Nach Bieterkampf Milliardär Happel übernimmt Paracelsus-Kliniken

Der Bieterkampf um die insolventen Paracelsus-Kliniken ist entschieden. Der Industriellensohn Felix Happel übernimmt die Klinikkette.

Paracelsus-Klinik Osnabrück
DPA

Paracelsus-Klinik Osnabrück


Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft Porterhouse Group AG will die insolvente Klinikgruppe Paracelsus übernehmen. Wie beide Unternehmen am Freitag mitteilten, hat der Gläubigerausschuss dem Verkauf zugestimmt. Bis zur rechtlichen Übernahme sind noch mehrere Schritte nötig, zudem muss das Bundeskartellamt dem Verkauf zustimmen.

Die Beteiligungsholding mit Sitz in Luzern teilte mit, den privaten Krankenhausbetreiber nach der Übernahme wieder zurück auf Erfolgskurs zu bringen. Die Paracelsus Kliniken befinden sich seit Dezember 2017 in einem Insolvenzverfahren .

"Gemeinsam wollen wir Paracelsus wieder zu einem stabilen und profitablen Unternehmen entwickeln, das aus eigener Kraft und auch durch Zukäufe wächst", sagte Felix Happel, Verwaltungsratspräsident der Porterhouse Group AG. Er ist der Sohn des in der Schweiz lebenden Industrieunternehmers und Multimilliardärs Otto Happel.

In den vergangenen Wochen war ein Bietergefecht zweier Milliardäre um die Klinik entstanden. Zuletzt hatte auch der Krankenhauskonzern Asklepios von Eigentümer Bernard große Broermann Interesse an einer Übernahme.

Belegschaft für Milliardärsspross Felix Happel

Viele Mitarbeiter hatten auf einen Zuschlag für den Mittdreißiger Felix Happel gehofft. "Der anstehende Weg wird steinig bleiben, aber mit Porterhouse hat Paracelsus nun einen zukünftigen Eigentümer, der dem Unternehmen wieder eine Perspektive gibt", sagte Rainer Eckert, Sachwalter der Paracelsus-Kliniken.

Felix Happels Investmentholding aus Luzern wirbt damit, bei ihr stehe "nicht die kurzfristige Gewinnmaximierung, sondern die langfristige Begleitung und Entwicklung unserer Unternehmen im Sinne unserer mittelständischen Tradition" im Vordergrund. Happel, so berichten Kenner der Familie aus der Schweiz, gilt als agiler und zugleich vertrauenswürdiger Investor.

Etwa 5200 Menschen beschäftigt die Klinikkette aus Osnabrück, die in mehr als 40 Einrichtungen und an 23 Standorten, darunter Akutkrankenhäuser und Rehakliniken, arbeiten. Die Paracelsus-Kliniken mussten wegen Zahlungsunfähigkeit einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung stellen. Kurz vor Weihnachten erfuhren die Mitarbeiter von der desolaten Lage. Mehrere Klinikstandorte hatten hohe Verluste angehäuft, die das Unternehmen nicht verkraftete.

hej



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