Milliarden-Deal: RWE verkauft sein Stromnetz

Der größte deutsche Stromkonzern verkauft sein Übertragungsnetz: Finanzinvestoren übernehmen 75 Prozent der RWE-Tochterfirma Amprion. Zuvor hatten bereits die Konkurrenten E.on und Vattenfall ihr Netz verkauft. 

Strommast: Amprion betreibt das größte Höchstspannungsnetz in Deutschland Zur Großansicht
DPA

Strommast: Amprion betreibt das größte Höchstspannungsnetz in Deutschland

Düsseldorf - RWE stößt weite Teile seines deutschen Stromnetzes ab. 74,9 Prozent der Anteile gehen an ein Konsortium von Finanzinvestoren aus der Versicherungswirtschaft, teilte der Versorger am Donnerstag mit.

Da RWE Chart zeigen an dem Käuferkonsortium beteiligt ist, hält das Unternehmen neben dem Minderheitsanteil von 25,1 Prozent noch einen indirekten Anteil von 10,8 Prozent. Dieser Anteil solle aber kurzfristig an weitere Investoren veräußert werden.

Der Kaufpreis soll inklusive Schulden rund eine Milliarde Euro betragen. RWE plant, den Deal im dritten Quartal abzuschließen. Der Investitionsbedarf für den Netzausbau würde damit in den kommenden zehn Jahren um rund 2,5 Milliarden Euro sinken. Amprion betreibt mit einer Länge von rund 11.000 Kilometern das längste Höchstspannungsnetz in Deutschland.

Amprion ist nur ein Baustein in der Strategie des Konzerns, sich finanziell neue Freiräume zu erschließen. Mit dem Aufsichtsrat will das Management Anfang August die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung durchspielen, wie RWE-Chef Jürgen Großmann in der vergangenen Woche vor Aktionären sagte. Medienberichten zufolge wird auch die Veräußerung der britischen Tochter NPower geprüft.

Zuvor hatten sich E.on Chart zeigen und Vattenfall Chart zeigen bereits vollständig von ihren Höchstspannungsübertragungsnetzen getrennt - die EU-Kommission hatte dies aus Wettbewerbsgründen gefordert. Die Transaktion muss noch von den zuständigen Gremien und dem Kartellamt genehmigt werden.

cte/Reuters/AFP/dpa-AFX

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insgesamt 55 Beiträge
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1. Käufer
Teile1977 14.07.2011
Jetzt wird es interessant, wer ist der Käufer? Und was wird das für die Zukunft bedeuten? Gewinnmaximierung, also keine Investitionen aber maximale Durchleitungsgebühren? Schaumermal
2. Finanzinvestoren wollen Profit
jos777 14.07.2011
Nun ist die Regulierungsbehörde zur konsequenten Überwachung am Drücker, damit die Finanzinvestoren nicht 5 statt der bisherigen 3 Preiserhöhungen pro Jahr durchführen.
3. Hmm
mimas101 14.07.2011
Privatisierungen bzw. Verkäufe an Finanzinvestoren, die gerne Gewinne und Renditen sehen wollen, war noch nie für des Verbrauchers Geldbörse gut. Allerdings - sind den 4 dt. Strom-Monopolisten nicht die Stromnetze (fast) geschenkt worden? Insofern müßten diese Mehrgewinne aus Verkäufen (abzgl. Unterhaltugsaufwendungen der großen 4) eigentlich an den dt. Stromkunden zurückerstattet werden. Da kämen einige Mrd an Erstattung zustande.
4. Die Folgen
der_mündige_bürger 14.07.2011
kann man sich an zwei Fingern abzählen: Das Netz wird verrotten, die Preise werden astronomisch steigen, und wenn alles am Boden liegt, wird es abgestoßen, denn ein Unternehmen ist nur seinen Anteilseignern verpflichtet. Früher schützte der Staat - in gewissem Ausmaß wenigstens - seine Bürger vor dem Egoismus besagter Anteilseigner (Stichwort 'Gemeinwohl'), heute macht er sich zu dessen Komplizen. Zitat: "Amprion ist nur ein Baustein in der Strategie des Konzerns, sich finanziell neue Freiräume zu erschließen. Mit dem Aufsichtsrat will das Management Anfang August die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung durchspielen, wie Großmann in der vergangenen Woche vor Aktionären sagte. Medienberichten zufolge wird auch die Veräußerung der britischen Tochter NPower geprüft." RWE wandelt sich demnach vom Stromerzeuger zum Investmentfond ... Herzliche Grüße
5. Koan Titel
olymp666 14.07.2011
Zitat von Teile1977..... Gewinnmaximierung, also keine Investitionen aber maximale Durchleitungsgebühren? Schaumermal
Ach wo..... Das ist bestimmt ein ganz sozialer Investor. Die wollen kein Geld verdienen....die wollen bloß spielen. Hallo ? Natürlich bedeutet das höhere Gebühren für die Durchleitung. Ist doch wohl logisch.
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Energieriese RWE
Der Konzern
RWE ist gemessen am Umsatz Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern. Das Unternehmen erwirtschaftet Erlöse von fast 50 Milliarden Euro, beschäftigt mehr als 70.000 Mitarbeiter. RWE versorgt mehr als 16 Millionen Kunden mit Strom und rund acht Millionen Kunden mit Gas.
Die Geschäftsfelder
Der Konzern ist in der Stromerzeugung, dem Energiehandel, im Transport und dem Vertrieb von Strom und Gas tätig. Mit RWE Dea ist der Konzern in Europa, Nordafrika und der kaspischen Region erfolgreich im Upstream-Geschäft mit Öl und Gas engagiert. RWE Supply & Trading ist einer der größten Energiehändler Europas.
Der Chef
Jürgen Großmann ist seit dem 1. Oktober 2007 RWE-Chef. Von 1993 bis 2006 war er geschäftsführender Gesellschafter der Georgsmarienhütte GmbH. Er sitzt in zahlreichen Aufsichts- und Beiräten großer deutscher Konzerne. ssu
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