Strauchelnder Computer-Riese: Microsoft könnte Milliarden in Dell stecken

Microsoft liebäugelt laut "Wall Street Journal" damit, Anteile an Dell zu kaufen. Der Computerbauer plant einen weitreichenden strategischen Umbau. Eine Beteiligung könnte dem Software-Riesen helfen, den Konzern im Windows-Lager zu halten.

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REUTERS

Logo von Dell: Hat Microsoft Interesse?

New York - Der Software-Riese Microsoft verhandelt nach Angaben des "Wall Street Journal" über eine finanzielle Beteiligung an der Übernahme des Computerherstellers Dell. Eine feste Zusage gebe es allerdings noch nicht, schreibt die Zeitung am Dienstag. Es gehe um ein Investment von einer bis drei Milliarden Dollar, berichtet der Fernsehsender CNBC.

Den Angaben zufolge verhandelt Dell mit dem Finanzinvestor Silver Lake Partners über einen Kauf. Der Deal um den drittgrößten PC-Hersteller dürfte mehr als 20 Milliarden Dollar auf die Waage bringen.

Dell zählt zu den großen Verlierern der Umwälzungen in der Computerbranche. Die Verbraucher greifen inzwischen lieber zu Smartphones und Tablets. Der weltweite Marktanteil von Dell sank im Weihnachtsquartal nach Zahlen der Marktforschungsfirma Gartner auf 10,2 Prozent von 12,2 Prozent ein Jahr zuvor.

Berichten zufolge arbeitet Firmengründer Michael Dell daran, das an der Börse Nasdaq notierte Unternehmen wieder in eine Privatgesellschaft umzuwandeln. Ein Abschied von der Börse könnte Dell die Möglichkeit bieten, den Konzern radikaler umzubauen, ohne Rücksicht auf die Anleger nehmen zu müssen.

Eine Beteiligung an Dell könnte Microsoft helfen, den PC-Konzern auch künftig im Windows-Lager zu halten. Denn im Rahmen des Neuanfangs könnte Dell dem Vernehmen nach in den Markt für mobile Geräte einsteigen. Als Investor hätte Microsoft wohl bessere Karten bei der Auswahl des Betriebssystems und könnte Dell in Richtung des eigenen Windows-Systems für Smartphones steuern.

Ein Einstig in das PC-Geschäft ist dagegen nicht zu erwarten. Beim Gerätebau hat sich Microsoft bisher auf die Herstellung eigener Tablet-PC fokussiert. Bei Smartphones gibt es eine enge Partnerschaft zwischen Microsoft und Nokia. Bei den klassischen PC ist die Strategie, die eigene Software auf die Geräte möglichst vieler verschiedener PC-Hersteller zu bringen.

ssu/dpa

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