Stellenabbau Microsoft streicht Smartphone-Sparte zusammen

Microsoft baut mehr Stellen bei seiner Smartphone-Sparte ab als geplant. Innerhalb der kommenden zwölf Monate will der Softwarekonzern 4700 Jobs streichen - vier Prozent der Belegschaft.

Smartphone mit Windows 10
DPA

Smartphone mit Windows 10


Der Personalabbau bei Microsoft fällt größer als geplant aus. Zur bisher vorgesehenen Streichung von 1850 Jobs in der Smartphone-Sparte kämen in den kommenden zwölf Monaten weitere 2850 Stellen, teilte der Softwarekonzern am Donnerstag mit. Die insgesamt 4700 Jobs entsprechen etwa vier Prozent der Belegschaft. Microsoft Chart zeigen kündigte bereits im Mai an, vor allem in Finnland Personal abbauen zu wollen.

Der US-Konzern hatte im Jahr 2014 den finnischen Telefonhersteller Nokia Chart zeigen gekauft und wollte so Apple Chart zeigen und Samsung Chart zeigen Marktanteile streitig machen. Der Plan scheiterte aber. Konzernchef Satya Nadella will die Sparte eindampfen und setzt verstärkt auf das Internetgeschäft. Im Juni wurde bekannt, dass Microsoft das Karrierenetzwerk LinkedIn Chart zeigen für über 26 Milliarden Dollar kaufen will.

Der Fehlkauf der Nokia-Handysparte kam Microsoft teuer zu stehen: Allein auf die Sparte verbuchte der Konzern 2015 Abschreibungen von 7,5 Milliarden Dollar. Zudem wurden bereits im vergangenen Jahr 7800 Jobs gestrichen. Der Konzern hält offenbar dennoch an seinem Windows-Betriebssystem für Lumia-Smartphones fest, ließ aber offen, ob künftig noch neue Geräte entwickelt werden.

Im Wettbewerb mit den iPhones von Apple und den Galaxy-Modellen von Samsung waren die Lumia-Geräte von Nokia schon vor der Übernahme durch Microsoft hoffnungslos unterlegen. Der Anteil des Microsoft-Systems Windows Phone am Smartphone-Markt lag zuletzt nur noch bei 0,7 Prozent weltweit.

Einheitliche Plattform

Mit dem aktuellen Windows 10 hat Microsoft erstmals eine einheitliche Plattform, die auf verschiedenen Geräten von PC über Spielekonsole bis hin zu Tablets und Smartphones laufen kann. Doch auch damit kam kein Schub für die Smartphones von Microsoft. Eine Abschreibung war bereits erwartet worden, nachdem Quartalszahlen die Schwäche des Geschäfts offenbart hatten.

nck/Reuters

insgesamt 12 Beiträge
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FrankDr 29.07.2016
1.
Es wäre mehr als schade. Eigentlich sind es hauptsächlich diese Nachrichten, die von Beginn an für den Misserfolg verantwortlich waren. Niemand setzt auf ein totes System
INGXXL 29.07.2016
2. Microsoft
sollte sich aus dem Geschäft mit Smartphone s ganz zurückziehen. Das wird nichts mehr
danielc. 29.07.2016
3.
Wenn ich Windows, ähnlich wie beim Computer, auf jedes Smarphone installieren könnte, hätte ich des sicher probiert. Bis auf weiteres muss ich noch jedoch beim Kauf festlegen, daher steht der Test noch aus.
qoderrat 29.07.2016
4.
Zitat von INGXXLsollte sich aus dem Geschäft mit Smartphone s ganz zurückziehen. Das wird nichts mehr
Ich denke auch, dass sie den Zug verpasst haben. Mittelfristig wird das aber für MS ein Problem werden, die Zukunft liegt eindeutig im Mobilbereich. Die Ansätze mit Continuum usw. sind im Prinzip ja alle richtig, ich bin mir sicher dass das bald von den anderen aufgegriffen wird und in spätestens zwei oder drei Gerätegenerationen Standard sein wird. Das Problem ist das Marketing, sie schaffen es wieder und wieder die Käufer mit vollmundigen Versprechungen zu locken und dann im Regen stehen zu lassen. Ich mein ich kann ja verstehen dass sie alte Modelle nicht supporten wollen, das machen die überwiegende Anzahl der Android-Hersteller ja auch nicht. Aber warum verspricht man es dann, nur um dann zu enttäuschen? Ausserdem ist es immer schlecht, wenn es weniger Konkurrenz gibt. Auf der anderen Seite, auch wenn ich geschäftlich ein 640 verwenden muss, privat würde ich mir das nie holen.
Mach999 29.07.2016
5.
Die Kacheln auf dem Desktop sind eine Schnapsisdee, aber auf dem Smartphone sind sie mit ihrer gesamten Funktionalität unschlagbar. Und auch sonst finde ich die Oberfläche weit übersichtlicher und schneller bedienbar als Android oder gar iPhone. Aber den Mangel an Apps macht die Oberfläche leider nicht wett. Dass es so wenige Apps gibt, liegt daran, dass Microsoft nie richtig dahinter stand, sonst hätte man einiges reißen können. Bessere Entwickleroberfläche, ordentliche API-Dokumentation (die C#-Doku ist eine einzige Katastrophe; und die Tutorials kann man in der Pfeife rauchen, weil sie nichts erklären, sondern nur zeigen, wie man eine ganz bestimmte Aufgabe löst), keine Kosten für Entwicklerkonten (ist inzwischen so, aber jetzt ist es zu spät), geringere Kosten für den Store. Ja, das hätte Geld gekostet, aber das wäre danach wieder reingekommen. Inzwischen verschwinden ja sogar Apps, die mal ein Alleinstellungsmerkmal für Windows waren. Ich denke da nur mal an das ganze "HERE"-Konglomerat, das schon damals Googles und Apples Map-Anwendungen in den Schatten gestellt hat. Aber wenn ein Wechsel auf Windows 10 wegen massiver Inkompatibilitäten nicht kostendeckend möglich ist, wird es eben eingestellt. Ob mein nächstes Smartphone noch Windows sein wird, steht in den Sternen. Die nächsten 2 Jahre benutze ich noch mein Lumia 920 (liegt richtig gut in der Hand und hat die richtige Größe für Einhand-Bedienung). Aber was ich danach nehmen werde, steht in den Sternen. Windows Phone vermutlich nicht mehr.
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