stärkeren Veränderungen kritisch gegenüberstehen und die Macht des neuen Chefs einschränken könnte. Einen renommierten Quereinsteiger wie Mulally hätten sie daher geschätzt.

fdi/Reuters

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