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Maschmeyer als Großaktionär: Fahrradbauer Mifa stellt Insolvenzantrag

Mifa: Schlingernde Fahrradfirma Fotos
DPA

Der Einstieg eines Großinvestors sollte die Mifa retten, doch daraus wurde nichts: Der Fahrradbauer, bei dem Carsten Maschmeyer Großaktionär ist, hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.

Düsseldorf - Der Fahrradhersteller Mifa kämpft um seine Zukunft. Das Unternehmen hat am Montag Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Der Antrag sei beim Amtsgericht Halle gestellt worden, teilte das Unternehmen mit. Das operative Geschäft bleibe davon unberührt und laufe wie geplant weiter.

Mit dem Antrag solle die Restrukturierung des Unternehmens mit aktuell mehr als 600 Mitarbeitern in Eigenregie des Managements fortgesetzt werden. Die Löhne und Gehälter seien für drei Monate über die Bundesagentur für Arbeit gesichert.

Offenbar war der Schritt unumgänglich geworden, nachdem eine Vereinbarung mit dem indischen Hersteller Hero Cycles scheiterte. Hero sollte eigentlich mit mindestens 15 Millionen Euro bei dem Unternehmen einsteigen, hatte die Mifa im August mitgeteilt.

"Trotz intensiver Verhandlungen mit den Verantwortlichen von Hero ist es bislang nicht gelungen, bei einem wesentlichen Bestandteil der Vereinbarung zu einer abschließenden Lösung zu gelangen", sagte Mifa-Vorstand Stefan Weniger nun.

"Gut gefüllte Auftragsbücher"

Wenn das Amtsgericht dem Antrag auf Eigenverwaltung zustimmt, wird dem Vorstand vom Gericht ein vorläufiger Sachwalter zur Seite gestellt. Das Management bleibt aber in den Händen des Vorstands. Voraussetzung für die Zustimmung ist unter anderem, dass die Firma über einen fortführungswürdigen Geschäftsbetrieb verfügt. Dies ist nach Auffassung des Managements gegeben. "Wir sind grundsätzlich in der Lage, unsere gut gefüllten Auftragsbücher wie geplant zu bedienen", sagte Weniger.

Das Management suche nun einen Käufer für das Geschäft. Man habe in den vergangenen Monaten aus eigener Kraft große Fortschritte bei der Restrukturierung erzielt. Im Jahr 2015 peilt man Weniger zufolge die Rückkehr in die Gewinnzone an.

Die ursprünglichen Sanierungspläne hatten zudem vorgesehen, dass die Anleihegläubiger auf einen Großteil ihrer Ansprüche verzichten. Die Aktienbesitzer hätten zudem zustimmen sollen, dass sie in Folge einer Kapitalerhöhung künftig nur noch ein Prozent des Unternehmens besitzen.

Die Mitteldeutsche Fahrradwerke AG, kurz Mifa, drohte schon seit Längerem die Pleite. Im vergangenen Jahr verbuchte der absatzstärkste deutsche Fahrradhersteller einen Verlust von 13,2 Millionen Euro. Anfang des Jahres waren Fehler in der Bilanz entdeckt worden. Großaktionär ist bislang der AWD-Gründer Carsten Maschmeyer.

yes/Reuters/dpa

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insgesamt 15 Beiträge
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    Seite 1    
1. absolut
ambulans 29.09.2014
unpassend, anstößig und - definitiv! - "politisch in-korrekt": wenn der carsten "mist" (nicht zum 1. mal!) baut - was kommt denn dann auf "unsere" veronika zu? heulen und zähneklappern "all over germany", wie ich mir vorstellen kann ...
2. Mehr Qualität
ch.e 29.09.2014
Es gäbe schon einen Platz für MIFA. Leider haben sie und ihre Marken einen sehr schlechten Ruf bezüglich der Qualität. Da sollte man zukünftig richtig investieren, dann gäbe es vielleicht auch eine Zukunft. Ich würde mir dann überlegen, ein "Made in Germany" bike zu kaufen...
3. Sangerhausen - Nizza
satissa 29.09.2014
Er hätte doch seine 140 Hochzeitsgäste statt im Flugzeug einfach nach Nizza radeln lassen sollen. Das hätte doch den Absatz angekurbelt.
4. Glaubt...
fatherted98 29.09.2014
...hier wirklich einer das Maschmeier bei seinem Investment ein Minus macht...? Also das wäre ja fast ein Trennungsgrund für Veronika....
5.
cs01 29.09.2014
Zitat von ambulansunpassend, anstößig und - definitiv! - "politisch in-korrekt": wenn der carsten "mist" (nicht zum 1. mal!) baut - was kommt denn dann auf "unsere" veronika zu? heulen und zähneklappern "all over germany", wie ich mir vorstellen kann ...
Wo hat der Maschmeyer da Mist gebaut. Er ist doch nur Geldgeber und hat mit dem operativen Geschäft nichts zu tun. Vieleicht hätte er nicht sein Geld nicht in eine Firma wie Mifa stecken sollen, aber das ist seine Sache. Im Zweifel ist halt sein Geld weg.
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