Fehlinvestition im Online-Geschäft: Microsoft muss Milliarden abschreiben

Milliardendesaster bei Microsoft: Der Software-Riese muss 6,2 Milliarden Dollar abschreiben, weil er sich bei der Übernahme einer Online-Firma verkalkuliert hat. Die Fehlinvestition dürfte einen gesamten Quartalsgewinn aufzehren.

Microsoft-Chef Steve Ballmer (bei einer Präsentation im Juni): Abschreibung in Onlinesparte Zur Großansicht
AFP

Microsoft-Chef Steve Ballmer (bei einer Präsentation im Juni): Abschreibung in Onlinesparte

Redmond - Google und Facebook sind einfach zu stark: Weil die Geschäfte von Microsoft im Internet schlechter laufen als erhofft, schreibt der weltgrößte Software-Konzern 6,2 Milliarden Dollar auf seine Online-Service-Sparte ab. Das teilte der Windows-Hersteller am späten Montagabend mit. Zu dem Online-Zweig gehört unter anderem die Suchmaschine Bing.

Die Abschreibung auf den Firmenwert - der sogenannte Goodwill - hat eine Vorgeschichte: Im Jahr 2007 hatte Microsoft für 6,3 Milliarden Dollar die Online-Werbefirma Aquantive gekauft. Der Konzern wollte dem Rivalen Google das Geschäft mit der Online-Werbung nicht kampflos überlassen. Doch heute muss Microsoft einräumen, dass sich die Erwartungen nicht erfüllt haben. Dies ist im Wesentlichen der Grund, weshalb nun die Abschreibung fällig wird.

Das Online-Geschäft ist die schwache Stelle von Microsoft. Google als Nummer eins unter den Suchmaschinen scheffelt Milliarden durch grafische Anzeigen und gekaufte Links. Microsoft muss stattdessen draufzahlen: Alleine in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres lag der operative Verlust der Online-Service-Sparte bei mehr als 1,4 Milliarden Dollar.

Für das laufende Jahr hat Microsoft nun die Wachstumserwartungen deutlich gedämpft. Durch die Abschreibung werde der Gewinn im vierten Quartal vermutlich gänzlich aufgezehrt. Die Aktie lag nachbörslich leicht im Minus. Sein Geld verdient Microsoft bis heute vor allem mit seinem Betriebssystem Windows und den Office-Büroprogrammen.

wal/dpa-AFX/Reuters

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insgesamt 86 Beiträge
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1. Verluste auf breiter FRONT !
hasimen 02.07.2012
... und dann kommt bald auch noch das exorbitante Verlustgeschäft für die so überschwenglich "gehypte" OFFICE365 Cloud, die keiner haben will weil a) zu teuer und b) zu unsicher ! Die Unzahl an CLOUD-Junkies die sich da hineinziehen hat lassen wird Datensicherheit und Datenhoheit noch mit schmerzen vermissen. Aber - da tut gute Beratung zwingend NOT, wohl auch ein Geschäftszweig auf dem MICROSOFT nicht gerade ne´Leuchte ist !
2.
chatter 02.07.2012
Zitat von sysopAFPMilliardendesaster bei Microsoft: Der Software-Riese muss 6,2 Milliarden Dollar abschreiben, weil er sich bei der Übernahme einer Online-Firma verkalkuliert hat. Die Fehlinvestition dürfte einen gesamten Quartalsgewinn aufzehren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,842204,00.html
Ein Nuller in einem einzigen Quartal ist zwar ärgerlich, aber nicht das, was man ein Desaster nennt. Schon gar nicht, wenn es nur um Abschreibungen geht (->d.h. das Geld ist längst verloren, es handelt sich bei der Sonderabschreibung nur um das Eingeständnis dieser Tatsache). C
3. So what, shit happens...
derfflinger 03.07.2012
Zitat von sysopAFPMilliardendesaster bei Microsoft: Der Software-Riese muss 6,2 Milliarden Dollar abschreiben, weil er sich bei der Übernahme einer Online-Firma verkalkuliert hat. Die Fehlinvestition dürfte einen gesamten Quartalsgewinn aufzehren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,842204,00.html
Ich denke so etwas kann passieren, man kann nicht immer vorher wissen, ob eine Investition den angepeilten Erfolg bringt. Allerdings wird MS diesen Verlust im Gegensatz zu anderen Instituten aus eigenem Vermögen begleichen können. MS wird keines Rettungsschirmes bedürfen... Und es ist auch kein Grund für's wohlfeile MS - bashing. Beste Grüsse eines Apple users... D
4. bing
guentherotto 03.07.2012
aus ist´s mit bing. schlechte werbung, schlechtes network, noch schlechteres layout. wird halt bei microsoft im 1 quartal 2013 wieder gewinn geschrieben. was solls?
5. Uh oh
chmb 03.07.2012
Das könnte echt übel enden, da Windows 8 bald rauskommt und sehr wahrscheinlich ein Flop wird.
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Fotostrecke
Microsoft: Von Flops in Serie und ganz großen Erfolgen

Marktanteile der Tech-Riesen
Suchmaschinen (Desktop)
Google 75,68%
Baidu 11,95%
Yahoo 5,92%
Bing 4,24%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Suchmaschinen (Mobil)
Google 88,35%
Yahoo 6,63%
Baidu 3,34%
Bing 1,08%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Desktop)
Microsoft Internet Explorer 58,35%
Firefox 23,72%
Chrome (Google) 11,50%
Safari (Apple) 4,15%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Mobil)
Safari (Apple) 54,03%
Opera Mini 21,42%
Android Browser 12,74%
Symbian 6,89%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Desktop)
Windows 91,92%
Mac 6,92%
Linux 1,16%
*weltweit, erhoben auf der Webbrowser-Angabe zum user-agent Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Mobil)
Android (Google) 49,7
iOS (Apple) 30,1
Symbian 6,9
RIM 2,1
Nokia 1,8
andere 9,4
Marktanteil an Smartphone-Betriebsystemen im März 2011 in Deutschland (%). Quelle: InMob Mobile Insights, Basis der Auswertung sind 518,7 Millionen inMobi-Werbeeinblendungen auf Mobilgeräten in Deutschland im März 2011 und 470,3 Millionen Werbeeinblendungen im Januar
Werbung
Umsatz gesamt* Umsatz Google* Anteil Google (in %)
Internet 72,842 36,531 50,15
Magazine 43,122 0
TV 184,29 0
Zeitungen 91,495 0
gesamt 458,385 36,531 7,97
*Werbeumsätze 2011, weltweit in Mrd. Dollar, veröffentlicht von ZenithOptimedia 15. März 2012, Googles Werbeumsatz im Jahr 2011
Webnutzer
Angebot Unique Visitors (Mio.) Ø-Stunden
Webnutzer gesamt 366,8 26,75
Google 333,4 3.,14
Microsoft 270,8 3,22
Facebook 240,0 5,43
Wikimedia 161,3 0,22
Yahoo 141,0 1,23
eBay 107,6 0,99
Amazon 91,4 0,27
Top 30 Online Portale in Europa nach Gesamtzahl der Unique Visitors. Mai 2011, Internetnutzer in Europa, Alter 15+, Zuhause und am Arbeitsplatz; Quelle: comScore Media Metrix