New York - Erst die Schweizer UBS, dann die US-Bank JPMorgan - und nun die britische HSBC Holdings
: Der Treuhänder des Finanzbetrügers Bernard Madoff fordert von der dritten namhaften Großbank Schadensersatz in Milliardenhöhe. Mindestens neun Milliarden Dollar soll die HSBC bezahlen, verlangt Konkursverwalter Irvin Picard, der den von Madoff geschädigten Anlegern zu ihrem Geld verhelfen will.
Die HSBC habe das Madoff-Schneeballsystem mit am Laufen gehalten, begründete Picard seinen Schritt. Auch der UBS
und JPMorgan Chase
hatte er vorgeworfen, Warnzeichen ignoriert und an den Betrügereien mitverdient zu haben. Die Banken verwalteten Fonds für Madoff, über ihre Konten floss das Geld der betrogenen Anleger.
Am 11. Dezember ist es zwei Jahre her, dass der gigantische Betrug aufflog und der einst hoch angesehene Finanzjongleur Madoff festgenommen wurde. Bis zu diesem Datum muss Picard alle Ansprüche anmelden, sonst verjähren sie. Die komplette Schadenssumme zurückzubekommen, scheint allerdings unmöglich: Von den rund 65 Milliarden Dollar war am Ende nicht mehr viel übrig.
Madoff hatte über Jahre Geld von Investoren eingesammelt und die Ausschüttungen mit den Beiträgen immer neuer Anleger bezahlt. In der Finanzkrise brach das System zusammen - der größte Betrugsfall der Finanzgeschichte wurde offenbar. Ein Gericht verurteilte den heute 72-Jährigen im Juni 2009 zu 150 Jahren Gefängnis. Die Strafe sitzt er in einem Bundesgefängnis in North Carolina ab.
hut/dpa
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