Milliarden-Investment Deutsche Bank eröffnet Casino in Las Vegas

Die Deutsche Bank steigt ins Glücksspielgeschäft ein: Sie betreibt ein riesiges Casinohotel in Las Vegas, Analysten sind skeptisch. Für den Bau des Gebäudes mit 3000 Zimmern gab das Geldhaus rund vier Milliarden Dollar aus.

AP

Frankfurt am Main - Ein Milliarden-Investment der Deutschen Bank öffnet am Mittwoch seine Pforten: das Casinohotel Cosmopolitan in der US-Vergnügungsmetropole Las Vegas. Der Bau des imposanten Gebäudes hat den deutschen Branchenführer vier Milliarden Dollar gekostet.

Die Bank wurde zum Investor, als der ursprüngliche Bauträger im Jahr 2008 einen Kredit nicht zurückzahlen konnte und kein anderer Käufer gefunden wurde. Zur Eröffnung lädt das Hotel zu einem Konzert mit Brandon Flowers ein, dem aus Las Vegas stammenden Frontmann der US-Rockband The Killers.

Für das Geldhaus ist das Hotel allerdings ein reines Investment. Das Institut sei "kein Hotelbetreiber, sondern primär eine Bank", sagte ein Sprecher in Frankfurt am Main. Ziel ist ein Weiterverkauf. Wann das sein soll, sagt die Bank allerdings nicht.

Analysten halten das Projekt mit knapp 3000 Zimmern, einer Casino-Fläche von zusammengenommen gut zwei Fußballfeldern, vielen Restaurants, Wellness-Angeboten und Einkaufsmöglichkeiten für ehrgeizig. Die Bank begebe sich damit in ein "schwieriges ökonomisches Umfeld", sagte ein Insider. Die Zahl der Las-Vegas-Besucher nehme nach einem Rückgang in den Vorjahren zwar wieder zu, aber nicht in dem Maße, in dem Immobilienfirmen neue Übernachtungs- und Spielmöglichkeiten geschaffen hätten.

wit/dapd



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insgesamt 83 Beiträge
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wurzelei, 14.12.2010
1. DB in Las Vegas
Paßt schon: Las Vegas, Mafia, Glücksspiel, Bank. Fehlt nur noch der Staat. Aber der ist ja nur die Beute der Vorstehenden.Demokratie gibt es nicht.
tempus fugit 14.12.2010
2. Ein 'fast' ehrbarer neuer Laden...
Zitat von sysopDie Deutsche Bank steigt ins Glücksspielgeschäft ein: Das Geldinstitut betreibt ein riesiges Casinohotel in Las Vegas. Für den Bau des Gebäudes mit 3000 Zimmern gab es rund vier Milliarden Dollar aus. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,734696,00.html
Doch völlig normal - bei der Erfahrung?! Was da riskiert wird, sind doch peanuts und ein vergleichweise ehrliches Handwerk gegenüber dem Haupt- geschäft. Und braucht nicht mal Staatsgarantien wie durch die Bankster angeschobene weltweiten Finanzkrise, die sich in alle Staatshaushalte reinfrisst und wohl einige Akteure auch auffrisst...
Medienkritiker 14.12.2010
3. Klasse
ein sehr klug gewähltes Investment, mit astronomischer Rendite. Die Banken in Deutschland hatten ja hier in Deutschland genug Zeit um sich in das Glücksspielgeschäft einzuarbeiten. Die Chef-Croupiers, Brüderle, Schäuble und Merkel werden allerdings in LA fehlen...da löhnt dann im Verlustfall nicht mehr der Steuerzahler;(
Tomcic 14.12.2010
4. ...
Zitat von sysopDie Deutsche Bank steigt ins Glücksspielgeschäft ein: Das Geldinstitut betreibt ein riesiges Casinohotel in Las Vegas. Für den Bau des Gebäudes mit 3000 Zimmern gab es rund vier Milliarden Dollar aus. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,734696,00.html
Ich bin mal zynisch. Die Frage mit was "ertragreiche" Investmentbänker nun belohnt werden erübrigt sich auch. Der neue Bonus ist "gamble, drugs, prostitutes" im unternehmenseigenen Hotel, auf Unternehmenskosten! Also so wie immer - nur anstatt mit Swaps zocken die halt dann am Roulette Tisch...
coolstuff 14.12.2010
5. Na und?
Die vorstehenden Kommentare zeugen nicht gerade von Sachkenntnis. Die Deutsche Bank hat keinen einzigen Cent Staatshilfe erhalten. Im Gegensatz zu vielen anderen Banken. Schade, daß viele Leute alle Banken in einen Topf schmeissen. Das Investment wird mit eigenem Geld bezahlt. Wo also ist das Problem?
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