Aggressiver Investor: US-Milliardär steigt groß bei Apple ein

Der Apple-Führung könnten turbulente Zeiten bevorstehen: Der als aggressiver Investor bekannte Carl Icahn hat sich bei dem iPhone-Hersteller eingekauft. Der US-Milliardär stellte prompt Forderungen.

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REUTERS

US-Investor Icahn: "Ich hatte eine nette Unterhaltung mit Tim Cook"

San Francisco - Der für sein aggressives Finanzgebaren bekannte Großinvestor Carl Icahn steigt bei Apple ein. Er halte das Unternehmen für extrem unterbewertet, teilte der US-Amerikaner am Dienstag auf Twitter mit. "Ich hatte heute eine nette Unterhaltung mit Tim Cook." Mit dem Apple-Chef habe er über die Idee diskutiert, einen größeren Aktienrückkauf anzugehen. Weitere Gespräche seien in Kürze geplant.

Apple bestätigte lediglich, dass es einen Austausch gegeben habe. Icahn sagte, er gehe davon aus, dass die Aktie des iPhone-Herstellers auf 700 Dollar steigen könne. Unter Cooks Führung ist der Apple-Aktienkurs im vergangenen Jahr deutlich gefallen. Unter Börsianern schürten die Äußerungen Icahns die Hoffnung, dass Apple einen größeren Teil seines gigantischen Bargeldbestands an die Aktionäre ausschütten könnte.

Deshalb kletterte die Aktie am Dienstag zeitweise um fast fünf Prozent auf knapp 490 Dollar. Damit notierte sie jedoch noch immer ein Drittel unter ihrem Höchstkurs von 705 Dollar vom September 2012. Unter dem Druck anderer Investoren hat Apple in diesem Jahr bereits die Ausschüttungen an die Aktionäre deutlich erhöht.

Apple könne einen Aktienrückkauf im Umfang von 150 Milliarden Dollar stemmen, indem der Konzern Kredite zu einem Zinssatz zu drei Prozent aufnehme, sagte Icahn. Der Milliardär machte keine Angaben dazu, wie viele Apple-Aktien Chart zeigen er selbst hält. In mit der Sache vertrauten Kreisen hieß es jedoch, Icahns Anteil sei rund eine Milliarde Dollar wert. Bei einem Apple-Marktwert von derzeit mehr als 400 Milliarden Dollar wären das weniger als ein Prozent.

Icahn wurde in den achtziger Jahren zum Symbol des aggressiven Investors, als er Unternehmen aufkaufte, zerschlug und teils mit Gewinn wieder verkaufte. Das machte er zum Beispiel bei der Fluggesellschaft TWA vor. Derzeit mischt Icahn bei der geplanten Übernahme des PC-Herstellers Dell Chart zeigen durch Gründer Michael Dell mit. Er versucht, den Deal zu verhindern, und fordert stattdessen eine Sonderdividende für die Aktionäre.

Das US-Magazin "Forbes" schätzt das Vermögen des Investors auf 20 Milliarden Dollar (Stand Ende Juni). Damit landete er auf der berühmten "Forbes"-Liste der Superreichen auf Rang 26. Auf Twitter scherzte ein Nutzer bereits, Icahn müsse sich nun in "iCahn" umbenennen.

cte/Reuters/dpa

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insgesamt 138 Beiträge
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1. Reclamausgabe von Gecko
spon_1804815 14.08.2013
Mit dieser Reclamausgabe von Gordon Gecko müsste man vorgehen wie in der DDR. Zu 100 Prozent besteuern abzüglich einer Pauschale zu überleben. Dann würde es nicht einmal mehr für einen Hund reichen
2. Abzocke und Parasitismus
wusel8 14.08.2013
Zitat von sysopREUTERSDer Apple-Führung könnten turbulente Zeiten bevorstehen: Der als aggressiver Investor bekannte Carl Icahn hat sich bei dem iPhone-Hersteller eingekauft. Der US-Milliardär stellte prompt Forderungen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/milliardaer-carl-icahn-steigt-gross-bei-apple-ein-a-916452.html
Der gesamte Artikel bzw. das Thema, um das es geht, atmet durch und durch den (Zeit-)Geist der Abzocke. Es geht mit keinem Wort mehr um Leistung, Wertschöpfung oder Innovation sondern nur noch um "Dividenden", "Aktienkurse", "Gewinne" - kurz: um persönliche Vorteilnahme durch Menschen, die in ihrem Leben offensichtlich nichts sinnvolles gelernt haben. Schlimm ist, dass derartige Haltungen in den letzten Jahren zunehmend als "vorbildlich" verkauft wurden, anstatt sie als das zu entlarven, was sie tatsächlich sind: Parasitismus an der Gesellschaft, bzw an jenen Menschen, die tatsächlich Leistungen für die Gemeinschaft erbringen
3. Den Aktienkurs hochquatschen...
spon-facebook-1318850894 14.08.2013
... um dann die eigenen Anteile mit Gewinn wieder abzustossen! Allmählich langt's mit dieser Art Kapitalismus.
4. Tja...
sitcom 14.08.2013
Steve Jobs ist weg... Nach einer gewissen zeit tauchen jetzt die Fledderer auf... Ich mag Apple ja nicht.... Aber was jetzt kommt ist schon schade... Gab es ja schon mal
5. Die 'schwierige' Suche ...
alterknacker 14.08.2013
... nach einem Beitragstitel ... Was hier jetzt abgeht, lässt mich 'virtuell' die Hände reiben ... *die Gier* wird mal wieder 'wunderbar' angeheizt: Zitat aus dem Beitrag *"Unter Börsianern schürten die Äußerungen Icahns die Hoffnung, dass Apple einen größeren Teil seines gigantischen Bargeldbestandes an die Aktionäre ausschütten könnte."* Apple, die Gelddruckmaschine? - Könnte ganz plötzlich mit einem Schlag vorbei sein ... und ich sehe Steve Jobs schon im Grab rotieren ... Die *"iCahn"* hat nur eines im Sinn: *Geld und noch mehr Geld* ... und was dann die Innovationen angeht, die Visionen von Steve Jobs ... naja ... die kann man nicht 'kaufen' ... wenn man nur Dollarscheine in den Pupillen hat ...
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