Milliarden-Plus dank Cloud-Boom Microsoft verdoppelt Gewinn

Der Microsoft-Konzern hat sich mit Onlinediensten neu aufgestellt - und übertrifft die Erwartungen von Analysten. Der Gewinn hat sich auf 6,5 Milliarden Dollar verdoppelt.

Microsoft-Logo in San Francisco
REUTERS

Microsoft-Logo in San Francisco


Microsoft Chart zeigen hat mit seinen Zahlen im vergangenen Quartal die Wall-Street-Erwartungen übertroffen. Der Umsatz wuchs im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 23,3 Milliarden Dollar, der Gewinn wurde mit 6,5 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Der Kurs der Aktie legte am Donnerstag nachbörslich zeitweise um rund drei Prozent zu, drehte dann aber leicht ins Minus.

Der zentrale Wachstumstreiber blieb das Cloud-Geschäft mit Diensten wie Software und Speicher aus dem Netz. Der Umsatz des Bereichs wuchs um elf Prozent auf 7,43 Milliarden Dollar, und das operative Ergebnis nahm um rund 15 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar zu. Bei der Cloud-Plattform Azure seien die Erlöse mit einem Plus von 97 Prozent fast verdoppelt worden, hieß es. Microsoft nennt aber nach wie vor keine absoluten Zahlen dafür.

Der Umsatz in der Computer-Sparte sank dagegen in dem Ende Juni abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal um 1,5 Prozent auf 8,82 Milliarden Dollar. Den Ausschlag dafür gab vor allem der weitgehende Ausstieg aus dem Smartphone-Geschäft, durch den Erlöse von 361 Millionen Dollar wegfielen.

Die Umsätze mit Tablets der Microsoft-Marke Surface sanken um zwei Prozent beziehungsweise 20 Millionen Dollar, weil weniger Geräte abgesetzt wurden. Der Rückgang sei aber zum Teil durch den Verkauf teurerer Modelle abgefedert worden, hieß es.

Bei den Windows-Erlösen gab es ein Plus von zwei Prozent bzw. 103 Millionen Dollar. Der Umsatz mit Geräten der Xbox-Spielekonsole fiel wegen gesunkener Stückzahlen und Preissenkungen um 29 Prozent. Höhere Erlöse mit Software und Diensten fingen das etwas auf.

Vor einigen Wochen war bekannt geworden, dass Microsoft mehrere Tausend Jobs im Vertrieb streicht, weil die Organisation stärker auf das Cloud-Geschäft ausgerichtet wird. Konkrete Mitarbeiterzahlen dürfte es demnächst in dem ausführlichen Bericht für das gerade abgeschlossene Geschäftsjahr geben.

Ein weiterer Faktor für das Umsatzwachstum im Jahresvergleich war die Ende 2016 vollzogene Integration des für 26 Milliarden Dollar übernommenen Karriere-Netzwerks Linkedin. Der Zukauf erzielte einen Umsatz von 1,1 Milliarden Dollar. Zugleich verbuchte das Business-Netzwerk, bei dem Nutzer nach neuen Jobs suchen und berufliche Informationen austauschen können, Betriebskosten von einer Milliarde Dollar. Im Zusammenhang mit der Übernahme verbuchte Microsoft noch einen operativen Verlust von 361 Millionen Dollar.

beb/dpa



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
laracrofti 21.07.2017
1. Aus Nichts mach Geld,
alles immer schön in die Cloud stecken, dort wird es schon sicher sein und auch vertraulich behandelt werden.
sprungfeder 21.07.2017
2. gute strategie
Microsoft kommt endlich aus dem Betriebssystemmuffel heraus und orientiert sich zukunftstraechtig. Die Cloud ist wesentlich sicherer als die meisten lokalen IT Centers von Unternehmen, und um Faktoren leistungsfähiger, aka unendlich skalierbar. Gut gemacht.
diorder 21.07.2017
3. Hoffentlich die Mitarbeitenden auch
ein Viertel davon würde ja auch reichen.
thequickeningishappening 21.07.2017
4. Ueber den Wolken
wird Geld verdient.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.