Umfrage Vermieter wollen Mietpreisbremse umgehen

Durch die Mietpreisbremse werden die Mieten gedeckelt? Nicht unbedingt. Denn Vermieter reagieren laut einer Umfrage kreativ auf die neuen Regeln: Sie wollen alles tun, um entgangene Einnahmen auszugleichen.

Altbau-Zimmer: Wohnraum in deutschen Großstädten ist oft teuer
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Hamburg - Die umstrittene Mietpreisbremse droht ihre erwünschte Wirkung komplett zu verfehlen. Eine aktuelle Umfrage des Portals Immobilienscout 24 unter 323 Vermietern ergibt: Um eventuelle Verluste durch die neuen Regelungen auszugleichen, wollen mehr als die Hälfte der Vermieter (rund 53 Prozent) nach Einführung der Mietpreisbremse künftig erst recht alle gesetzlichen Möglichkeiten nutzen, um die Mieten zu erhöhen.

Demnach wollen Vermieter vor allem:

  • Zahlungskräftige Mieter bevorzugen (48 Prozent)
  • Staffel- und Indexmietverträge nutzen, in denen die Miete kontinuierlich erhöht werden kann (36,5 Prozent)
  • Entgangene Mieteinnahmen auf anderem Weg bekommen, zum Beispiel durch Abstandszahlungen (10 Prozent)
  • Nicht vermieten und gegebenenfalls verkaufen (8 Prozent)

Immerhin rund zehn Prozent der Vermieter geben in der Umfrage aber auch an, Mindereinnahmen durch die Mietpreisbremse in Kauf zu nehmen.

Kaum Chancen für Alleinerziehende

Mit der Mietpreisbremse will Verbraucherschutzminister Heiko Maas (SPD) eigentlich Abzocker ausbremsen und den Trend der - vor allem in Großstädten - rasant steigenden Mieten stoppen. Das Gesetz soll voraussichtlich im Laufe des Jahres 2015 in Kraft treten. (Was Mieter und Eigentümer jetzt wissen müssen, lesen Sie hier.)

Sollten sich aber die Ergebnisse der nicht repräsentativen Umfrage bewahrheiten, dürfte die Mietpreisbremse keineswegs nur Gutes bringen. Profitieren würden von der Deckelung der Mieten hauptsächlich Besserverdienende, falls sich die Vermieter künftig noch stärker als zuvor für sogenannte DINK-Haushalte entscheiden (DINK steht für: "double income, no kids" - "doppeltes Einkommen, keine Kinder"). Haushalte mit mittlerem oder geringem Einkommen kämen - jedenfalls ohne weitere Maßnahmen zum sozialen Wohnungsbau - gar nicht erst zum Zug.

In Zahlen: Mehr als zwei Drittel oder 67 Prozent der befragten Vermieter wählen ihre Mieter in erster Linie nach dem Einkommen aus. Unter den Mietern haben es Paare ohne Kinder am leichtesten - bei 39 Prozent der Vermieter. Am zweitliebsten sind ihnen Rentner oder Singles (mit jeweils 29 Prozent). Am schwersten haben es Familien mit Kindern in der Gunst der Vermieter (16 Prozent) sowie Alleinerziehende (vier Prozent) oder WGs (3 Prozent).

bos

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insgesamt 273 Beiträge
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Nonsens 15.04.2014
1. Feine Sache
von den Vermietern, dass sie die Mietpreisgrenze umgehen wollen. Es ist wichtig, dass sinnlose und sinnentleerte Gesetze der SPD so ad absurdum geführt werden. Denn besonders Herren wie Heiko Maas sollen auf diesem Wege sehen, wie überflüssig und nutzlos sie in der Politik sind. Wie berechenbar und austauschbar. Und ausserdem hilft jedes Debakel der SPD auf ihrem Weg zur 17-x Partei bei der nächsten Bundestagswahl.
Beeblebrox 15.04.2014
2. Hatte jemand ernsthaft etwas anderes erwartet?
Das die Gier des Menschen Richtung unendlich tendiert ist ja hinlänglich bekannt, und zu glauben ein Gesetz könne daran etwas ändern ist weltfremd. Solange man genügend Schlupflöcher, Ausnahmen und Alternativen zulässt wird sicherlich nur ein Bruchteil der Vermieter auf die Maximaleinnahmen verzichten.
Sqoobi 15.04.2014
3. Die Gier...
ist unersättlich! Schämt euch!
UnitedEurope 15.04.2014
4. Titellos
Und ich bin mir sicher, dass von denen die die Mietpreisbremse um jeden Preis umgehen wollen, die überwältigende Mehrheit nicht darauf angewiesen sind, die Mieten bis zum letzten Tropen zu erhöhen.
Muluckucken 15.04.2014
5. und das ist nur Fair.
In vielen Teilen des Landes stehen Wohnungen leer, oder sind für Spottpreise zu mieten. Aber wollen ja alle in Berlin, Hamburg oder München wohnen.
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